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9. Jul 2025

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Lifestyle

„Für einen Hund muss man Zeit haben“

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Alex Stiebritz

Martin Rütter ist der bekannteste Hundeexperte im deutschsprachigen Raum. Dank seiner Arbeit können mehr Hunde in unserer Gesellschaft ein hundegerechtes Leben führen.

Ein Hund soll her. Doch es gibt Vorbehalte. Wie lässt sich der Vierbeiner in den Alltag integrieren? Wie klappt das Zusammenleben trotz Arbeit? Wir haben mit dem Hundeprofi darüber gesprochen, was es mit der Work-Life-Hunde-Balance auf sich hat.

Herr Rütter, wie lässt sich feststellen, ob der Hund gerade ins eigene Leben passt?

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Ich finde es wichtig, bevor man einen Hund in sein Leben holt, eine Art Checkliste zu erstellen: Welcher Hund passt zu mir und meinen Lebensumständen? Ein aktiver Mensch, der lange Wanderungen unternimmt oder täglich intensiv joggt, wird wohl kaum mit einem Bernhardiner oder Mops glücklich werden, da diese im ersten Fall wenig Lust auf so viel Aktivität haben und im zweiten Fall vom Körperbau her nicht für lange sportliche Aktivitäten geeignet sind. Genauso wird aber ein eher gemütlicher Mensch, der dreimal täglich eine Runde durch den Stadtpark dreht, kaum mit einem aktiven Jagd- oder Hütehund glücklich werden. In jeder guten Hundeschule kann man sich vor der Anschaffung dahingehend beraten belassen. Und was auch noch wichtig ist: Für einen Hund muss man Zeit haben. Und damit meine ich nicht nur die Zeit für die Pflege. Ein Hund ist kein Spielzeug, das man bei Bedarf rauskramt. Er ist ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, über die man sich gut informieren muss.

Was gibt es in Bezug auf die Rasse zu bedenken?

Natürlich hat jede Rasse ihre speziellen Merkmale, die man nicht außer Acht lassen sollte. Rassen, die seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden, sind zumeist leichter zu erziehen. Hierzu gehören Labrador, Golden Retriever oder Pudel. Am Ende muss man aber auch wissen, dass jeder Hund für sich eine eigene Persönlichkeit ist, mit individuellen Charaktereigenschaften und Bedürfnissen, Stärken und Schwächen.

Ich bin ein großer Fan davon, dass sich die Leute, bevor sie sich einen Hund anschaffen, ein Netzwerk aufbauen von Menschen, die bereit sind, ihren Hund für kürzere oder längere Zeit zu nehmen.

Was sind die besten Lösungen, um den Hund zeitweise woanders unterzubringen?

Ich bin ein großer Fan davon, dass sich die Leute, bevor sie sich einen Hund anschaffen, ein Netzwerk aufbauen von Menschen, die bereit sind, ihren Hund für kürzere oder längere Zeit zu nehmen. Wenn man seinen Hund in eine Einrichtung geben muss, dann sollte man immer eine Einrichtung suchen, die das mit Familienanschluss macht und nur wenige Hunde aufnimmt, wo vielleicht auch schon ein Hund dauerhaft lebt. Wichtig ist, dass man vorab mal hinfährt, sich ein Bild macht, ein Gefühl für die Menschen und Hunde dort bekommt und einen Probetag vereinbart.

Wie lange kann man einen Hund zuhause allein lassen?

Vier bis fünf Stunden sollten kein Problem sein, sofern der Hund vorher genügend Auslauf hatte und ausgelastet wurde. Auf jeden Fall sollte der Hund Zugang zu Wasser und seinem Lieblingsplatz bzw. Rückzugsort haben. Dort wird ihm das Warten auf Frauchen oder Herrchen leichter fallen. Damit sich der Hund ans Alleinsein gewöhnen kann, muss dies trainiert werden. Das erste Mal sollte der Hund nur ein paar Minuten allein sein. Die Zeit kann dann nach und nach verlängert werden.

Immer mehr Menschen nehmen ihren Hund mit zur Arbeit. Ist das für den Hund überhaupt gut?

