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3. Apr 2021

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Gesellschaft

Die Zukunft der Energie bedeutet…

Journalist: Katja Deutsch

Geothermie ist eine grundlastfähige Erneuerbare Energie, die weitestgehend CO2-frei rund um die Uhr ohne Beeinflussung von Klimaereignissen für die Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom zur Verfügung steht. Eine klimaschonende Wärmewende ist ohne Geothermie nicht machbar.

Geothermie in Form von Oberflächennaher bis Tiefer Geothermie ist flächendeckend für die Energieversorgung von einzelnen Gebäuden bis zu Großstädten einsetzbar. Je nach Temperatur des genutzten Tiefenhorizonts ist zum Teil der Einsatz von Wärmepumpen für die Bereitstellung von Nutzwärme notwendig. Zusätzlich kann die Geothermie als Prozesswärme in der Industrie eingesetzt werden. 

Grundvoraussetzung für die Nutzung der Geothermie ist eine genaue Kenntnis des Reservoirs. Dies entscheidet über die praktische Nutzung eines entsprechenden Tiefenhorizonts. Für die Erschließung des Zielhorizonts sind Tiefenbohrungen von einigen Metern bis zu sechs Kilometern durchzuführen. Schließlich ist eine geeignete Pumpentechnik nötig, mit der der erschlossene Wärmeträger zur Weiterverarbeitung an die Erdoberfläche gebracht werden muss. 

Die Politik muss wesentlich dafür sorgen, dass der Bund die Versicherung des Fündigkeitsrisikos übernimmt und die Erkundung der geothermischen Lagerstätten hydrothermal wie petrothermal vorantreibt. Zudem müssen durch Abbau von Benachteiligungen im Vergleich zu fossilen Energien der Zugang der Geothermie zu bestehenden Wärmenetzen ermöglicht sowie die ungleiche Besteuerung von Betriebskosten bezüglich des Pumpenstroms abgeschafft werden.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!