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8. Jul 2026

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Lifestyle

Es muss nicht immer Rindfleisch sein

Journalist: Silja Ahlemeyer

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Foto: Chris Benson/unsplash

Wenn Hunde Futter nicht vertragen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Eiweißquelle.

Wenn Hunde dauerhaft unter Juckreiz, wiederkehrenden Ohrenentzündungen, geröteten Pfoten, stumpfem Fell oder Verdauungsproblemen leiden, kann auch das Futter eine Rolle spielen. Bei echten Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten reagiert das Immunsystem meist nicht auf „das Futter“ insgesamt, sondern auf bestimmte Proteine, also Eiweißstrukturen. Diese stecken in klassischen Zutaten wie Rind, Huhn, Lamm, Schwein, Fisch, Ei, Milchprodukten, Weizen oder Soja. Das bedeutet nicht, dass diese Bestandteile grundsätzlich problematisch sind. Die Tiere benötigen sie unter anderem zur Muskelversorgung, und viele Hunde vertragen sie generell gut. Werden sie jedoch häufig gefüttert, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei empfindlichen Tieren als mögliche Auslöser der genannten Symptome in den Blick geraten.

Erstmal streng sein

Bei Verdacht auf eine Futtermittelreaktion sollte man nicht einfach wahllos die Futtersorte wechseln. Zuerst müsste eine Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen. Fachleute arbeiten häufig mit einer Eliminationsdiät, um herauszufinden, was konkret die Probleme beim Tier hervorruft. Dabei bekommt der Hund etwa acht bis zwölf Wochen lang ausschließlich eine genau ausgewählte Nahrung, in der eine bestimmte Proteinart enthalten oder eben nicht enthalten ist. Das kleine Leckerchen zur Belohnung, ein Kauartikel zwischendurch oder Reste vom Familientisch sind in dieser Zeit gar nicht erlaubt. Bessern sich die Beschwerden, wird anschließend geprüft, ob sie bei erneuter Gabe des früheren Futters wieder auftreten. Erst diese kontrollierte Vorgehensweise macht die Einschätzung belastbarer.

Entscheidend ist nicht, ob eine Zutat exotisch klingt. Sondern, ob der Hund sie noch nicht bekommen hat.

Eiweiß muss nicht immer klassisch sein

Hat man eine Unverträglichkeit auf ein bestimmte Eiweiß-Art festgestellt, werden alternative Proteinquellen interessant. Gemeint sind Quellen, die im üblichen Futternapf seltener vorkommen oder anders verarbeitet sind. Dazu zählen zum Beispiel Pferd, Kaninchen, Ente, Insektenprotein, pflanzliche Proteine etwa aus Erbse, aber auch Pilzbestandteile, Algen oder fermentativ erzeugte mikrobielle Proteine. Entscheidend ist dabei nicht, ob eine Zutat besonders exotisch klingt. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob der einzelne Hund sie bisher noch nicht bekommen hat und ob das Futter insgesamt seinen Nährstoffbedarf vollständig deckt. Denn Hunde brauchen nicht zwingend Fleisch als solches, sondern eine bedarfsgerechte Versorgung mit essenziellen Aminosäuren, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Energie.

Alternatives Protein

Insektenprotein wird heutzutage zunehmend genutzt. Es gilt als ressourcenschonend und kann für Hunde interessant sein, die klassische tierische Proteine schlecht vertragen. Pflanzliche und pilzbasierte Proteinquellen erweitern ebenfalls die Auswahl. Übrigens: Begriffe wie „sensitiv“, „hypoallergen“ oder „Monoprotein“ sollten von Haltern nicht überschätzt werden. Monoprotein bedeutet lediglich, dass eine einzige Eiweißquelle enthalten ist. Hypoallergen heißt nicht allergiefrei, sondern allergenarm. Am Ende zählt, was der einzelne Hund verträgt.

Hat man eine Unverträglichkeit auf ein bestimmte Eiweiß-Art festgestellt, werden alternative Proteinquellen interessant.

Factbox:

Was sind hydrolysierte Proteine? Hydrolysierte Proteine sind Eiweiße, die in sehr kleine Bestandteile aufgespalten wurden. Das Immunsystem erkennt sie dadurch oft schlechter als möglichen Auslöser. Sie werden bei Verdacht auf Futtermittelallergien eingesetzt, meist im Rahmen einer tierärztlich begleiteten Ausschlussdiät.