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24. Dez 2021

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Gesundheit

Hilfreiche Reha nach Krebserkrankung

Journalist: Katja Deutsch

Immer mehr Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung nach Krebserkrankungen erfreulicherweise gestiegen, denn viele Tumore lassen sich gut behandeln. Sowie die Primärbehandlung, also Operation und/oder Bestrahlung abgeschlossen ist, haben Patienten und Patientinnen ein Anrecht auf eine erste onkologische Rehabilitationsmaßnahme.

Dies ist eine sinnvolle Maßnahme, um wieder zurück ins Leben und gegebenenfalls den Beruf zu finden. Doch nicht nur Berufstätige, auch Rentner können einen Antrag auf eine onkologische Reha stellen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Rehabilitation bei onkologischen Erkrankungen so positiv und vorteilhaft ist, dass wir von der Deutschen Rentenversicherung auch Rentnern zur Teilnahme an einer solchen Reha-Maßnahme raten“, sagt Dr. med. Markus Jaster. Normalerweise dauert diese drei Wochen, nur bei Tumoren des Nervensystems werden vier Wochen angesetzt. Auch Arbeitslose und Hausfrauen sind prinzipiell zur Teilnahme an einer onkologischen Reha berechtigt. Obwohl die ganz überwiegende Zahl (90 Prozent) der bei dem DRV-Bund eingereichten Erstanträge auf onkologische Rehabilitation bewilligt werden, nehmen immer noch viel zu wenige PatienInnen das Angebot in Anspruch.

 „Dabei hilft eine solche Reha gerade durch die psycho-edukative Intervention ungemein“, sagt Dr. Jaster. „Denn die nach Krebserkrankungen häufigen psychischen Belastungen sind oftmals mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden: Viele leiden an Angst und Depressionen und haben aufgrund der Folgen von OP, Bestrahlung und Chemotherapie Schwierigkeiten, ihr Selbstbild mit den, durch die Krebserkrankung verursachten, körperlichen Veränderungen in Einklang zu bringen.“ Hier bietet die onkologische Reha sehr gute Angebote, die körperliche und seelische Hilfen verbinden. Dieses multimodale Behandlungsangebot besteht aus psychologischen Gesprächen, Gruppentherapien und parallel aus individuellen, arbeitsplatzbezogenen Maßnahmen und Physiotherapie. Zusätzlich lernen die Betroffenen, selbst aktiv zu werden, wie z. B. beim Üben von Entspannung und Umstellen der Ernährung.

Das Ziel einer onkologischen Reha ist es, die Folgen der Erkrankung zu lindern und damit bleibenden Behinderungen vorzubeugen. Dazu müssen Betroffene jedoch Reha-fähig sein. Dr. Jaster: „Als Patient sollte man in der Lage sein, trotz der Erkrankung, aktiv an der Rehabilitation teilnehmen zu können.“

Wichtig: Der Antrag muss von den Betroffenen selbst gestellt werden – und das kann bereits in der Klinik durch den Sozialdienst unterstützt werden. Die Kosten können von der gesetzlichen Rentenversicherung, privaten Krankenversicherungen, der gesetzlichen Krankenversicherung, bei berufsbedingten Tumoren von der gesetzlichen Unfallversicherung oder – bei Beamten, Soldaten und anderen beihilfeberechtigten Berufsgruppen – von Bund und Ländern übernommen werden.

Berufstätige bleiben während der Rehabilitationsmaßnahme in der Regel weiter krankgeschrieben. Wer alleine lebt oder alleinerziehend ist, sollte nach weiteren Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung fragen. Die gesetzliche Rentenversicherung

zahlt beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen ein „Übergangsgeld“ anstelle von Krankengeld.

Weitere Informationen unter www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/rehabilitation-nach-krebs.php und www.deutsche-rentenversicherung.de

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.