Die meisten Hunde sind glücklich und zufrieden, wenn sie Herrchen oder Frauchen begleiten dürfen. Solange es ein kuscheliges Plätzchen in der Nähe ihres Menschen gibt, werden die meisten Hunde den Büroalltag im Großen und Ganzen schlafend verbringen. Der Hund sollte eine Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen, z. B. in einer Box oder in einer ruhigen Ecke. Natürlich sollte man vorab festlegen, welche Regeln eingehalten werden müssen, damit der Alltag möglichst stressfrei für alle ist. Eher ängstliche Hunde sollten bspw. nicht ungefragt von den Kollegen gestreichelt werden. Bei uns in der Firma ist es so, dass die Hunde nie allein quer durchs Büro rennen, und es gibt Räume, in die sie nicht reinkommen. Wichtig ist auch die Sozialverträglichkeit der Tiere untereinander und im Zusammenspiel mit Menschen. Wenn das nicht gegeben ist, geht’s einfach nicht. Denn auch der Mensch muss sich mit einem Hund im Büro wohl fühlen.

Ein Hund benötigt klare Regeln, nur so kann er Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen.

Was sind für Sie die Kardinalfehler in der Hundeerziehung?

Erstens, die extreme Vermenschlichung, denn diese schürt Erwartungen, die der Hund niemals erfüllen kann. Ein Hund kann nicht denken und handeln wie ein Mensch. Dazu kommt mangelnde Konsequenz – womit ich nicht Strenge oder Härte meine. Menschen stellen gern Regeln auf, gehen dann aber zu lax mit diesen um. Immer sonntags darf der Hund mit am Frühstückstisch sitzen und bekommt sein Leberwurstbrot, an den anderen Tagen aber nicht. Das kapiert kein Hund. Ein Hund benötigt klare Regeln, nur so kann er Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen. Und ein weiteres Problem ist die mangelnde Beschäftigung. Hunde brauchen körperliche und geistige Auslastung.

Und warum lohnt es sich, bei der Hundeerziehung Unterstützung bei einem Hundetrainer zu suchen?

Ob ein Hund in die Hundeschule sollte, entscheiden viele leider nur nach dem Ego-Prinzip: „Wie sehr nervt mich diese Symptomatik?“ Das macht mich wütend. Grundsätzlich finde ich, dass man als Hundehalter die Pflicht hat, den Hund gesellschaftstauglich zu machen. Wichtig ist aber auch, dass der Hund lernt: „Ich bin jetzt nicht dran.“ Frustrationstoleranz ist sowieso wichtig bei Hunden. Viele Menschen machen den Fehler, ihre Hunde permanent zu bespaßen. So ein Hund kann es nicht ertragen, wenn er mal Pause hat. Und außerdem finde ich es wichtig, dass sich ein Hund Menschen gegenüber nicht aggressiv verhält, dass er nicht losrennt und auf Leute losgeht. Die Hilfe eines Profis kann dabei sicherlich nicht schaden.

Mehr von und mit Martin Rütter

Jeckomio: „Kölsche Party“ am 30. August 2025 in Grefrath mit vielen Live-Acts (19 Uhr). Tickets: www.eventim.de oder www.reservix.de

„Das Geheimnis einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung“: Fachseminar mit Martin Rütter und Team. 11./12. April 2026 im CongressPark Wolfsburg. Tickets: www.eventim.de

Adoptieren statt Produzieren e. V.: Gemeinnütziger, im Jahr 2025 gegründeter Tierschutzverein von Martin Rütter. Ziel: Aufklärungsarbeit im nationalen und internationalen Tierschutz. Web: https://adoptieren-statt-produzieren.org, Instagram: https://www.instagram.com/adoptieren.statt.produzieren/

Fakten

Nach dem Abi studierte Martin Rütter (Jg. 1970) Sportpublizistik. Danach setzte sich sein Interesse an Hunden durch. 1995 gründete er seine erste Hundeschule. Heute gibt es mehr als 150 Hundeschulen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Mallorca, Südtirol und der Schweiz, in denen nach der Methode des Hundeprofis gearbeitet wird.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!