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31. Mär 2026

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Gesellschaft

Bezahlbarer Wohnraum, Klimaresilienz, Urbanisierung – wie und wo wollen wir künftig leben? – Ein Beitrag von Tim Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

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Foto: Presse

Eine zentrale Frage, die wir diskutieren müssen. Als Vertreter der Bauindustrie, einer Schlüsselbranche für Deutschlands Modernisierung, möchte ich hinzufügen: wie wollen wir künftig bauen, um zukunftsfähige Antworten liefern zu können? Folgende Punkte sind für uns als Branche essenziell.

Tempo wird zur politischen Priorität Der Wohnraummangel verschiebt den Fokus der Politik auf schnellere Verfahren: Vorrangregelungen, vereinfachte Planungsprozesse, digitale Genehmigungen und beschleunigte Bauleitplanung sollen Neubauten schneller ermöglichen. Tempo entsteht allerdings nicht allein durch Gesetze, sondern durch einen besseren Gesamtprozess insgesamt – von der Planung bis zur Baufertigstellung. Nach ersten Schritten wie dem „Bau-Turbo“ müssen deshalb weitere Maßnahmen folgen: ein Bauordnungsrecht, das mehr Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten bietet, ein Umweltrecht, das Habitate und Arten wirksam schützt, aber das Bauen nicht blockiert sowie ein Vergaberecht, dass konventionelle, innovative Verfahren ebenso fördert wie industrielle, serielle Bauprozesse, damit wir Produktivität und Baugeschwindigkeit erhöhen können.

Bezahlbares Bauen im Fokus Steigende Baukosten, hohe Zinsen und wachsende Anforderungen an Gebäude treiben Kauf- und Mietpreise in die Höhe. Politik und Branche suchen daher nach neuen Instrumenten – von Förderprogrammen bis zu vereinfachten und angepassten Baustandards. Was bedeutet eigentlich „einfaches Bauen“? Wo beginnt Komfort, und wo hört Sicherheit auf? Deutsche Gerichte bieten eine einfache Lösung: es müssen die sog. „anerkannten Regeln der Technik“ eingehalten werden, dann ist der Vertrag erfüllt. Dieses Jura-Konstrukt hat aber einen Haken, denn dadurch muss nahezu jede Norm eingehalten werden. Der Gebäudetyp E ist in diesem Zusammenhang in aller Munde. Aber wieso sollte es einen neuen Gebäudetyp geben, wenn wir doch immer einfach bauen wollen? Wir sind deshalb der Meinung, dass der Staat sein Schutzniveau definieren sollte, quasi als Absprungbasis für jedes Bauvorhaben und als Grundlage für gute Wohnqualität. Wer darüber hinaus mehr möchte, kann dies dann individuell entscheiden – wie heute auch schon.

Klimaschutz und Ressourceneffizienz prägen Planen und Bauen Der Gebäudesektor steht im Zentrum der Klimapolitik. Neubau, energetische Sanierung, Wärmeversorgung und Quartierslösungen müssen künftig stärker zur CO₂-Reduktion beitragen, ohne die Baukosten weiter stark zu erhöhen. Um diesen Hebel bestmöglich zu nutzen, ist es entscheidend, dass Planerinnen und Planer sowie Ausführende früher zusammenarbeiten. Nur durch eine frühzeitige Kooperation wird es gelingen, Bauverfahren, Baustoffe, Gebäudetechnik und Energiequelle so aufeinander abzustimmen, dass Klima geschützt und Bezahlbarkeit erreicht wird. Diese Fragen müssen wir gemeinsam beantworten. Klar ist nur: Wir brauchen hierzu die Bauindustrie. Sie schafft unsere Welten.

Neubau, energetische Sanierung, Wärmeversorgung und Quartierslösungen müssen künftig stärker zur CO₂-Reduktion beitragen, ohne die Baukosten weiter stark zu erhöhen.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“