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30. Jul 2020

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Gesellschaft

Häuser für unabhängige Selbstbestimmer

Journalist: Aileen Reese

Die schnelle technische Entwicklung verändert unser Leben nachhaltig. Jetzt heißt es, diese klug zu nutzen und alle Möglichkeiten der regenerativen Energieerzeugung auch im eigenen Zuhause auszuschöpfen.

Neben Energieeffizienz- oder Passivhäuser, gibt es auch schon die nächste Stufe beim Bauen und Wohnen: Zukunfts-weisende Plusenergie-Häuser. Sie verbrauchen weniger Energie als sie selbst erzeugen und schonen nicht nur den Geldbeutel der Bewohner sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zur CO2-Reduktion.

Plusenergie-Häuser versorgen sich selbst mit Solarenergie, welche mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach regenerativ erzeugt wird. Da diese Häuser über eine perfekt gedämmte Gebäudehülle verfügen, benötigen sie nur noch sehr wenig Energie. Die erzeugte Energiemenge reicht nicht nur für Heizung und Warmwasser sondern auch für Beleuchtung und Haushaltsgeräte. Es bleibt sogar noch genug Energie für das Elektroauto an der hauseigenen Tankstelle übrig, alternativ kann der Überschuss in das Stromnetz eingespeist werden.

Wer zudem noch auf nachhaltige Baustoffe setzt, leistet zusätzlich noch einen wertvollen Beitrag zur CO2 Reduktion. Holz zum Beispiel hat eine große ökologische Bedeutung: Dieser Baustoff wächst fast unbegrenzt nach und verwandelt dabei nicht nur CO2 in Sauerstoff, sondern bindet das für die Atmosphäre schädliche CO2 in hohem Maße.

Für Hausbauer, die unabhängig und nachhaltig sein wollen, ist die Verknüpfung von energieeffizienter und nachhaltiger Bauweise die perfekte Kombination.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.