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22. Dez 2022

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Gesellschaft

Kleine Materialkunde

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: AMK

Ob Holz, Naturstein, Quarzkomposit oder Edelstahl: Bei Arbeitsplatten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Von Arbeitsplatten wird einiges erwartet: Sie sollen gefallen, ausreichend Arbeits- und Abstellfläche zur Verfügung stellen, pflegeleicht sein und mit hygienischen Eigenschaften punkten. „Auf einer Küchenarbeitsplatte passiert ganz schön viel. Deshalb muss sie auch robust sein und etwas aushalten, damit ihr hohe Temperaturen, Flüssigkeiten, Öle, Fette, Säuren, Schläge und gelegentliche Ausrutscher mit Schneidwerkzeugen kaum etwas anhaben können“, weiß Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Küche“ (AMK). „Zudem ist die Arbeitsplatte eine auffällige und blickfangende Komponente, deren architektonische Aufgabe darin besteht, die einzelnen Möbelelemente und Arbeitsbereiche harmonisch oder auch in einem spannenden Kontrast miteinander zu verbinden.“

Angesichts der vielen verschiedenen Möglichkeiten, Materialien und Designs fällt die Entscheidung für eine passende Arbeitsplatte mitunter schwer. Eine erste Entscheidungshilfe könnten spezielle Material- und Gebrauchseigenschaften sein. Eine weitere, ob es ein natürlich gewachsener Rohstoff wie Massivholz oder Naturstein sein soll. Oder vielleicht gibt man doch eher einer Arbeitsplatte aus Hightech-Materialien den Vorzug? Hier eine Übersicht über die gängigsten Materialien:

Holz: Wer sich gerne mit einem langlebigen Unikat aus der Natur umgeben möchte, für den bieten sich Arbeitsplatten aus Holz an. Ob Eiche oder Nussbaum: Neben der warmen Anmutung des nachwachsenden Rohstoffs punkten Arbeitsplatten aus Holz mit einer besonderen Haptik und Maserung – von dezenten bis zu markanten Rissen und Astlöchern.

Laminat: Der Klassiker sind Küchenarbeitsplatten aus Laminat. Diese sind in zahlreichen Optiken, Glanzgraden und Texturen erhältlich. Dem Wunsch nach Hygiene entsprechen Laminat-Oberflächen mit antibakteriellen Eigenschaften. Im Trend sind auch sogenannte 2-in-1-Arbeitsplatten: In die Schichtstoffplatte kann beispielsweise eine separate Vorbereitungsfläche aus einem anderen Werkstoff (Granit oder Keramik) millimetergenau integriert werden.

Naturstein: Ein luxuriöser Blickfang in jeder Küche sind Arbeitsflächen aus Granit, Marmor oder Schiefer. Die im Laufe von Jahrmillionen gewachsenen Steine faszinieren mit ihren Farb- und Strukturverläufen, zudem sind sie äußerst widerstandsfähig. Mit einer tiefimprägnierten Oberfläche versehen werden sie wasserbeständig.

Quarzstein: Eine interessante Alternative sind Arbeitsplatten aus Silestone. Diese bestehen aus einer Mischung aus Naturmaterialien, Pigmenten und Polyesterharz. Das Ergebnis sind attraktive ebenmäßige Oberflächen in verschiedenen Materialstärken und großer Vielfalt, die langlebig, robust, lichtbeständig und unempfindlich sind. Dank der HybriQ-Technologie enthalten Silestone-Platten mindestens 20 Prozent recycelte Materialien.

Edelstahl: Sie wollen in Ihrer Küche wie ein Profi arbeiten? Dann sind Arbeitsflächen aus Edelstahl eine gute Wahl. Der Werkstoff ist robust, rostfrei, hygienisch, reinigungsfreundlich sowie hitze- und kältebeständig. Edelstahl-Arbeitsplatten gibt es seidenmatt, gebürstet oder auch mit einer farblosen Beschichtung.

Glas: Als transparenter, glänzender, matter sowie farblich perfekt abgestimmter Blickfang im attraktiven Designverbund macht Glas viel her. Zudem überzeugt das Material mit seiner Robustheit gegenüber hohen Temperaturen, Säuren, Kratzern und Schlägen. Die porenfreien Oberflächen sind hygienisch und einfach zu reinigen.

Hightech-Platten: Interessant sind auch die neuen HighTech-Werkstoffe. Dekton beispielsweise ist eine ausgeklügelte Mischung von Rohstoffen, die bei der Herstellung von Glas, hochmodernen Feinsteinzeugfliesen und Quarzoberflächen verwendet werden. Es verfügt über fortschrittliche technische Eigenschaften.

Keramik: Schön, natürlich und exklusiv muten auch Keramik-Arbeitsplatten an. Es gibt sie im klassischen, modern-minimalistischen Look, mit Matt- oder Glanzeffekten bis hin zu metallisch schimmernden Oberflächen-Finishes. Überzeugend sind auch ihre Temperaturbeständigkeit, Schlag-, Kratz- und Schnittfestigkeit.

Mineralwerkstoff: Die langlebigen Arbeitsflächen aus Mineralwerkstoff werden auf der Basis von Acryl, gemahlenen Mineralien und Farbpigmenten hergestellt. Sie lassen sich in nahezu jede Form und Materialstärke bringen, um etwa Designküchen zu planen, bei denen Arbeitsplatte und Spüle fugenlos miteinander verschmelzen.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!