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13. Apr 2026

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Gesellschaft

Künstliche Intelligenz spielt künftig mit

Journalist: Hauke Brost

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Foto: Getty Images/unsplash

Vieles ist noch Zukunftsmusik oder nur ein kleiner Spaß von Programmierern. Aber immer häufiger spielt KI in Games eine wichtige Rolle.

Den Gamer packt mal wieder die Wut, und er beschimpft seine Mitspieler mit üblen Kraftausdrücken. Aber bei denen kommen die Flüche nicht an, sondern sie hören ihn sehr dezent und respektvoll seinen Missmut formulieren. Er schreit: „Du verdammter Mistkerl!“, und das klingt beim Mitspieler so: „Oh, da warst du echt besser als ich, mein Freund. Aber warte, die Revanche kommt bestimmt!“

Der sogenannte „RageConverter“ des KI-Assistenten R.O.N., von NVIDIA speziell für aggressive Gamer entwickelt, war nur ein Programmierer-Scherz und steht bisher nicht ernsthaft zur Diskussion. Aber KI ist im Gaming schon heute im Einsatz, wenn auch nicht ganz so abenteuerlich wie in diesem Beispiel.

KI hilft, wenn es um die Analyse eines Spiels geht, um Strategievorschläge oder technische Fragen. Man könnte das meiste natürlich auch googeln, aber dazu müsste man raus aus dem Spiel. Der (reale) Gaming-Assistent „Project G-Assist“ zum Beispiel kann Settings automatisch optimieren, FPS-Probleme analysieren und ist mit natürlicher Sprache steuerbar. Ebenfalls von NVIDIA entwickelt wurde die Avatar Cloud Engine (ACE), die Spielaktionen selbst planen und im Game wie ein Coach unterstützend tätig wird.

Schon in fünf Jahren, so die Prognosen, wird der Gamer kein Spiel mehr starten, sondern eine eigene Welt betreten, die sich seit dem letzten Mal selbständig weiterentwickelt und verändert hat.

Die Zukunftsprognose ist klar: Der Trend geht ganz klar zum „quasi-menschlichen“ KI-Assistenten, der aus Spieleraktionen lernt, taktisch reagiert, sich je nach Spielsituation mit Vorschlägen meldet und sogar emotional reagiert, dazu mit einem geradezu fantastischen Gedächtnis – natürlich weiß er noch genau, mit welchem genialen Trick man vor sieben Monaten an einem Dienstag kurz nach Mitternacht den Gegner überlistet hast und weist den Gamer jederzeit darauf hin, wenn das seine Spielchancen erhöht.

Noch dieses Jahr gibt es die ersten Tests mit KI-Gamern für Battlegrounds, die selbständig agieren und taktisch kämpfen können. Solo-Spieler bekommen so einen echten Squad-Partner. Aber hier setzt auch Kritik an: Wenn man gegen KI spielt, braucht man keine realen Mitspieler mehr und könnte am Rechner buchstäblich vereinsamen. Öffentliche Lobbys könnten aussterben. KI könnte auch zu perfekt spielen, zu schnell lernen und dadurch unfair wirken. Einig sind sich Experten aber darin, dass KI-Charaktere die größte Gameplay-Veränderung seit dem Online-Multiplayer sein werden.

Schon in fünf Jahren, so die Prognosen, wird der Gamer kein Spiel mehr starten, sondern eine eigene Welt betreten, die sich seit dem letzten Mal selbständig weiterentwickelt und verändert hat. Games werden so zu Simulationen, anstatt festgelegte Storys zu haben. Fast jedes Spiel wird einen persönlichen KI-Begleiter haben, der ein Mix aus Teammitglied und Coach ist. Wenn ein Mitspieler offline geht, kann KI seine Rolle übernehmen.

Derweil lassen sich pfiffige KI-Experten immer neue Gags einfallen. NVIDIA zum Beispiel preist einen Assistenten namens TalkBlock an: Der, so das Versprechen, sei mit über 200 externen Anwendungen verknüpft und könne Eltern, Partner oder Mitbewohner so erfolgreich ablenken, dass sie den Gamer in Ruhe spielen lassen und nicht mehr ständig dazwischenreden. Aber auch, wenn viele Gamer so eine Anwendung begrüßen würden: Sie war nur ein Aprilscherz.

