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23. Mär 2023

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Wirtschaft

Effizienter und vernetzter dank Digitalisierung

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Onur Binay/unsplash

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren eine Revolution in der Logistikbranche ausgelöst. Immer mehr Unternehmen setzen auf neue Technologien, um ihre Prozesse effizienter, flexibler und kosteneffektiver zu gestalten.

Die Einsatzmöglichkeiten von Digitalisierung in der Logistik sind vielfältig und umfassen alle Bereiche entlang der Wertschöpfungskette. Dennoch hat der digitale Wandel noch nicht überall Einzug gehalten. Laut einer Vergleichsstudie des Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) haben Schweizer Unternehmen der Fertigungsbranche noch nicht die volle digitale Reife erreicht. Bei der Umfrage schätzten sich 42 Prozent davon am häufigsten in der mittleren Stufe ein. In den USA hingegen sind 57 Prozent der Unternehmen der Meinung, einen fortgeschrittenen Reifegrad erreicht zu haben.

Eine der grössten Möglichkeiten der Digitalisierung liegt in der Logistik – und dort bei der Steuerung der Ressourcenplanung. Dabei spielt die Datenanalyse eine zentrale Rolle. Künstliche Intelligenz verbessert in Unternehmen beispielsweise die Nachfrageprognosen – dadurch lassen sich Produktion und Logistikprozesse effizienter gestalten. Der zentrale Schlüssel zum Erfolg sind digitale Plattformen. Sie dienen als Basis zum Aufbau von IT-Ökosystemen und verbinden Akteure in der Supply Chain, automatisieren Abläufe und vereinfachen die Zusammenarbeit über das gesamte Ökosystem. Das Resultat: Senkung von Transaktionskosten und Steigerung der Abwicklungsgeschwindigkeit bei hoher Transparenz. Zusätzlich bieten diese Lösungen Unternehmen und ihrer Infrastruktur Schutz vor Angriffen auf sensible Daten. Dabei werden etwa Firewalls und Verschlüsselungstechnologien eingesetzt, um die Sicherheit zu erhöhen. Ein wichtiger Baustein für die die Logistik und Supply Chain.

Auch die Personalplanung kommt ohne entsprechende digitale Tools nicht aus. Mit Hilfe von Datenanalysen können Unternehmen das Personal optimal planen und einsetzen. Arbeitsabläufe lassen sich so automatisieren und Mitarbeiterressourcen effektiver einsetzen. Das gilt ebenfalls für Transport und Lagerung in der Logistik. Dank Telematik gestalten Unternehmen ihre Transportprozesse effizienter und optimieren die Lieferketten. Dabei wird nicht nur die Routenplanung verbessert, sondern auch die Fahrzeugauslastung samt Planung von Zwischenstopps.

Insbesondere im Bereich E-Commerce und der sogenannten „letzten Meile“ ändern sich die Rahmenbedingungen rasant. Immer mehr Verbraucher bestellen online und erwarten eine schnelle und zuverlässige Lieferung ihrer Produkte. Auf diese Auswirkungen müssen Unternehmen reagieren und Waren möglichst nahe am Kunden lagern. Nachhaltig geplante, mehrgeschossige Logistikimmobilien an urbanen Verkehrsknotenpunkten können helfen, die Situation zu entschärfen und CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Durch den Einsatz von Technologien wie automatisierten Lager- und Kommissioniersystemen, Track-and-Trace-Komponenten und Routenoptimierung erhöhen Logistikunternehmen die Effizienz und Geschwindigkeit ihrer Lieferungen. Diese Technologien ermöglichen es auch, den Kunden eine genaue Lieferzeit und transparente Verfolgung ihrer Bestellung in Echtzeit zu bieten – und verbessern damit die Zufriedenheit aller.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.