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30. Apr 2026

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Business

Firmenflotten auf Stromkurs – mit Dr. Till Gnann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Presse, Diana Light/unsplash

Dr. Till Gnann, wissenschaftlicher Forscher im Bereich Energie und Verkehr am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI, sieht Politik und Unternehmen in der Pflicht, die Mobilitätswende voranzutreiben.

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Dr. Till Gnann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Herr Dr. Gnann, was ist das größte Hindernis für mehr Elektromobilität in unseren Firmenflotten? Aktuell bremst vor allem die Unsicherheit auf Seiten der Verbraucher den Markt. Diese wurde zum Teil durch nicht stringente politische Entscheidungen verstärkt, zum Teil aber auch durch Automobilkonzerne, die weiterhin versuchen, Verbrennerfahrzeuge im Markt zu halten. Die Reduktion der Flottengrenzwerte beispielsweise war aus klimapolitischer Sicht eine schlechte Maßnahme – die vermutlich kaum eine reale Wirkung entfalten wird, da selbst bei einer Reduktion um zehn Prozent rund 90 Prozent der Neufahrzeuge elektrisch bleiben müssen.

Daneben tun sich viele Unternehmen noch immer schwer mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur und der Sicherstellung der Energieversorgung. Dazu müssen jetzt Energie- und Mobilitätsmanagement eng zusammenarbeiten – Bereiche, die bisher oft wenig Berührungspunkte hatten.

Wie wird sich Elektromobilität im Unternehmen in den kommenden Jahren entwickeln? Wenn das Ziel ist, bis 2045 klimaneutral¬ – und insbesondere im Verkehrssektor – treibhausgasneutral zu werden, dann muss die Elektrifizierung vor allem über Unternehmen laufen, denn um die zwei Drittel der Neuzulassungen in Deutschland entfallen auf gewerbliche Fahrzeuge.

Entsprechend zielen auch die wichtigsten politischen Instrumente auf Unternehmen ab: Zum einen ist das die reduzierte Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge, die es seit mehreren Jahren gibt und die der Elektromobilität bereits einen deutlichen Schub verliehen hat. Zum anderen gibt es die Sonderabschreibung im Rahmen des Innovationsboosters, der im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Damit können Unternehmen im ersten Jahr bis zu 75 Prozent des Neuwagenpreises abschreiben, was einen klaren finanziellen Anreiz darstellt.

Daneben tun sich viele Unternehmen noch immer schwer mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur und der Sicherstellung der Energieversorgung.

Wie bewerten Sie die Idee einer E-Auto-Quote für Unternehmensflotten? Grundsätzlich halte ich das für sinnvoll – insbesondere kommunale Flotten sollten hier Vorreiter sein. Dafür gibt es mit dem Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz bereits einen rechtlichen Rahmen. Aus meiner Sicht müsste dieser allerdings deutlich ambitionierter sein. Während man viele Flottenfahrzeuge schon vor zehn Jahren problemlos auf Elektrofahrzeuge hätte umstellen können, ist die Frage bei Dienstwagen wegen längerer und spontanerer Fahrten etwas komplexer.

Welche Erkenntnisse aus Ihrer Forschung hat Ihre eigene Sicht auf E-Mobilität am stärksten verändert? Am Positivsten ist aus meiner Sicht, dass die Batteriepreise deutlich stärker gefallen sind, als wir es vor zehn Jahren erwartet hätten. Während frühere Prognosen für 2030 noch von etwa vier Millionen Elektrofahrzeugen ausgingen, rechnet man heute mit bis zu zehn Millionen Fahrzeugen.

Negativ überrascht mich dagegen, wie hartnäckig sich bestimmte Mythen halten: Angst vor mangelnder Reichweite (trotz 500+ km Reichweite), fehlender Ladeinfrastruktur (trotz über 200.000 öffentlichen Ladepunkten) und Zweifel an der Umweltfreundlichkeit. Diese Argumente begegnen uns in Vorträgen heute oft genauso wie vor zehn Jahren.

Wo stehen wir in zehn Jahren? Ich glaube, dass bis 2035 in Deutschland keine Verbrenner mehr in Unternehmensflotten zugelassen werden und hoffe, dass wir 15 bis 20 Millionen Elektrofahrzeugen erreichen.

Während man viele Flottenfahrzeuge schon vor zehn Jahren problemlos auf Elektrofahrzeuge hätte umstellen können, ist die Frage bei Dienstwagen wegen längerer und spontanerer Fahrten etwas komplexer.

28. Sep 2026

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