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7. Jul 2026

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Lifestyle

Haustiere sind keine Zielscheiben – Ein Beitrag von MMag.a Dr.in Madeleine Petrovic Präsidentin Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein

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Foto: Pressefoto

Hunde und Katzen bereichern unser Leben auf vielfältige Weise. Sie begleiten uns durch den Alltag, geben Struktur, bringen Ruhe in stressige Momente und sorgen oft ganz selbstverständlich dafür, dass wir uns wohler, ausgeglichener und verbundener fühlen. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist dabei längst mehr als reine Haltung – sie ist Fürsorge, Verantwortung und emotionale Nähe zugleich. Ob es um gemeinsame Routinen, Gesundheit, Ernährung oder einfach das tägliche Miteinander geht: Haustiere sind fest in unserem Leben verankert und prägen es auf eine sehr persönliche Weise.

Gerade diese enge Verbindung macht sie für viele Menschen zu vollwertigen Familienmitgliedern. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten weiter verstärkt – und mit ihr auch das Bewusstsein dafür, dass diese Beziehung Schutz verdient. Umso größer ist die Betroffenheit, wenn Menschen erfahren, dass Hunde und Katzen in Österreich bis heute legal erschossen werden dürfen – und zwar auf rund 98 Prozent der Staatsfläche. Das betrifft nicht nur abgelegene Waldgebiete, sondern auch Felder oder Wege nahe von Siedlungen. Mehr als 24.000 Menschen haben deshalb bereits unsere Petition „Haustierabschüsse stoppen – JETZT!“ unterstützt. Die große Resonanz zeigt, wie sehr dieses Thema die Menschen bewegt.

Die geltenden Regelungen stammen teilweise aus einer Zeit vor mehr als 300 Jahren und werden dem heutigen gesellschaftlichen Verständnis von Haustieren nicht mehr gerecht. Gleichzeitig unterscheiden sie sich je nach Bundesland erheblich. Während Hunde in manchen Ländern bereits erschossen werden können, wenn sie sich ihrem Menschen nur kurz entziehen, dürfen Hunde und Katzen in Tirol oder Oberösterreich sogar nach dem Fang in einer Lebendfalle getötet werden. Katzen können mancherorts bereits wenige hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt erschossen werden.

Zur Rechtfertigung wird häufig der Schutz von Wildtieren angeführt. Tatsächlich geht es rechtlich meist um den sogenannten Jagdschutz – also darum, Wildtiere für die Jagd zu erhalten. Gleichzeitig werden Familienhunde und Hauskatzen schlechter gestellt als Jagdhunde, die ausdrücklich von diesen Regelungen ausgenommen sind. Diese Ungleichbehandlung ist rechtlich nicht erklärbar.

Besonders betroffen sind Katzen, auch weil viele von ihnen frei unterwegs sind. Gleichzeitig fehlt in mehreren Bundesländern jede Transparenz, weil Haustierabschüsse nicht einmal gemeldet werden müssen. Viele Tierhalter erfahren daher nie, was mit ihrem Tier geschehen ist. Eine Aktivistin dokumentierte allein im Burgenland innerhalb von 16 Monaten mehr als 560 verschwundene Katzen.

Auch ein aktuelles Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass Haustierabschüsse verfassungsrechtlich problematisch und unverhältnismäßig sind. Sie widersprechen dem Staatsziel Tierschutz und dem gesellschaftlichen Verständnis von Tieren als Familienmitgliedern. Wir fordern daher ein klares Verbot von Haustierabschüssen in allen Landesjagdgesetzen sowie strengere Sicherheitsregeln im Umgang mit Waffen und psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer. Länder wie Dänemark haben Haustierabschüsse längst verboten. Österreich sollte diesem Beispiel folgen.