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13. Jun 2019

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Business

Investitionen in Nachhaltigkeit

Journalist: Jörg Wernien

Interview mit Marc Borowy, 20-jähriger Multipreneuer, Gründer und Geschäftsführer

Welche Möglichkeiten gibt es, nachhaltig zu investieren?

Zum einen natürlich Aktien, Aktienfonds und ETFs mit den Vorteilen des unkomplizierten, meist digitalen Erwerbs und der jederzeitigen Möglichkeit der Veräußerung. Leider aber auch mit dem großen Nachteil der Intransparenz von Management und Geldflüssen, der Spekulation des Kapitalmarkts, oft komplexen und vielseitigen Geschäftsmodellen und dem Fakt, dass die Nachhaltigkeit im Detail für den Anleger selten nachprüfbar ist. Zum anderen Genossenschaftsanteile und geschlossene Fondinvestments.

Der Vorteil: Vom Kapitalmarkt unabhängiger – ein Direktinvestment.

Nachteil: meist schwieriger Zugang, gewaltige Mindestinvestmentsummen und nicht selten hohe Gebühren, was natürlich auf die Rendite geht.

Crowdinvesting ist dabei eine sehr spannende Mischung und verkörpert viele Vorteile der verschiedenen Kapitalmarktinstrumente: Niedrige Mindestinvestmentsummen, keine Gebühren, eine fixe Rendite und zusammen mit einer sehr hohen Transparenz die Möglichkeit, selbst genau auszuwählen, in welche Projekte man sein Geld investieren und diversifizieren möchte.  

Ab 100 Euro bin ich bei Ihnen dabei – welche Risiken und welche Möglichkeiten sind gegeben?

Zunächst einmal zu den Möglichkeiten, die Sie bei uns haben: Der durchschnittliche Investor investiert circa 3.000 €. Nach oben ist er oder sie auf 10.000 € limitiert. Für den Anleger werden keinerlei Gebühren auf das Investment erhoben.

Nun zu den Risiken, ein sehr wichtiger Punkt: Die Risiken unterscheiden sich bei jedem einzelnen Projekt. Sie finden die vollständigen Informationen in dem mit jeweils mit der BaFin abgestimmten Vermögensanlagen-Informationsblatt. Dieses sollte sich jeder Investor und jede Investorin sehr gründlich durchlesen, bevor er oder sie eine Entscheidung über eine Investition fällt. Wir sind an dieser Stelle nicht beratend tätig. Der Investor stellt damit sein eigenes Portfolio Stück für Stück selbständig zusammen und diversifiziert so die Risiken.

Werden Ihre Produkte durch die Bafin geprüft?

Die Bafin legt für uns die Spielregeln fest und prüft als Finanzdienstleistungsaufsicht die Plattform und das Vermögensanlagen-Informationsblatt auf formale Korrektheit. Die Bafin kann dabei keine Prognose über Renditen oder Risiken einzelner Projekte vornehmen.

Wir arbeiten stetig professionell mit der Bafin zusammen, um jederzeit allen Regulären zu entsprechen.

Sie nutzen die Blockchaintechnologie – ist das schon für eine praktische Anwendung ausgereift? 

Selbstverständlich. Wir nutzen die Blockchaintechnologie als digitales Logbuch, um unmissverständlich klar zu machen, welche Person welche Ansprüche an einem Investment hält (beispielsweise ein Zins- und Tilgungsversprechen). Dabei können keine Personen oder Unternehmen (auch nicht wir) eine Manipulation dieser Daten durchführen.

Zusammen mit einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche erhält der Anleger ein sicheres und einfaches Werkzeug, um die Inhaberschaft seiner Investments und Ansprüche zu belegen und später möglicherweise auch sicher handeln zu können – ohne Gebühren.

Sie sind mit 20 Jahren noch sehr jung – keine Angst vor dem Scheitern? 

Ganz im Gegenteil. Ich möchte alle interessierten Gründern und Gründerinnen motivieren, ihre Ideen und Visionen umzusetzen. Scheitern ist sicher etwas, dass auf dem Weg zum Ziel dazu gehört. Was wäre der Erfolg ohne das Scheitern? Ich denke, ich fange gerade erst an. 

Tipps für andere Gründer via Youtube – was können andere von Ihnen lernen?

Zwei Sachen: Den riesigen Unterschied zwischen Konzeption und Umsetzung. Nicht zu lange planen, denn am Ende kommt eh alles anders als gedacht. Nicht zu lange grübeln und das Produkt bauen, sondern früh raus in die Welt gehen und aktiv vermarkten. Dann echtes Feedback sammeln und damit das Produkt Stück für Stück optimieren.

Nummer Zwei ist der Fokus auf die Wertschöpfungskette. Was ist die minimalste Version meines Produkts? Braucht der Kunde dieses Feature wirklich? Kritisch bleiben. Nur so behält man Fokus und kann ein organisch wachsendes und frühzeitig profitables Produkt bauen.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.