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21. Nov 2020

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Lifestyle

Geben statt Nehmen kann so wenig kosten

Journalist: Armin Fuhrer

Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens, doch längst ist es auch zur Konsumschlacht verkommen. Das Pandemiejahr bietet die Chance, das zu ändern.

Nun ist es also fast wieder so weit – die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Haben wir uns nicht gerade noch im Badesee getummelt, Eis geschleckt und laue Sommernächte genossen? Richtig – doch ehe wir uns versehen, ist es fast schon wieder an der Zeit, das erste Türchen am Adventskalender zu öffnen. So ganz überraschend allerdings kommt die Zimt- und Glühwein-Zeit dann doch nicht, denn alle Jahre wieder treffen wir schon im August auf ihre Vorboten. Spekulatius, Lebkuchen und Schokokugeln – kein Supermarkt, der nicht im Hochsommer, wenn die Sonne unerbittlich bei 30 Grad vom Himmel knallt, Sonderverkaufsflächen aufstellt, um die Vor- und damit vor allem die Kauffreude so früh wie möglich zu wecken. Und lange vor dem Beginn der Weihnachtszeit locken die Geschäfte mit kunstschneeverzierten Christbäumen und blinkenden Lichterketten die Kundschaft an. Süßer die Kassen nie klingeln als zur Weihnachtszeit.

Machen wir uns nichts vor: Weihnachten, eigentlich das Fest der Liebe und der Besinnlichkeit, ist längst auch zu einer Konsumschlacht geworden. Statt die Vorweihnachtszeit besinnlich mit den Liebsten und Freunden zu verbringen, werfen sich viele von uns besinnungslos ins Kaufgetümmel und lassen sich anstecken von der vorweihnachtlichen Hektik. Doch das muss gar nicht sein – denn Weihnachten ist das, was man selbst draus macht.

Gerade das Pandemiejahr 2020 könnte Anlass geben, Weihnachten mal anders zu feiern als sonst. Gewissermaßen mit angezogener Handbremse am Weihnachtsschlitten. Denn statt die Geschenke unterm Christbaum zu stapeln, könnte man sich auf das konzentrieren, worum es doch bei diesem Fest eigentlich gehen sollte: Besinnlichkeit und Innehalten, gemeinsame Zeit mit der Familie und Freunden, Ruhe und Entspannung vom Alltagsstress, der uns das ganze restliche Jahr verfolgt. Schließlich reden wir ja nicht umsonst von der „stillen Nacht“. 

Mussten wir nicht fast das ganze Jahr auf so vieles verzichten, was das Leben sonst ausmacht? Gemeinsame Zeit mit Freunden verbringen zum Beispiel? Klar, auch an Weihnachten wird uns das Corona- Virus (noch) nicht in Ruhe lassen. Große Familienfeiern müssen möglicherweise ausfallen. Kein Grund, sich zu grämen: Auch im kleinen Kreise lässt sich Weih-nachten feiern. Und schließlich ist gegen eine kleine Zoom-Party mit der Oma oder den besten Freunden am ersten Weihnachtstag ja nichts einzuwenden.Und hat uns in den vergangenen Monaten nicht gerade das virus-bedingte Abstandhalten irgendwie auch näher zueinander gebracht? Sind wir nicht für unseren Nachbarn, der in Quarantäne war, ein-kaufen gegangen? Haben wir nicht unser Lieblingsrestaurant unterstützt, indem wir uns unser Essen nach Hause liefern ließen – auch, um mitzuhelfen, dass das Restaurant nicht schließen muss? Da-von kann man einiges mitnehmen in die Weihnachtstage. Mal der alten gebrechlichen Nachbarin ein paar selbstgebackene Kekse vorbeibringen, einen Freund, von dem man lange nicht mehr gehört hat, anrufen, eine Futterspende beim Tier-heim abgeben oder dem Obdachlosen, an dem wir das ganze Jahr achtlos vorbeigehen, ausgediente Klamotten schenken oder ein kleines Weihnachtspäckchen hinlegen – es gibt so viele Möglichkeiten etwas zu tun, das anderen hilft oder eine Freude bereitet. Auch Zeit-Versprechen können wunderbare Geschenke sein – die Oma freut sich, im kommenden Jahr häufiger Besuch vom Enkel zu bekommen, der Sohn freut sich, wenn der Vater mit ihm an den Wochenenden mehr zusammen macht. Geben statt Nehmen kann so wenig kosten.

