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14. Mär 2022

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Gesundheit

Dauerhafte Darmgesundheit funktioniert nur bei pfleglichem Umgang und mit vorsorglicher Inspektion

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Foto: Presse

Der Darm ist ein stark beanspruchtes Organ. Wenn die Verdauungsprozesse nicht rund laufen, beeinträchtigt das unser Wohlbefinden. Wie alles, was gut laufen muss, damit wir uns wohl fühlen, muss auch der Darm vor Störungen und Abnutzung geschützt werden.

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Dr. Albert Beyer, Vorsitzender der Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng)

Dazu kann jeder selbst beitragen, indem er auf eine ausgewogene Ern hrung, eine Vermeidung von Übergewicht und eine ausreichende Bewegung achtet und Zumutungen wie Alkohol und Nikotin vermeidet. Aber auch der Körper selbst kümmert sich fortwährend darum, eine ungestörte Verdauungstätigkeit in Gang zu halten, indem er die ständig beanspruchten Darmschleimhäute immer wieder erneuert.

Experten gehen davon aus, dass die verbrauchten Darmzellen alle drei Tage regeneriert werden. Darmschleimhäute geh ren zu den teilungsaktivsten Geweben des Körpers. Trotz dieser ganz erstaunlichen Regenerationsfähigkeit ist der Darm unter der hohen Belastung auf Dauer anfällig für strukturelle Veränderungen, die sich mit zunehmendem Alter in der Ausbildung von Polypen und Divertikeln einstellen. Solche Veränderungen sind in der Regel harmlos, können sich aber im Einzelfall in der Form von akuten und chronischen Entzündungen bis hin zu Tumoren bemerkbar machen.

Deshalb gehört zur Aufrechterhaltung der Darmgesundheit nicht nur ein pfleglicher Umgang, sondern genauso eine vorsorgliche medizinische Inspektion. Bei der im Rahmen des Screening-Programms der gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Vorsorge-Darmspiegelung untersucht der Magen-Darm-Arzt die Oberfläche des besonders für Krankheiten anfälligen Dickdarms. Wenn er dabei Polypen entdeckt, aus denen Krebsgeschwulste hervorgehen können, kann er sie sofort entfernen und so die Entstehung von Darmkrebs gleich im Ansatz verhindern.

Die Statistik des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) belegt, dass im Jahr 2018 bei knapp 30 Prozent der untersuchten Vorsorge-Patienten potenzielle Krebsvorstufen gefunden worden sind. Daran hat sich in 2021 nichts geändert und auch für dieses Jahr ist mit ähnlichen Zahlen zu rechnen.

Das Risiko für bösartige Darmerkrankungen ist dann besonders hoch, wenn es in der nahen Verwandtschaft bereits Fälle von Darmkrebs gegeben hat. Bei rund 30 Prozent aller diagnostizierten Darmkrebsfälle gab es bereits nahe Angehörige, die ebenfalls Darmkrebs hatten! Bei einer familiären Belastungsollte man daher die Vorsorge-Untersuchung in keinem Fall versäumen. Vor allem sollte man als von Darmkrebs Betroffener nahe Angehörige auf ihr Risiko für Darmkrebs hinweisen, damit dieserechtzeitig zur Vorsorge gehen.

Fast eine halbe Millionen Menschen sind in Deutschland von Darmkrebs betroffen. Jedes Jahr erkranken knapp 60.000 Menschen neu, fast 25.000 sterben daran. Das muss nicht sein. Wenn sich mehr Menschen als bisher aktiv um ihre Darmgesundheit kümmern und die Vorsorge-Angebote wahrnehmen, könnte ein Großteil der Erkrankungen verhindert und von den Erkrankten bei dann rechtzeitiger Diagnose sehr viele geheilt werden.

 

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.