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29. Mär 2022

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Wirtschaft

Die Zukunft: Sonne sammeln

Journalist: Lotta Jachalke

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Foto: Solarpark Neukirch/Presse

Bernhard Strohmayer, Leiter erneuerbare Energie des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft, verrät, warum Solarparks ein Gewinn für alle Beteiligten sind.

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Bernhard Strohmayer, Leiter erneuerbare Energie des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft

Warum ist Solarenergie wichtig für uns?

Solarenergie ist ein starker Baustein der Energiewende. Einer, der am Ende tatsächlich schnell und kostengünstig umgesetzt werden kann. Ein weiterer Aspekt ist die Vielseitigkeit: Von kleinen Anlagen auf Dächern bis hin zu Freiflächen-Photovoltaik ist alles dabei. In den letzten Jahren erleben wir einen vermehrten Ausbau von Solarparks, die einerseits über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden, immer häufiger aber auch förderfrei entstehen. Die aktuelle politische Lage macht deutlich, wie wichtig der Ausbau der Erneuerbaren für eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten ist.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft hat die Initiative SonneSammeln ins Leben gerufen. Warum?

Hinter der Initiative stehen Unternehmen, die sich mit uns dafür einsetzen, dass Solarparks ein Gewinn für alle Beteiligten werden. Wir wollen mit SonneSammeln eine Plattform schaffen, um Diskussionen über Photovoltaikanlagen neu zu führen und Gemeinden sowie Landeigentümer aufzuklären. Solarparks werden ein Teil unserer Kulturlandschaften. Wir wollen dabei helfen, dass sie gut geplant werden und zeigen, welche Vorteile vor Ort entstehen. Ein Beispiel: Kommunen profitieren dauerhaft durch die Beteiligung an der Stromproduktion einer Solaranlage. Einen Mustervertrag stellen wir kostenfrei bereit.

Was passiert unter den Modulen?

Solarparks sind auf eine lange Zeit ausgerichtete, störungsarme Lebensräume, auf der sich Refugien für seltene und bedrohte Arten entwickeln können. Der Boden wird geschont und der natürliche Humusaufbau gefördert. Dadurch erhöht sich die Biodiversität. Unsere Artenzählungen haben gezeigt, dass PV-Freiflächenanlagen eine besondere Vielfalt an Blütenpflanzen aufweisen, die Nahrungsgrundlage für darauf spezialisierte Insekten sind. Davon profitieren auch zahlreiche Vögel, Fledermäuse und Reptilien.

Profitiert auch die Landwirtschaft von Solarparks?

Die Biodiversität ist natürlich auch für die Landwirtschaft wichtig: für angrenzende Flächen, bestäubende Insekten oder die Vogelvielfalt. Deswegen werden oft Blühstreifen zwischen Feldern angelegt. Ein Solarpark kann ein Blühstreifen XXL sein und ein großes Habitat schaffen. Das kann eine wertvolle Bereicherung für stark landwirtschaftlich geprägte Kulturräume sein.

Verlieren Landwirte dadurch Flächen?

Solarparks eignen sich bestens für eine landwirtschaftliche Mehrfachnutzung. Häufig dienen sie als Schafweide oder auch die Freilandhaltung von Geflügel. Außerdem können konfliktarme, landwirtschaftlich unbedeutende Flächen (z. B. mit schlechten Bodenpunkten) genutzt werden, die einen geringen Einfluss auf das Pachtpreisniveau haben. Die Pachtzahlungen des Solarparks können für aktive LandwirtInnen eine stabile zweite Einkommensquelle über 20 bis 30 Jahre darstellen und somit auch weitere landwirtschaftliche Aktivitäten, wie z.B. eine Umstellung zur Bio-Landwirtschaft, unterstützen. Viele Landwirte werden z. B. Flächen aus der aktiven Bewirtschaftung nehmen, um Agrarsubventionen zu erhalten. Wenn dort Photovoltaikanlagen errichtet werden, entsteht eine Win-win-Situation. Eins ist klar: Am Ende muss auch die Landwirtschaft klimaneutral werden – Solarparks können dabei helfen.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.