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17. Mär 2021

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Lifestyle

Kraftquelle Cocooning

Journalist: Kirsten Schwieger

Maite Kelly über Familienkultur, die Kraft der Stille, Heilpflanzen und die Bedeutsamkeit von Vorsorge – und bei welchen Dance-Moves sie kapituliert. 

Was macht eine Powerfrau wie Sie in Pandemiezeiten?

Das, was ich sonst immer tue. An meiner Arbeitsweise hat sich nichts geändert, außer dass meine Tournee abgesagt wurde. Ich plane meine Zeit gut ein und konzentriere mich auf Inhalte, das war schon immer der Schlüssel zu meinem Erfolg. Durch die quasi erzwungene Ruhe konnte ich mich darauf noch mehr konzentrieren. Aber ich muss auch improvisieren. Als Unternehmerin war 2020 natürlich eine Herausforderung. Ich denke aber, dass ich meiner Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitern gerecht wurde und ihnen – wie meinen Töchtern auch – ein Gefühl von Sicherheit vermitteln konnte.

Welche Kraftquellen zapfen Sie dafür an? 

Mein Glaube hilft mir sehr. Ich bin seit 20 Jahren praktizierende Katholikin, durch eine Gotteserfahrung im Erwachsenenalter habe ich zur Religion gefunden. Gebete erden mich. Und Meditationen – allerdings keine effizienzgesteuerten. Eine weitere Energiequelle für mich ist Sport. Den integriere ich auf vielfältige Weise in unseren strukturierten Tagesablauf. Mit meiner jüngsten Tochter tanze ich jeden Tag – wobei ich bei ihren „Social Media Moves“ motorisch kapitulieren muss. 

Gibt es noch weitere sportliche Vorlieben?

Ich jogge gerne und im Sommer wandern wir auch viel. Ich würde gerne auch mal eine größere Fahrradtour machen, aber das ist mit Teenagern nicht zu machen. So muss ich weiterhin mit bewährten Tricks wie dem Tanzen arbeiten, um Bewegung in unseren Alltag zu bringen.

Und wie entspannen Sie?

In der Stille. Das muss nicht nur das Gebet sein. Ich meine den Moment, an dem plötzlich alles zur Ruhe kommt. Zum Beispiel bei der täglichen Kaffeerunde mit meinen Töchtern, wenn die Aufgedrehtheit des Tages mit einem Mal der Entspannung weicht. Auch ätherische Öl helfen gut, runterzukommen. Oder einen guten Freund anzurufen.

Welchen Stellenwert hat gesunde Ernährung für Sie?

Einen großen! Ich bin mit einem Hippie-Vater aufgewachsen: Vollkorn und Bio waren bei uns großgeschrieben. Egal wie wenig Geld wir hatten, an Lebensmitteln wurde nie gespart. Dosen waren bei uns tabu. Ich habe zwei Jahre lang mit unserem Tournee-Sternekoch für die Kelly Family gekocht und alles von ihm gelernt. Gesunde Ernährung ist eine Selbstverständlichkeit für mich. Anders ist das Leistungsniveau einer Tournee mit 250 Konzerten auch nicht zu erreichen. Aber mir ist auch klar, dass Bio-Produkte ein Luxus sind, den sich viele gar nicht leisten können. Für dieses Privileg bin ich sehr dankbar. Meine Jüngste und ich lieben es aber auch, mit Kräutern aus unserem Garten verschiedenste Smoothie-Rezepte auszuprobieren. Suppen koche ich daraus auch. 

Sie haben eine Passion für Gartenkräuter?

Ja. Die Kraft der Pflanzen, insbesondere Heilpflanzen, hat mich schon immer fasziniert. Mit Kräutern und ätherischen Ölen lässt sich eine gewisse Leichtigkeit in schweren Zeiten wie diesen erlangen. Ätherische Öle haben eine immense Wirksamkeit auf Körper und Seele. Lavendelöl wende ich beispielsweise derzeit viel bei meinen Kindern an, bei Stress genauso wie bei Haarspliss. Dadurch, dass meine Kinder jetzt größer sind, können wir diese Leidenschaft teilen. Auch die Kneipp-Philosophie als Kombination von Heilpflanzenkunde, Ernährungslehre und Wasseranwendungen fasziniert mich. Und die Fastenkultur – nicht unter dem Aspekt von Diät, sondern von Detoxing.

Was bedeutet Gesundheit für Sie?

Gesundheit bedeutet für mich Vorsorge. Man geht nicht erst zum Arzt, wenn es zu spät ist, sondern nimmt regelmäßig alle Check-ups wahr. Es ist mir wichtig, dieses Verständnis auch bei meinen Töchtern zu kultivieren. Die große Bedeutung von Prävention hat natürlich auch mit dem frühen Krebstod meiner Mutter zu tun. Ich selber habe auch den Gentest für Brustkrebs machen lassen, welchen ich bei entsprechendem Verdacht jeder Frau empfehlen würde. Trotz meines glücklicherweise negativen Ergebnisses kultiviere ich nach wie vor eine starke Vorsorge. Aber ich halte mich mit einer gewissen Unbeschwertheit an das Empfohlene. Man darf sich auch nicht verrückt machen. 

Wie kamen Sie zu Ihrer Tätigkeit als Botschafterin der deutschen Krebshilfe?

Die sind auf mich zugekommen. Ich bin dort Botschafterin für die Sterbebegleitung von krebskranken Kindern. Der Tod hat mir nie Angst gemacht. Ich hatte immer ein unglaubliches Vertrauen, dass jedes Schicksal seine ganz besondere Wertigkeit und seinen Sinn hat. In meinen Augen steigert der Tod die Wertschätzung des Lebens.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!