Noch dieses Jahr gibt es die ersten Tests mit KI-Gamern für Battlegrounds, die selbständig agieren und taktisch kämpfen können.

Factbox

KI wird schon in naher Zukunft Teil jedes Games sein, allerdings zunächst nur im Hintergrund, z. B. zur schnellen Fehleranalyse und -behebung. Gleichzeitig arbeiten alle Entwicklerstudios an „quasi-menschlichen“ KI-Assistenten, die als vollwertige (und natürlich meistens überlegene) Spieler auftreten.

2. Jul 2026

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Gesellschaft

Deutschland in einer neuen sicherheitspolitischen Realität – Ein Beitrag von Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer, BDSV

Liebe Leserinnen und Leser, „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden“. Diesen Satz des Generalinspekteurs Carsten Breuer haben sich inzwischen auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius zu eigen gemacht. Er beschreibt eine neue sicherheitspolitische Realität, mit der wir uns auch im fünften Kriegsjahr der russischen Vollinvasion auf die Ukraine konfrontiert sehen und die Grundlage für unser sicherheitspolitisches Handeln sein muss. Der Zwischenzustand, der unserem Land damit attestiert wird, ist in dieser Form im Grundgesetz jedenfalls nicht vorgesehen. Unsere Verfassung unterscheidet zwischen Friedenszustand, dem Spannungsfall als Vorstufe des Verteidigungsfalls, die bereits die Anwendung bestimmter Notstandsrechtsvorschriften ermöglicht und dem eigentlichen Verteidigungsfall. Letzterer tritt nach Artikel 115a Grundgesetz dann ein, wenn das Staatsgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht. Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Dieses Ziel muss darüber hinaus mit einer umfassenden Befähigung zur Gesamtverteidigung im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Resilienz einhergehen. Schon heute erleben wir ständige hybride Angriffe in der Form von Drohnenüberflügen, Cyber-Attacken oder Desinformationskampagnen, die bestimmten staatlichen Akteuren zugeordnet werden. >Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Hieraus ergeben sich zweierlei Schlussfolgerungen: Erstens: Um unserem Beitrag in diesem Prozess – wie der NATO versprochen – zu erfüllen, wollen wir schon im Jahr 2029 ca. 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Verteidigung sowie perspektivisch weitere 1,5 % des BIP für militärisch-relevante Infrastrukturmaßnahmen ausgeben. Rechnet man diese Ausgaben zusammen, so machen diese im Jahr 2029 40 % unseres Bundeshaushaltes aus. Allein in den Verteidigungsbudgets der Jahre 2025 bis 2029 sind kumuliert ca. 200 Milliarden Euro nur für Rüstungsausgaben geplant. Kurz: Es geht also um gewaltige Summen, die unsere Volkswirtschaft als Ganzes fordern. Zweitens benötigen wir ein umfassendes Verständnis der Sicherheits- und Resilienz-Notwendigkeiten in unserer Gesellschaft. Die Gewährleistung von Sicherheit ist die zentrale Querschnittsaufgabe unserer Zeit, die jeden und jede von uns betrifft: im Bevölkerungsschutz, beim Schutz kritischer Infrastrukturen, über Bedrohungen zu Lande, zu Wasser, in der Luft sowie im Cyberraum. Jeder Sektor ist gefragt, hier einen Beitrag leisten. In der Politik schließlich müssen diese Anstrengungen koordiniert und verzahnt werden. Dokumente wie die Nationale Sicherheitsstrategie oder die unlängst vorgestellte Militärstrategie sind der notwendige Ausfluss dieser Anstrengungen. Im BDSV wird dieser umfassende Sicherheitsbegriff seit unserer Gründung im Jahr 2009 konsequent gelebt. In unserem Verband sind alle Ausrüster staatlicher Sicherheitsbehörden willkommen und vereint. Über die Plattform SVI-Connect, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik ins Leben gerufen haben, leisten wir seit Jahresbeginn zudem einen Beitrag zur Verzahnung klassischer Rüstungsunternehmen mit neuen, bislang überwiegend zivilen Zulieferern – zum Vorteil beider Seiten. Nicht zuletzt deshalb ist Deutschland auf gutem Weg, seine selbstgesteckten Ziele in der Zeitenwende zu erreichen. Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie tut alles in ihrer Macht Stehende, um hier ihren Beitrag zu leisten.