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29. Jun 2021

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Lifestyle

Freiheiten „spielend“ zurückgewinnen

Journalist: Theo Hoffmann

Das Spiel im Freien zwingt zu mehr Bewegung, trainiert die Risikofähigkeit und Selbstsicherheit unserer Kinder und bereichert die Fantasie.

Auf dem Land groß zu werden hat viele Vorteile. Kinder können sich meist frei bewegen, ihre Umwelt erkunden und Erfahrungen im praktischen Umgang mit ihrer Umwelt sammeln. Da sich das Leben junger Familien aber über-wiegend in städtischen Metropolen abspielt, in denen kaum Parks oder gar Waldstücke und gewiss auch viel zu wenig Spielplätze Gelegenheit zum Aufenthalt im Freien bieten, bewegen sich Kinder draußen viel zu wenig. Aber nicht nur der immer enger werdende Raum, in denen Stadtkinder aufwachsen, auch der Einfluss der elektronischen Medien trägt zu dieser besorgniserregenden Entwicklung bei. Smartphones und Tablets besitzt in Grundschulen bereits die überwiegende Mehrheit der Kinder. Für Mädchen und Jungen stellen die virtuellen Spiele und die damit verbundene Reizüberflutung eine große Gefahr dar. Hinzu kommt, dass den Kindern in eng getakteten Tagesabläufen sowieso kaum mehr Zeit zum Spielen bleibt. Das hat negative Konsequenzen für ihre körperliche und psychosoziale Entwicklung.

Kinder brauchen Räume, die von Indoor-Spielplätzen nicht einfach ersetzt werden können. Räume, in denen sie sich frei be-wegen können. Hier dürfen sie zeitvergessen spielen, ihrer Fantasie Raum lassen und kreativ werden. Wer Kinder beim Spielen beobachtet, kann sich oft nur wundern, wie sie Abenteuer erleben, Geschichten und Lebenssituationen spontan erfinden und in der Kommunikation mit Mitspielern neuen Bedingungen anpassen. Oft reicht dafür nur eine Wiese, ein Baum oder ein Gebüsch zur Ausstattung eines von Kindern kreierten Fantasy-Umfelds aus. Von der WHO wird dringend mehr Bewegung für unsere Kinder gefordert. Ja, Fachleute unseres Landes meinen sogar, dass sich Kinder im Vorschulalter mindestens drei Stunden am Tag wenig bis sehr intensiv bewegen müssen. Im Schul-alter sind dann mindestens neunzig Minuten empfohlen. Aber welches Kind schafft das schon? Erst recht, wenn es in Ganztagsbetreuung ist, Musikunterricht hat oder zur Nachhilfe gehen muss.

Was sollen die Familien also tun? Zunächst einmal müssen Eltern auch im dicht besiedelten städtischen Umfeld Freiräume aus-wählen, die ihre Kinder selbständig und auf sicheren Wegen auch mal selbst besuchen können. Das sollte übrigens auch für etwaige Spielkameraden und ihre Erreichbarkeit gelten, denn der Impuls zum Gang nach draußen sollte nie davon abhängig gemacht werden, dass Mama oder Papa ihre Kinder per Familientaxi hin- und hergurken. Dar-über hinaus ist die Anschaffung des richtigen Spielzeugs und/oder die Vermittlung spannender Spielideen ein nicht zu unter-schätzender Faktor. Selbst Klassiker wie Brennball oder Federball können wieder-belebt werden, auch wenn hier manchmal ein erwachsener Schiedsrichter gute Dienste leisten könnte. Bücher geben Tipps für eine unendliche Vielfalt von Spielen im Freien. Warum sollte man als Eltern da nicht auch dieselben Quellen benutzen wie die Kindererzieherinnen und Kindererzieher? 

Viele Kinder sind so kreativ, dass sie sich selber Spiele ausdenken. Das darf man nie behindern, sondern tatkräftig fördern, auch wenn die Spielidee aus erwachsener Perspektive zuweilen abstrus erscheint. Man glaubt ja nicht, wie sich aus einem Knäuel an Regeln unter Kindern ein spannendes Spiel entwickelt, an dem alle Spaß haben. Bei alldem heißt es also nicht nur:„Raus ins Freie!“, sondern auch „Raus mit den Ideen!“

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!