Diesen Artikel teilen:

16. Mär 2021

|

Lifestyle

Frische Luft und tolle Landschaften genießen

Journalist: Kirsten Schwieger/Alicia Steinbrück

Deutschlands abwechslungsreiche Landschaften bieten so vielfältige Wanderrouten und -gebiete, dass hier garantiert jeder auf seine  Kosten kommt – unabhängig von Ausdauer, Schwierigkeitsgrad oder Equipment. Wir stellen ein paar der schönsten Wege vor.

94 Kilometer streifen Wanderer auf dem Harzer-Hexen-Stieg durch die mystische Bergwildnis des Nationalparks. Die Route führt vom niedersächsischen Osterode quer über das nördlichste deutsche Mittelgebirge bis zum Ort Thale in Sachsen-Anhalt. Es geht durch wilde Natur verschiedenster Landschaftstypen, vorbei an diversen Kulturdenkmälern und Sehenswürdigkeiten. Dichte Wälder, leuchtende Berg-wiesen, Teiche, Hochmoore, Steilwände, Bäche und Wasserfälle säumen den von der Walpurgisnacht inspirierten Wanderweg. Dazwischen Bergbaudenkmäler, Hexenschauplätze und malerische Erholungsorte. Die Hauptstrecke dieser Wanderroute mittleren Schwierigkeitsgrades verläuft über den Brocken. Wer den höchsten Berg des Mittelgebirges meiden will nimmt ab Torfhaus die Alternativroute über St. Andreasberg und Braunlage nach Königshütte (insgesamt 107 Kilometer). Um die vielen Eindrücke der Tour auf sich wirken zu lassen und kein Extremsport-Event daraus zu machen, bietet sich die Aufteilung auf vier Tagesetappen an. Die vom Harzer Tourismusverband und dem Harzklub initiierte Strecke zählt zu den 13 größten Fernwanderwegen Deutschlands.

Für die Wandertour auf Deutschlands ältestem Höhenweg, dem Rennsteig Thüringer Wald, bis zum nördlichen Frankenwald sollte schon mindestens eine Woche eingeplant werden. Die gut 170 Kilometer lange Strecke von Hörschel bis Blankenstein beeindrucken-de Naturerlebnisse und geschichtliche Schauplätze. Inmitten sattgrüner Misch- und Nadelwälder, blühender Bergwiesen und grasbewachsener Hügel stellen alte Markierungszeichen, historische Pässe und prächtige Jagdschlösser Zeugnisse deutscher Geschichte dar. Der Rennsteig zeichnet sich durch einen mittleren Schwierigkeitsgrad aus, allerdings gibt es auch Passagen mit steilen Anstiegen. Wer erst einmal einen Teil des Rennsteigs „Probewandern“ möchte, hat mehrere schöne Schnuppertouren zur Auswahl, beispielsweise von Hörschel nach Oberhof oder die Endetappe von Neuhaus bis Blankenstein.

Mit 660 Kilometern ist der Goldsteig der längste Qualitätswanderweg Deutschlands. Von Marktredwitz im Oberpfälzer Wald führt er auf zwei verschiedenen Routen durch den Bayerischen Wald bis nach Passau. Heute ist der Goldsteig in 21 beziehungsweise 23 Tagesetappen eingeteilt und führt durch spektakuläre Wald- und Flusslandschaften, vorbei an geschichtsträchtigen Burgen und Schlössern. Der Einstieg ist überall möglich, ebenso die Laufrichtung. Die klassische Variante mit Startpunkt Marktredwitz führt entlang des Burgenwegs durch den Steinwald, tief durch das Waldnaabtal bis Neunburg vorm Wald. Kurz nach Thanstein gabelt sich der Goldsteig in zwei Wegevarianten. Wer sich für die anspruchsvolle Nordroute entscheidet, den erwarten auf einer Länge von 274 Kilometern die Tausender Gipfel des Bayerischen Waldes entlang der böhmischen Grenze. Das Kerngebiet des Nationalparks Bayerischer Wald gilt dann auch als das Herzstück der nördlichen Kammvariante. Die Südvariante des Goldsteigs beeindruckt dagegen mit malerischen Höhenzügen des Vorderen Bayerischen Waldes, gespickt mit überwältigenden Fernsichten: An klaren Ta-gen kann man bis zur Zugspitze schau-en. Beide Routen sind prall gefüllt mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten sowie geschichtsträchtigen Festen und Festspielen.

29. Dez 2025

|

Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

|

Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!