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28. Apr 2026

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Gesellschaft

Warum die Generation 50Plus heute unverzichtbar ist – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand Bundesverband Initiative 50Plus Europa

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Foto: Presse

Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Klimakrise, Kriege, politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten – kaum jemand kommt noch ohne ein Gefühl der Überforderung durch den Alltag. Besonders jüngere Menschen spüren die Last dieser Entwicklungen. Sie stehen mitten im Aufbau ihres Lebens, sollen funktionieren, gestalten, planen, während die Zukunft immer unberechenbarer wirkt. Viele fühlen sich allein gelassen in einer Zeit, die kaum Orientierung bietet.

Und genau hier zeigt sich die stille, oft unterschätzte Kraft der Generation 50Plus. Menschen, die schon mehrere gesellschaftliche und persönliche Erschütterungen erlebt haben, werden für Jüngere zu einem Anker. Nicht, weil sie alle Antworten hätten. Sondern weil sie wissen, dass Krisen nicht das Ende bedeuten, sondern Teil des Lebens sind – und, dass man sie überstehen kann.

Diese Generation bringt etwas mit, das heute selten geworden ist: eine geistig‑moralische Stabilität, die nicht laut auftritt, sondern trägt. Viele haben gelernt, mit Brüchen umzugehen, mit Verlusten, mit Neuanfängen. Sie wissen, dass Stärke nicht aus Unverwundbarkeit entsteht, sondern aus Erfahrung, Reflexion und der Fähigkeit, sich immer wieder aufzurichten. Dieses Wissen geben sie weiter – in Familien, im Freundeskreis, im Beruf.

Jüngere Menschen berichten oft, wie sehr ihnen Gespräche mit Älteren helfen. Ein Satz, ein Blick, ein ruhiger Hinweis kann reichen, um die Perspektive zu verändern. Die Generation 50Plus vermittelt Gelassenheit, ohne Probleme kleinzureden. Sie zeigt Mut, ohne sich in Illusionen zu flüchten. Und sie erinnert daran, dass es trotz aller Unsicherheiten immer Wege gibt, weiterzugehen.

Die Energie und Gestaltungslust der Jüngeren trifft auf die Erfahrung und innere Ruhe der Älteren. Aus diesem Zusammenspiel kann etwas entstehen, das wir dringend brauchen – Zuversicht.

Dabei entsteht ein Miteinander, das beiden Seiten guttut. Denn auch die Älteren profitieren davon, gebraucht zu werden. Sie erleben, dass ihre Lebenserfahrung Wert hat, dass ihre Haltung Orientierung bietet, dass sie Teil einer gemeinsamen Zukunft sind. In einer Gesellschaft, die oft Jugend idealisiert, ist das ein wichtiger Gegenimpuls.

Vielleicht liegt genau hier eine Chance für unsere Zeit: Generationen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ihre Stärken zu verbinden. Die Energie und Gestaltungslust der Jüngeren trifft auf die Erfahrung und innere Ruhe der Älteren. Aus diesem Zusammenspiel kann etwas entstehen, das wir dringend brauchen – Zuversicht.

Inmitten multipler Krisen zeigt sich: Die Generation 50Plus ist mehr als eine demografische Kategorie. Sie ist ein Halt. Ein Resonanzraum. Ein moralischer Kompass. Und sie erinnert uns daran, dass wir Krisen nicht allein bewältigen müssen, sondern gemeinsam stärker sind.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“