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30. Dez 2019

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Gesellschaft

„Auf die Reputation des Anbieters achten“

Journalist: Armin Fuhrer

Interview mit Joachim Weimann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Welche Anforderungen sollte man bei der Auswahl des Anbieters für eine Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme stellen?

Man sollte vor allem auf die Reputation des Anbieters achten. Bachelor- und Master-Abschlüsse vergeben viele. Deshalb wird immer wichtiger, woher man seinen Abschluss hat. Es ist eine gute Idee, dort zu studieren, wo die Qualität durch die staatliche Aufsicht gesichert wird: an den Universitäten und Fachhochschulen, die ja auch gehalten sind, Weiterbildung anzubieten.

Uni oder Fachhochschule? 

Das ist eine Frage des eigenen Anspruchs. Fachhochschulen sind eher der Praxis verpflichtet und Universitäten haben einen stärker wissenschaftlichen Hintergrund. Wer etwas tiefer in die Materie eindringen will, sollte an einer Uni studieren. Außerdem ist die Reputation eines Universitätsabschlusses ein bisschen höher.

Welche Vor- und Nachteile habe private Anbieter?

Fast alle Angebote, die staatliche Hochschulen in der Weiterbildung machen, werden von privaten Ausgründungen durchgeführt. Um im Wettbewerb bestehen zu können, braucht man die Flexibilität eines Privatunternehmens. Deshalb sind auch die Unis kundenorientiert, flexibel und passen sich den Bedürfnissen von Studierenden an, die neben dem Studium auch noch ein Berufsleben haben. Sie haben aber nicht die Nachteile rein privater Anbieter, bei denen nicht wirklich sicher ist, welche Qualität ihre Ausbildung wirklich hat.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“