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16. Apr 2025

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Gesellschaft

Gaming – früher verpönt, heute angesehen?

Journalist: Luisa Riek

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Foto: JESHOOTS.COM/unsplash

Der Stereotyp des faulen, ungepflegten Gamers ist längst Vergangenheit. Stattdessen sind Gamer in der Arbeitswelt gefragter denn je. Doch woher kommt das?

Gaming ist bereits seit Jahren ein enorm großes Thema und bringt eine milliardenschwere Community an begeisterten Hobby- und Profi-Gamern mit sich. Doch frühere Vorurteile gegenüber Gamern greifen nicht mehr, stattdessen werden insbesondere begeisterte Gamer in der Arbeitswelt nachgefragt. Unternehmen haben erkannt, dass Gamer Fähigkeiten und Qualifikationen mitbringen, die in vielen beruflichen Kontexten von großer Bedeutung sind. Nicht nur durch die fortschreitende Digitalisierung und die Nutzung innovativer Technologien, sondern auch durch die interaktiven und komplexen Kompetenzen, die durch Gaming gefördert werden, sind Gamer plötzlich attraktive Mitarbeitende.

Anhand verschiedener beliebter Multiplayer und Online-Spiele erlernen Gamer nicht nur Belastbarkeit und Geduld, sondern auch Teamwork und die Fähigkeit, in Stresssituationen Ruhe zu bewahren. Um Ziele zu erreichen, müssen häufig gemeinsame Pläne geschmiedet, Ressourcen geteilt und schnelle Entscheidungen getroffen werden. Insbesondere bei der Koordination der Teammitglieder spielt auch die Fähigkeit zur guten Kommunikation eine wichtige Rolle. Diese Kompetenzen sind in vielen Berufsbereichen, wie z. B. in kreativen Teams oder dem Projektmanagement, aber auch der Softwareentwicklung, gefragt. Auch beim Krisenmanagement werden schnelle und eindeutige Entscheidungen, trotz dynamischer Entwicklungen oder unsicheren Informationen gefordert – genauso wie beim Gaming.

Anhand verschiedener beliebter Multiplayer und Online-Spiele erlernen Gamer nicht nur Belastbarkeit und Geduld, sondern auch Teamwork und die Fähigkeit, in Stresssituationen Ruhe zu bewahren.

Häufig erfordern Games das Lösen komplexer Probleme, das Entwickeln von Strategien und das schnelle Anpassen an neue Herausforderungen. Insbesondere in der Beratungsbranche sind diese Kompetenzen grundlegend. Gamer, die geübt im Umgang mit solchen Situationen sind, stellen im Vergleich zu Nicht-Gamern bessere Mitarbeitende dar. Die wahrscheinlich offensichtlichste Kompetenz der Gamer: Technische Kompetenz. Die meisten Gaming-affinen Personen finden sich in der digitalen Arbeitswelt, aufgrund ihres guten Verständnisses und geübten Umgangs mit digitalen Werkzeugen und Plattformen, leicht zurecht.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Gamer verfügen über eine bemerkenswerte Ausdauer. Videospieler müssen oft Rückschläge überwinden und aus Fehlern lernen. Um ein neues Level zu bestehen, müssen häufig mehrere Versuche gewagt werden, neue Lösungsansätze ausprobiert und Kampfgeist ebenso wie Geduld bewiesen werden. Auch Multitasking und Zeitmanagement sind für Gamer eine leichte Übung. Häufig müssen in Videospielen mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigt werden und es muss eine effiziente sowie sinnvolle Aufgabenverteilung innerhalb der Teammitglieder geben. Diese erfordern neben einer schnellen und zuverlässigen Durchführung auch eine konkrete Planung der einzelnen, erforderlichen Schritte beim Vorgehen.

Zusammenfassend lässt sich anmerken, dass Gamer über zahlreiche Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen, die sie auch im Arbeitsalltag glänzen lassen. Egal, ob im Umgang mit modernen Technologien, dynamischen und interdisziplinären Teams oder bei unvorhergesehenen Veränderungen – Gamer können ruhig bleiben und ihre Erfahrung einbringen. Auch für alle Nicht-Gamer lohnt es sich, nach diesen Erkenntnissen vielleicht doch mal das Gaming auszuprobieren und die eigenen Kompetenzen zu schärfen.

Zusammenfassend lässt sich anmerken, dass Gamer über zahlreiche Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen, die sie auch im Arbeitsalltag glänzen lassen.

Factbox

Auch Unternehmen versuchen anhand von Gamification gezielt Mitarbeitende anzulocken und die Effektivität sowie die Mitarbeitendenmotivation zu steigern. Gamification ist ein modernes Tool und nutzt grundlegende menschliche Bedürfnisse wie Belohnung, Anerkennung und Wettbewerb, um die Motivation und die Leistung zu fördern.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“