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16. Mär 2023

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Gesundheit

Kosmetik ist nicht nur Frauensache

Journalist: Julia Butz

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Foto: Allef Vinicius/unsplash

Heute ist ein waschechter Kerl nicht mehr der, der sich offensiv nicht pflegt. Höchste Zeit also, dass Mann sich auch kosmetisch emanzipiert.

Nur Wasser an die Haut? Die Zeiten, in denen das als männlich, ursprünglich und kernig galt, sind lange vorbei. Viele Männer beschäftigen sich heute bewusster mit Hygiene und Pflege, eine Entwicklung, die sich in Produktauswahl und Marktpräsenz aber noch nicht widerspiegelt. Das macht es Männern nicht immer leicht, ein passendes Produkt oder überhaupt einen Zugang zu Pflegeprodukten zu finden.

Auch trockene Männerhaut bringen Cremes mit Hyaluronsäure und Mineralstoffen in Schwung. Nach häufigem Duschen will der Feuchtigkeitshaushalt mit Repair-Cremes aus hautidentischen Inhaltsstoffen wieder ins Lot gebracht werden, Peelings frischen die Hautstruktur auf und sind bester Anti-Aging-Trick, schweißresistenter UV-Schutz hilft Sportlichen gegen langfristige Hautschäden. Es ist daher überhaupt nicht verwunderlich, dass Mann gern zur Pflegelotion der Frau greift. Allerdings ist die Männerhaut hormonbedingt zwei- bis fünfmal dicker als Frauenhaut. Dadurch produziert sie mehr Fett und altert später. Die sehr reichhaltigen Pflegecremes für Frauen können Männerhaut irritieren und das Hautbild sogar verschlechtern. Männerhaut hat außerdem größere Poren und wird durch die Rasur regelmäßig sehr beansprucht.

Ein Hautprodukt Unisex zu nennen, passt nach Expertenmeinung daher überhaupt nicht in die Beauty-Realität. Obwohl um viel mehr als um Duftanpassungen geht, orientieren sich viele Brands noch immer eher an den Bedürfnissen der Frau. Aber Männerhaut benötigt ebenso spezielle Inhalts- und Rohstoffe, die auf ihre Bedürfnisse und den jeweiligen Hauttyp zugeschnitten sind. Dazu gehören auch Eigenschaften wie z. B. in der Gesichtspflege oder beim Hair-Styling weniger Glanz und mehr Mattigkeit zu erzielen.

Aus Marketingsicht mögen es Männer unkompliziert und praktisch, bestenfalls indem ein Produkt direkt mehrere Funktionen enthält oder diese in der Anwendung aufeinander aufbauen. Produkte, die den aktiven Lebensstil unterstützen und die selbstbewusste Haltung zu sich selbst noch besser ausstrahlen lassen. Auch die werbliche Ansprache unterscheidet sich, Nutzen und Funktion werden dabei meist in den Vordergrund gestellt: ein Bartfärbungsmittel wird z. B. nicht als „Coloration“, sondern als „Bartfarbe“ bezeichnet.

Bartpflegeprodukte gehören zu den Wachstumstreibern der Männerkosmetik. Der Bart als modisches Accessoire und Ausdruck demonstrativer Männlichkeit. Denn Bärte stehen, obwohl sie aufwendiger Pflege bedürfen, für das urwüchsig Männliche. Rasiermesser und Trimmer, Cremes und After Shave Balms, hochwertige Bartöle und -düfte bis zu passenden Bartbürsten, -wachsen und -reinigern. Die Produktpalette für die rundum Pflege und ein perfektes Bartstyling wie im Barbershop ist schneller gewachsen als die der klassischen Männerkosmetik. Eine Marktlücke, bei der die Kosmetikindustrie noch einiges nachzuholen hat.

Fakten: 60 % des Umsatzes entfallen im Markt für Männerkosmetik auf Deo- und Duschprodukte. Gesichts- und Haarpflege rücken stärker in den Fokus. Auch die Bereitschaft, für Bartpflegeprodukte Geld auszugeben, ist recht neu – obwohl es immer Bartträger gab. (L’Oréal Studie/2021)

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.