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30. Apr 2026

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Business

Dienstwagen als Treiber der E-Mobilität – Ein Beitrag von Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

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Foto: VDA

Im vergangenen Jahr hat sich einmal mehr gezeigt: Firmenwagen sind ein enormer Beschleuniger für den Hochlauf klimafreundlicher elektrischer Antriebe auf Deutschlands Straßen.

Rund 40 Prozent der Neuzulassungen von Elektro-Pkw in Deutschland waren 2025 auf Firmenwagen zurückzuführen. Damit sind Unternehmen nach wie vor die wichtigste Haltergruppe bei neuen E-Autos und liegen sogar noch vor privaten Käufern. Die Zahlen verdeutlichen nicht nur, dass die Förderung von Elektrofahrzeugen über die Firmenwagenbesteuerung wirkt, sondern vor allem: Ohne Firmenwagen gäbe es deutlich weniger Elektromobilität auf unseren Straßen.

Besonders erfreulich ist, dass die Wirkung dabei weit über den Erstbesitz hinausreicht: Dienstwagen gehen in der Regel nach wenigen Jahren in den Gebrauchtwagenmarkt. Dort stehen vollelektrische Pkw dann zu deutlich günstigeren Preisen zur Verfügung und erleichtern noch mehr Menschen den Umstieg auf die Elektromobilität. Ein weiterer Vorteil: Über ihren Dienstwagen kommen viele Menschen zum ersten Mal mit der E-Mobilität in Berührung und können die Technik vergleichsweise unverbindlich im Alltag testen. Die Regelungen für E-Autos bei der Dienstwagenbesteuerung befürworten wir deshalb sehr, sie unterstützen den Markthochlauf. Denn wer Elektromobilität fördern will, muss Anreize setzen. Anreize und gute Rahmenbedingungen – das motiviert die Menschen zum Umstieg. Der falsche Weg hingegen: Quotenvorgaben für Unternehmensflotten, wie sie aktuell in Brüssel mit der sogenannten „Greening Fleets Initiative“ vorgeschlagen wurden. Die Quotenvorgaben und ihre Aufteilung auf die verschiedenen Mitgliedstaaten sind völlig realitätsfremd. Hinzu kommt: Bereits bestehende Initiativen sowie individuelle Dekarbonisierungsverpflichtungen sorgen bereits für eine ausreichende Steuerung und unterstützen die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten. Zusätzliche Auflagen wirken kontraproduktiv: Sie erschweren die ohnehin anspruchsvolle Transformation und erhöhen die administrative Belastung für Unternehmen und Flottenbetreiber. Daher muss gelten: Bürokratie abbauen, statt aufbauen.

In Brüssel muss sich vielmehr die Erkenntnis durchsetzen, dass elektrische Dienstwagen nur dann auch einen entscheidenden Beitrag zur Mobilitätswende leisten können, wenn auch die politischen Rahmenbedingungen zeitgemäß, praktikabel und wirtschaftlich tragfähig sind. Es braucht bessere Rahmenbedingungen, damit der Markthochlauf weiter an Fahrt gewinnt und die Elektromobilität noch stärker als bisher zur Erreichung der CO₂-Minderungsziele im Verkehrssektor beitragen kann. Insbesondere für die Elektrifizierung von Fahrzeug- und Nutzfahrzeugflotten sind wir auf eine europaweit leistungsfähige Lade- und Wasserstoffinfrastruktur angewiesen. Zudem müssen die Stromnetze dringend ausgebaut werden. Wichtig außerdem: Ladestrom muss günstiger werden, etwa durch mehr Wettbewerb und Technologie sowie durch eine Senkung von Steuern und Abgaben.

Klar ist: Die Produkte sind längst erfolgreich auf dem Markt. Allein die deutschen Hersteller bieten in Europa 120 verschiedene E-Modelle an. Ich bin überzeugt: Wenn die Politik in Brüssel, in Berlin und in den EU-Mitgliedsstaaten tatkräftig an den notwendigen Rahmenbedingungen arbeitet, steigen noch mehr Menschen auf die E-Mobilität um. Ob dienstlich oder privat. Wir als deutsche Automobilindustrie jedenfalls tun alles dafür, damit das gelingt.

28. Sep 2026

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