Viel wird das ganze Jahr über die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit geredet. An Weihnachten aber scheint das für viele Menschen plötzlich keine Bedeutung mehr zu haben. Doch gerade die Weihnachtszeit ist aus ökologischer Sicht eine Katastrophe, und viele Deutsche machen sich das überhaupt nicht bewusst. Ein Blick auf das, was heute so alles auf dem Gabentisch landet, macht das aber schnelldeutlich: Smartphones, Spielekonsolen, Textilien und vieles mehr. Was für die Wirtschaft gut ist, ist für Umwelt und Klima ein Desaster. Denn für jedes neue Smartphone wird ein altes weggeworfen, jede neue Playstation ist irgend umweltschädlicher Elektroschrott und jede Hose wird ebenfalls eines Tages entsorgt. Im Hinterkopf sollte man auch stets haben, unter welch schlimmen Bedingungen diese Produkte oft hergestellt wurden – aber ausgerechnet zur Weihnachtszeit, der Zeit, in der Nächstenliebe groß-geschrieben werden sollte, wird dieser Umstand schnell mal vergessen. Wer etwas Gutes tun will, kann auch fair hergestellte Modeartikel kaufen. Apropos Umwelt und Klima: Jedes Jahr steigt in der Weihnachtszeit der Müllberg, den die Deutschen produzieren, wegen all der Verpackungen um bis zu 30 Prozent.

Familien können sich auch verabreden, das Geld für Geschenke zusammenzulegen und einer Hilfs-Organisation zu spenden oder ein Jahr lang ein Patenkind in Afrika zu unterstützen. Allein das Wissen um das Glück und die Hilfe, die man anderen, die sie dringend benötigen, verschafft und leistet, kann für ein erfülltes Weihnachten sorgen. Und wenn man sich dann zu Silvester an die guten Vorsätze für das neue Jahr macht, liegt doch der Gedanke nahe, dass sich nicht nur die Weihnachtszeit anbietet, um mehr an andere und an die Umwelt zu denken. In diesem Sinne sollte Weihnachten das ganze Jahr sein – gerne auch ohne Lebkuchen und Schokokugeln im Hochsommer.

11. Jun 2026

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Lifestyle

Neues Leben für Schuhe

Die wichtigste Verbindung zwischen Sportler und Untergrund ist der Schuh. Doch was, wenn das geliebte Paar an Grip verliert oder undicht wird, das Obermaterial aber noch top in Schuss ist? Statt neue und oft erst einmal unbequeme Schuhe zu kaufen, setzen Athleten mit der Neubesohlung auf eine nachhaltige Alternative. Für sie ist die reparierte Ausrüstung keine Notlösung, sondern die bewusste Entscheidung, die Lebensdauer ihrer hochwertigen Sport- und Outdoorschuhe zu verlängern. Wer sich für eine fachmännische Neubesohlung entscheidet, tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern investiert auch in den eigenen Komfort. Oft müssen neue Schuhe erst eingelaufen werden. Blasen und Druckstellen sind der Preis in der Eingewöhnungszeit. Beim Neubesohlen von Schuhen behält man das perfekt an den Fuß angepasste Obermaterial. Der Schuh sitzt sofort und hat dank der neuen Sohle wieder den Grip eines brandneuen. Die Entscheidung, die Lebensdauer der eigenen Schuhe zu verlängern, hat auch eine wirtschaftliche Komponente. Oft kostet eine professionelle Neubesohlung durch den Hersteller oder einen Schuster nur einen Bruchteil des Neupreises. Gerade bei Premium-Schuhen rechnet sich die Investition. Wo es auf die Performance ankommt, kann die Neubesohlung ein Upgrade sein. Je nachdem, für welche Gummimischung man sich bei der Neubesohlung entscheidet, bekommt ein in die Jahre gekommener Schuh mit einer modernen Sohle mehr Grip als er im Originalzustand hatte. Und auch modisch kann man Akzente setzen und sich für eine neue Sohle in Trendfarbe entscheiden. >Oft müssen neue Schuhe erst eingelaufen werden. Blasen und Druckstellen sind der Preis in der Eingewöhnungszeit. Die Herstellung von Schuhen gilt als äußerst energie- und ressourcenintensiv. Kunststoffe, Klebstoffe und viele andere Materialien haben einen großen ökologischen Fußabdruck. Dieser wird kleiner, wenn man bei Verschleiß nur die Sohle austauscht und den Rest des Schuhs weiterverwendet. Das spart wertvolle Ressourcen und vermeidet unnötigen Abfall. Ob ein Schuh sich zur Neubesohlung eignet, sollte man schon vor dem Kauf in Erfahrung bringen. Wenn die Sohle mit dem Rest des Schuhs untrennbar verbunden ist, stößt das Reparatur-Handwerk an seine Grenzen. Andere Schuhe, darunter auch viele Wanderstiefel und Kletterschuhe, ermöglichen den problemlosen Austausch der Sohle. Ein Indikator für Laien ist, ob der Hersteller selbst einen Reparaturservice anbietet. Dort können originale Leisten verwendet werden, sodass die Passform exakt erhalten bleibt. In vielen Fällen ist auch der örtliche Schuster eine gute Wahl, um Schuhen mit abgetragenen Sohlen ein zweites Leben zu bescheren. So bleibt verlässliches Schuhwerk im Einsatz. Nichts ist verlässlicher als ein Schuh, der sich über Jahre hinweg bewährt hat und durch eine frische Sohle die Performance zurückbekommt, die im Alltag oder für das nächste Abenteuer gebraucht wird. >Andere Schuhe, darunter auch viele Wanderstiefel und Kletterschuhe, ermöglichen den problemlosen Austausch der Sohle.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.