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18. Dez 2019

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Business

Der deutsche Mittelstand digitalisiert sich immer mehr

Journalist: Katja Deutsch

Viele Handwerksmeister und Firmeninhaber haben inzwischen erkannt, dass die Digitalisierung nicht nur Großunternehmen Vorteile bietet, sondern gerade auch den kleinen Betrieben des Deutschen Mittelstands zugutekommt.

„Einerseits gibt es viele sehr progressive mittelständische Unternehmen mit vielen guten Ideen, andererseits stehen viele ganz kleine Handwerksbetriebe noch ganz am Anfang der digitalen Umstellung“, sagt Professor Dr. Martin Ruskowski vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern. Viele Betriebe hätten gar keine Kapazitäten, sich näher mit dem Thema zu befassen, obwohl sie sich der Dringlichkeit durchaus bewusst seien. Ohne Unterstützung von außen ginge es nicht. „Deshalb besuchen wir kleine Unternehmen, von Handwerksbetrieben bis zum Mittelständler, und erstellen gemeinsam mit dem Betrieb eine Prozessanalyse: Was passiert eigentlich im Unternehmen und wie funktioniert das?“ Denn zuerst müsse man sein Unternehmen verstehen und die Prozesse in den Griff bekommen. In einer Reihe von Betrieben wüssten nämlich nur noch wenige Mitarbeiter, wie einzelne Maschinen funktionierten – eine schlechte Voraussetzung für die Zukunft. „Nur mit sauberem Prozessmanagement kann man auch an die Digitalisierung denken“, so Professor Dr. Ruskowski.

Diese Prozessanalyse steht ganz am Anfang. Danach werden die Daten aus den einzelnen Maschinen erfasst und beispielsweise Wartungszustände über Tablet-Applikationen. „Erforderlich ist hier eine vernünftige ERP-System-Einführung, was für viele Betriebe schon eine große Herausforderung ist“, so Prof. Dr. Ruskowski. „Für den groben Überblick sind Produktionsplanungstools sehr hilfreich. Dann untersucht man, wie Maschinen mit einfachen Tools erweitert werden können, damit sie verlässlich Daten liefern können. Dazu vernetzt man die vorhandenen Maschinen und hängt sie an einen Rechner.“

Das diene der Erfassung der Daten, der Analyse sowie Auslastung und Engpässe. Die digitale Erfassung aller Maschinen ist also der Anfang, dem die digitale Vernetzung derselben folgt. „Themen wie Chargenverfolgung und Produktverfolgung sind allerdings für viele noch ein Thema der Zukunft“, so der Experte. Wurden Tools schlecht programmiert, ist es sehr schwierig, diese falschen, digitalen Prozesse wieder rückgängig zu machen – ein Problem für viele, die schon sehr früh digitalisiert hätten.

Insgesamt stellt Professor Dr. Ruskowski dem Deutschen Mittelstand jedoch ein gutes Zeugnis aus: „Es wird zwar viel von den USA und China gesprochen, aber in den USA liegt der Fokus bei der Digitalisierung eher im privaten Bereich als in der Produktion, in China geht es vor allem um KI im öffentlichen Raum.“ Die Digitalisierung biete auch kleinen Unternehmen große Potentiale, angefangen von der Mitarbeitersuche über die Kundensuche und -bindung bis hin zu effizienteren Geschäftsprozessen und Produktionsabläufen und der Entwicklung innovativer, digitaler Angebote, um auf profitablem Wachstumskurs zu bleiben. Eins sollten Betriebe jedoch nicht vergessen: Die Digitalisierung ist ein mühsamer Weg, den man Schritt für Schritt gehen muss.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.