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31. Mär 2025

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Wirtschaft

Der Bau profitiert von der Zirkularität – mit Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.)

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: DGNB, Onur/pexels

Unternehmen können aus der Kreislaufwirtschaft geschäftlichen Nutzen ziehen. Aber die Politik muss noch eine ganze Reihe von Hausaufgaben machen.

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Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.)

Nachhaltigkeit wird in Deutschlands Unternehmen immer größer geschrieben und ein wichtiger Bestandteil ist die Kreislaufwirtschaft. Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben. Während die Recyclingquote hierzulande bei etwa 70 Prozent für den gesamten Abfall liegt, liegt der Anteil der zirkulären Wirtschaft lediglich bei 12,7 Prozent. Doch zunehmende Anforderungen der Bevölkerung, Druck aus der Politik, aber nicht zuletzt auch ein wachsendes Bewusstsein der Unternehmen selbst dürften dafür sorgen, dass der Anteil der Kreislaufwirtschaft weiter steigen wird.

Das Augenmerk vieler Experten richtet sich stark auf die Baubranche, denn sie hat einerseits einen großen Anteil am CO2-Ausstoß, andererseits kann sie durch Wiederverwendung nicht mehr genutzter Baumaterialien dem hohen Rohstoffverbrauch entgegenwirken. Nicht zuletzt können die Unternehmen durch Zirkularität auch Kosten sparen und ihre Effizienz erhöhen. „Die Transformation der Baubranche im Sinne einer zukunftsfähig gebauten Umwelt ist in vollem Gange“, sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.). Das habe zur Folge, dass sich immer mehr Menschen neben Themen wie Ökobilanzierung, Suffizienz und Bestandserhalt auch mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandersetzen. Nachhaltigkeit sei nicht mehr nur ein imageförderndes Beiwerk für Unternehmen, „sondern wird aus Überzeugung, aber auch aus der Erkenntnis heraus angewandt, dass höher, schneller, weiter keine Optionen mehr darstellen“, so die Expertin.

Die Transformation der Baubranche im Sinne einer zukunftsfähig gebauten Umwelt ist in vollem Gange.

In einer Transformation zur Kreislaufwirtschaft sehen viele Unternehmen nicht nur in der Baubranche, sondern in diversen Wirtschaftszweigen, Chancen für die eigene geschäftliche Entwicklung. Das ergab eine Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter 2.000 deutschen Unternehmen. Zu den erhofften Vorteilen gehören Einsparungen bei Materialkosten, eine größere Unabhängigkeit und mehr Resilienz der Lieferketten. Rund 40 Prozent erhoffen sich auch einen Imagegewinn bei den Kunden. Daher kann es nicht verwundern, dass viele Unternehmen daran arbeiten, wie sie ihr Geschäftsmodell ganz oder zumindest teilweise an die Kreislaufwirtschaft heranführen können.

Für den erfolgreichen Übergang zur Zirkularität müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein, bei denen es derzeit noch hapert. Erstens muss die Digitalisierung und der Ausbau digitaler Netze forciert werden, bei denen Deutschland noch immer hinterherhinkt. Zweitens muss ein EU-weit einheitlicher Rahmen geschaffen werden. Und drittens muss ein funktionierender Markt entstehen. Unternehmen können hier sicher noch stärker voneinander profitieren, als viele bisher erkannt haben. Doch der Prozess der Erkenntnis, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur gut für die Zukunft des Planeten ist, sondern auch für die des eigenen Unternehmens, wächst. Die Politik kann noch mehr Unterstützung bieten, sollte aber zugleich auf eine Überregulierung und zu viel Bürokratie verzichten.

Factbox

Die Kreislaufwirtschaft spielt eine wichtige Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz. Dazu gehören die Reduzierung von Abfall inkl. einer Minderung der Umweltbelastung, die Schonung der natürlichen Ressourcen, die Reduzierung der CO2-Emmissionen sowie der Schutz der biologischen Vielfalt.

20. Apr 2026

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Wirtschaft

FONDS professionell KONGRESS gibt Orientierung in bewegenden Zeiten

Der 24. FONDS professionell KONGRESS am 28. und 29. Januar 2026 in Mannheim hat erneut seine Rolle als zentrale Plattform der Investmentbranche unter Beweis gestellt. In einem Umfeld geprägt von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer neu ausgerichteten, schwer kalkulierbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump, nutzten Vermögensverwalter und Investmentexperten die Veranstaltung intensiv für fachlichen Austausch und gezielte Weiterbildung. Mehr als 220 Aussteller sowie über 200 Fachvorträge spiegelten den enormen Informationsbedarf in volatilen Zeiten wider. Ein markantes politisch-strategisches Signal setzte Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck. Er plädierte für ein geschlossenes und selbstbewusstes Auftreten Europas zwischen den Machtzentren USA und China. Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen. Chancen sieht Kaeser vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Daten und Rechenzentren sowie in neuen wirtschaftlichen Allianzen mit Schwellenländern, allen voran mit Indien. Inhaltlich dominierten Themen wie Aktien – insbesondere die „Significant Seven“ –, ETFs, Datenökonomie, Infrastruktur, Schwellenländer, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen das Programm. Mit der Verleihung des DEUTSCHEN FONDSPREISES während einer festlichen Galanacht fand der Kongress schließlich einen würdigen Abschluss und bekräftigte seinen Anspruch, der Branche auch in bewegten Zeiten Orientierung zu geben. >Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen.