8. Jul 2026
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Lifestyle
Journalist: Katja Deutsch
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Foto: Presse
Michael Perdacher schuftete früher in einer Fabrik, wo er schwere Kanister mit heißem Bitumen transportierte. Heute zählt er zu den bekanntesten Pet-Influencern Österreichs und begeistert gemeinsam mit seinen beiden Hunden Bruno und Barney mit viel Herz, Humor und Lebensfreude.
Michael, wie ist Bruno eigentlich in dein Leben gekommen? Ein Bauer hatte einen Wurf Welpen inseriert, ich sah Brunos Foto – und wollte ihn unbedingt haben! Damit dieser süße Hund auch ganz sicher zu mir und nicht am Ende zu jemand anderem kommt, schickte ich meine Ex-Freundin zum Abholen hin, doch Bruno hatte sich versteckt. Schließlich wurde er unter einem Traktor gefunden. Seit 14 Jahren ist er jetzt schon bei mir.
Und wie bist du dann auf die Idee gekommen, Videos mit ihm zu drehen und zu posten? Wir haben uns damals alle bei Instagram angemeldet, ich habe Fotos von Bruno und mir in der Natur hochgeladen, nichts Besonderes, nur was wir eben so gemacht haben. Aber den Leuten hat das gefallen. Wir sind gewachsen. Das erste richtige Video war, glaube ich, beim Skaten.
Wann wurde aus „Wir posten jetzt, was wir eben so zusammen gemacht haben“ eine Marke? Viel später. Damals war Instagram noch nicht so eine Businessoption. So bei etwa 100.000 Followern kamen die ersten Kooperationsanfragen, und da habe ich erst realisiert, dass daraus etwas entstehen könnte.
Bruno ist ja sehr innig mit dir verbunden. Dann hast du dir einen zweiten Hund angeschafft, einen Welpen, den Barney. Wie hast du es geschafft, dass die beiden gut miteinander auskommen? Vor allem, dass Bruno mit dem Kleinen klarkommt? Der Kleine war von Tag eins an glücklich bei uns und er war sofort verliebt in den großen Bruno. Bruno dagegen war völlig genervt, und man hat ihm jeden Tag angesehen, dass er denkt: Warum ist der immer noch hier? Bruno schläft ja neben meinem Bett, und diesen Zugang ins Schlafzimmer hat er Barney strikt verweigert. Also bin ich ins Wohnzimmer gezogen und habe auf dem Sofa geschlafen, um Barney nachts nicht allein zu lassen. Er musste ja auch ständig raus wegen seiner Darmparasiten. Aber Bruno hat schnell gemerkt, dass wir Barney alle sehr gern haben, er hat dann viel bei der Erziehung geholfen, und ebenfalls bei jedem Sitz und Platz Leckerlis bekommen – und Barney auch mal Grenzen aufgezeigt.
Autofahren verbinden sie mit tollen Ausflügen. Für längere Strecken wie ans Meer oder Urlaub in den Bergen nehmen wir das Wohnmobil.
Du reist viel mit deinen Hunden durch die Gegend. Wie reisen sie am liebsten? Sie lieben das Auto: Kaum ist der Kofferraum geöffnet, geht es darum, wer zuerst reindarf! Autofahren verbinden sie mit tollen Ausflügen. Für längere Strecken wie ans Meer oder Urlaub in den Bergen nehmen wir das Wohnmobil.
Und was nimmst du dann alles mit? Wir brauchen sehr viel Hundefutter! Und Leckerlis. Schwimmwesten. Bademäntel. Spielzeug. Der Medikamentenkoffer mit Zeckenzange und Mittel gegen Durchfall und Übelkeit ist natürlich auch dabei.
Du hast auch ein Video gepostet über die Todesfalle Auto im Hochsommer, das sich in kürzester Zeit auf über 50 Grad Celsius aufheizt. Wie schützt du deine eigenen Hunde vor der Hitze? Bei 50 Grad im Auto ist das Thermometer kaputt gegangen, ich war kurz vor dem Ersticken, gruselig! Wir leben glücklicherweise sehr ländlich, mit sehr vielen Flüssen und Seen, und können im Sommer im Schatten beim See entspannen. Bei Hitze lüfte ich das Auto immer erst gut durch, schalte dann die Klimaanlage ein und öffne hinten die Fenster. Wir fahren auch nur im Frühjahr und im Herbst in den Urlaub, nie im Hochsommer.
Wie beugst du gegen Zeckenbefall vor? Wir haben Zeckenbänder, die sehr gut wirken, haben auch schon Tabletten verwendet, und auch Spot-ons. Die Hunde hatten bereits im Februar die ersten Zecken! Sie kommen inzwischen ganzjährig vor.
Was fütterst du für ein langes, gesundes Hundeleben? Aktuell kriegen sie Frischfutter. Es ist frisch und wie selbst gekocht. Bruno bekommt zusätzlich Glucosamin für seine alten Gelenke und alle zwei Wochen eine Infusion mit Vitaminen und Elektrolyten von der Tierärztin. Seine Nieren müssen gut durchgespült werden.
Wie viele Stunden gehst du täglich mit den beiden raus? Schwer zu sagen. Weil mein Job ja eigentlich „rausgehen“ ist (lacht). Ich würde sagen, zwei bis drei Stunden auf jeden Fall.
Bei Hitze lüfte ich das Auto immer erst gut durch, schalte dann die Klimaanlage ein und öffne hinten die Fenster.
Was war das lustigste Erlebnis mit Bruno oder Barney? Da gibt es Hunderte! Ich glaube, da schaut man am besten auf mein Profil und scrollt die Videos durch. Wir haben so viele schöne Sachen erlebt, und mit Tieren passiert immer etwas Lustiges. Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist schon eine sehr besondere.
Bruno ist 14 Jahre alt – ein sehr hohes Alter für einen großen Hund. Hast du schon mal über den Abschied nachgedacht, der ja irgendwann kommen wird? Je älter er wird, desto öfter denke ich darüber nach, leider. Ich habe mir tatsächlich aus diesem Grund dann einen zweiten Hund geholt. Sollte Bruno irgendwann nicht mehr leben, ist Barney da. Bruno bedeutet mir schon sehr viel, wir verbringen ja jede freie Minute miteinander, er ist immer bei mir, immer gut gelaunt. Wahrscheinlich würde ich Bruno auf dem Tierfriedhof begraben, der gerade in meiner Nähe gebaut wird.
Hast du noch einen Tipp für Leute, die sich einen Hund anschaffen wollen? Für mich ist ein Hund das reinste Glück, jeden Tag eine riesige Freude. Doch man sollte sich die Verantwortung gut überlegen und sich fragen, ob man wirklich die Zeit für einen Hund hat.