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6. Sep 2023

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Wirtschaft

„Drei Fragen an…“

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: rfstudio, Presse

Prof. Dr. Udo Janßen, Partner Life Science Health Care der Deloitte Consulting GmbH, über Nachhaltigkeit im Krankenhausbetrieb.

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Prof. Dr. Udo Janßen, Partner Life Science Health Care der Deloitte Consulting GmbH

Krankenhäuser produzieren täglich Unmengen an Müll. Wo sehen Sie hier Einsparpotential?
Nachhaltigkeit hat nicht das primäre Ziel, direkte Kosten einzusparen. Sie kann sich jedoch dadurch ausdrücken, dass wir beispielsweise bei der Speiseversorgung Produkte aus der Region favorisieren, und bei der Produktion auf Zulieferer achten, die in der Umgebung angesiedelt sind.

Wie ausgeprägt ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im laufenden Krankenhausbetrieb?
Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst stetig. Einige achten nur auf die Einhaltung des Lieferkettensorgfaltsgesetzes, andere wie wir überlegen gerade, mit einzelnen Häusern sogenannte „Green Clinical Pathways“ einzuführen, nachhaltigere Alternativen beim Verbrauchmaterial eines gesamten Krankenhausaufenthalts. Hierbei prüfen wir auch die Akzeptanz der Patienten, Krankenhäuser und der Kostenträger.

Ich würde sagen, wir können in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung nachhaltiger werden. Das Nachhaltigkeitspotential schätze ich auf 30 bis 40 Prozent.

Wo existiert bereits ein „Preferred Supplier“-Status, um in ein Kreislaufwirtschaftsmodell für Krankenhäuser zu finden?
Viele Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen entwickeln gerade erste eigene Aktionsfelder. So werden LED-Leuchtmittel eingewechselt und ein Strommonitoring eingeführt. Bei Neubauten versucht man, über intelligente Fassadenbegrünung anstatt durch Klimaanlagen zu einem angenehmen Klima zu kommen. Auch das Waschwasser der Flachwäsche und Schutzkleidung wird recycelt, aus der Rückgewinnung kann zudem Wärme erzeugt werden. Ich würde sagen, wir können in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung nachhaltiger werden. Das Nachhaltigkeitspotential schätze ich auf 30 bis 40 Prozent. 

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.