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28. Apr 2026

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Lifestyle

Im Alter digital vorne zu sein hebt das Selbstbild

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Pexels

Während der Pandemie haben viele Senioren ihre digitalen Kenntnisse massiv verbessert. Trotzdem fehlt vielen ein barrierefreier Zugang zu digitalen Kommunikationsmöglichkeiten.

Ab wann man als Senior eingestuft wird, ist höchst unterschiedlich. Die für Marketingzwecke relevante Zielgruppe endet bereits bei 49 Jahren, alles darüber gilt in der Marktforschung als alt. Woher diese Altersgrenze stammt, ist niemandem mehr so wirklich klar, aber sie existiert nach wie vor.

Im echten Leben sind heute sehr viele Menschen mit 49, 59 oder 69 Jahren nicht „alt“, sondern optisch und gefühlt zehn bis 20 Jahre jünger als sie es vor 30 Jahren waren. Dabei verändert die Digitalisierung auch die Art und Weise, wie ältere Menschen kommunizieren, wie sie sich informieren, wie sie einkaufen, wie sie gegebenenfalls arbeiten, wie sie unterwegs sind und reisen. Der Digitalverband Bitkom hat in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass sich im Coronajahr die Anzahl der RentnerInnen, die online-Banking nutzen, fast verdoppelt hat: schon 6,5 Millionen Senioren nutzen diese Funktion in Deutschland.

Allerdings kann man hinsichtlich der Senioren keineswegs von einer homogenen Gruppe sprechen. Der 2020 erschienene achte Altersbericht der Bundesregierung weist auf die zunehmende Ausdifferenzierung von Lebensläufen und Lebenslagen hin, die sich mit steigendem Lebensalter immer mehr unterscheiden.

Gerade in Bezug auf die digitale Teilhabe variieren Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen, Beruf, kulturelle Prägung und soziale Herkunft einer Person genauso stark wie das Alter. Die Kernaussage des achten Altersberichts, der am 12. August 2020 von der damaligen Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in Berlin vorgestellt wurde, lautet, dass digitale Technologien Ältere dabei unterstützen können, im Alter selbstbestimmt zu leben. Ein Teil der Senioren jedoch wird dabei aus unterschiedlichen Gründen abgehängt, oftmals, weil es schlicht an digitaler Infrastruktur fehlt. Existieren in der Region und im Wohnhaus kein flächendeckendes WLAN, kann man nicht ins Internet, nicht über WhatsApp oder andere Dienste kommunizieren, keinen Volkshochschulkurs online belegen, keiner Online-Sportgruppe beitreten, keine Nachrichten online lesen oder hören, keine Bankgeschäfte tätigen, kein Onlineshopping vornehmen. Die Bundesregierung hat deshalb viel in die Wege geleitet, um endlich flächendeckendes WLAN zu ermöglichen.

Der zweithäufigste Grund liegt in mangelndem Wissen über die für viele weniger gebildete Senioren immer noch „neue“ Technologie. Vier von sechs Menschen im Rentenalter benötigen Hilfe im Umgang mit Computer, Tablet und Smartphone. Wer keine Kinder oder Verwandte hat, die beim Installieren helfen, kuckt nicht in die Röhre, sondern auf einen schwarzen Bildschirm, wer einen geringen Bildungsstand und ein geringes Einkommen hatte und hat, ist viel weniger online unterwegs als Menschen mit hohem Bildungsstand und Geld.

Zwar haben durch die Pandemie immer mehr „junge“ alte Menschen zuhause Zugang zu Internet mit all seinen Vorteilen bekommen, gleichwohl zeichnen sich bei den „älteren“ alten Menschen Probleme mit der Nutzung ab: Europaweit hat jeder zehnte Einwohner über 75 Jahren schwere Sehbehinderungen und fast jeder fünfte hört kaum noch etwas. Auch Probleme mit der Nutzung von Touchscreens aufgrund trockener und faltiger Fingerkuppen spielen bei der Nutzung digitaler Medien eine Rolle.

Bei Menschen in Pflegeeinrichtungen, den „alten“ Alten, sind die Vorteile digitaler Kommunikation dagegen bisher kaum angekommen. Noch immer ist dort frei zugängliches WLAN in den wenigsten Fällen verfügbar, wenn überhaupt, dann gibt es Internetzugang nur in Gemeinschaftseinrichtungen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO fordert deshalb, dass digitale Technologien gut handhabbar, möglichst selbsterklärend und sicher sein müssen und zudem für alle verfügbar und bezahlbar. Jedes Alten- und Pflegeheim sollte nicht nur zeitnah mit WLAN ausgestattet werden, sondern auch mit den notwendigen Tablets und Smartphones. Um auch technikfernen Menschen die digitale Kommunikation zu erleichtern, sollten alle Geräte mit einer einheitlichen, selbsterklärenden Software ausgestattet werden, zudem sollte Hilfe beim Umgang ermöglicht werden.

Tablets sind leichter, komfortabler und einfacher zu transportieren als feststehende Rechner und eignen sich deshalb meist besser für Senioren, sie sind auch aufgrund ihrer Größe leichter zu bedienen als ein Smartphone. Das Tablet sollte natürlich internetfähig sein und mit einem SIM-Kartenslot ausgestattet sein, um zum Telefonieren benutzt werden zu können. Deshalb benötigt es auch eine Front- und Rückkamera. Das Betriebssystem spielt dagegen keine Rolle.

Bei der Anschaffung sollte man auf ein mindestens 15 Zoll großes Display achten, so dass das Lesen von Texten auch bei groß eingestellter Schrift möglich ist. Sehr wichtig ist eine einfache Bedienungsoberfläche. Die wenigsten Senioren brauchen und nutzen unzählige verschiedene Apps, viele möchten lieber gute Kontraste und mehr Helligkeit einstellen können. Hilfreicher als möglichst viel Speicherplatz sind eine hohe Auflösung und beleuchtete Tasten mit deutlichem Druckpunkt, zu empfehlen sind weiterhin ein gutes Mikrofon sowie integrierte Lautsprecher mit klarem Sound, die bei höherer Lautstärke nicht zu brummen anfangen. Um nicht über Kabel zu stolpern, ist eine lange Akulaufzeit ebenfalls ein Kriterium.

Egal, ob die Kinder, Enkel und Freunde weit weg leben oder einfach nicht so oft zu Besuch kommen können – Zugang zu Internet und digitalen Kommunikationsmöglichkeiten heben erwiesenermaßen Selbstwertgefühl und Zufriedenheit im Alter, ganz gleich, ob mit 70, 80 oder 90 Jahren. 

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.