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30. Apr 2026

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Business

Smart Living auf neuem Level – mit Anke Hüneburg, Bereichsleiterin Energie ZVEI e.V. und Michael Schidlack, Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V. und Konsortialleiter im SmartLivingNEXT Leitprojekt

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Siân Wynn-Jones/unsplash, Tim Wulf Photography

Wie kollaborative Vernetzung im Gebäudebestand mehr Energieeffizienz und Autarkie ermöglicht, erklären Verantwortliche von SmartLivingNEXT und ZVEI.

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Anke Hüneburg, Bereichsleiterin Energie ZVEI e.V.

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Michael Schidlack, Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V. und Konsortialleiter im SmartLivingNEXT Leitprojekt

Ist Energie nur „Mittel zum Zweck“ im Smart Living oder viel mehr? Schidlack: Ein nachhaltiges Energiesystem und Smart Living sind keine getrennten Konzepte – sie bedingen sich gegenseitig. Das Stromnetz der Zukunft ist digital, flexibel, dezentral, resilient und nutzerzentriert – und damit das Rückgrat von Energiewende und Smart Living. Für die Steuerung dieser Smart Grids braucht man intelligente Messsysteme, herstellerübergreifende Daten und eine systemübergreifende Vernetzung. Genau diese Schaffung eines kollaborativen wie autarken Datenökosystems ist das Ziel unseres Forschungsprojekts SmartLivingNEXT. Durch die Digitalisierung und Vernetzung von Wohn- und Lebensbereichen sollen neue Anwendungen und digitale Services für ein energieeffizienteres, sichereres und komfortableres Wohnen geschaffen werden.

Wie verändert der Zugang zu herstellerübergreifenden Daten die Art, wie Energieverbrauch, -erzeugung und -speicherung optimiert werden können? Schidlack: Wir bauen im Prinzip eine neue Datenstraße zwischen den Gebäuden und heben die Daten auf ein gemeinsam nutzbares Level. Aus zahlreichen Insellösungen soll dadurch ein einheitliches, digitales Ökosystem entstehen. Damit lassen sich dann Energieverbräuche besser verstehen, auswerten und konkrete Maßnahmen vorschlagen. Energietransparenz und -management können zu einer Verbrauchssenkung von Strom, Heizung und Wasser und damit zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Doch nicht nur private Endkunden profitieren davon, sondern auch Wohnungsanbieter und Kommunen. Für alle drei Zielgruppen haben wir passende Use Cases beim Thema Energie entwickelt.

Das Ausrollen der neuen Technologien ist wichtig, damit Kunden in Echtzeit Transparenz über ihre Strom- und Energieverbräuche erhalten und von anderen Angeboten profitieren können, wie variablen Stromtarifen oder dynamischen Netzentgelten.

Mit welchen konkreten Szenarien lassen sich denn beispielsweise Energieflüsse in Gebäuden effizienter steuern? Schidlack: Zum Beispiel mit unserem Energieeffizienzdatenportal (EEDP), welches von unserem Konsortialpartner Materna maßgeblich entwickelt wurde. Dort finden sich relevante energiewirtschaftliche Daten, soweit freigegeben, zu einem Haus oder einer Liegenschaft – und zwar angereichert durch individuelle Verbrauchsdaten, sofern der Endkunde explizit zugestimmt hat. Diese Daten können dann bspw. vom Endkunden genutzt werden, um Energieverbrauchsprognosen zu bekommen. Die sofortige Transparenz über sämtliche relevante Daten ist ein Riesenfortschritt. Auch die Wohnungswirtschaft profitiert, beispielsweise durch das Aufzeigen konkreter Maßnahmen zur Optimierung des Energiebedarfs eines Hauses – quasi auf Knopfdruck. Auch die Kosten für den Unterhalt von Gebäuden können mithilfe von KI-Mustererkennung optimiert werden. Die EEDP-Daten bieten zudem eine bessere Entscheidungsgrundlage für die energetische Sanierung durch die Berechnung verschiedenster Optionen.

Welche Bedeutung hat der Smart Meter-Rollout im Kontext von Energieeffizienz? Hüneburg: Die Messung des Stromverbrauchs am Hausanschluss ist eine vorhandene Technologie, die ein Smart Meter digital ersetzt. Das Ausrollen der neuen Technologien ist wichtig, damit Kunden in Echtzeit Transparenz über ihre Strom- und Energieverbräuche erhalten und von anderen Angeboten profitieren können, wie variablen Stromtarifen oder dynamischen Netzentgelten. Gleichzeitig bekommen Netzbetreiber Informationen zu den lokalen Netzzuständen. So können sie die Netze effizienter betreiben und Erneuerbare Energien besser integrieren. Das senkt Kosten und stärkt die Resilienz.

Fakten:

SmartLivingNEXT ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Forschungsprojekt zur Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) und digitaler Vernetzung im Gebäudebestand. Es zeigt, wie Gebäudedaten sicher, interoperabel und unter klar definierten Regeln zusammengeführt und genutzt werden können – ohne dazwischen geschaltete Plattform, die kontrolliert oder Daten zentral sammelt. smartlivingnext.de

28. Sep 2026

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