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15. Sep 2021

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Wirtschaft

Landwirtschaft in Deutschland: weiblich, digital – zukunftsgerichtet

Journalist: Petra Bentkämper

Um die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft zu sichern, müssen wir neben ökologischen Faktoren auch soziale und ökonomische Aspekte der Branche berücksichtigen und anerkennen.

Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes; Foto: Cathrin Bach

Der Klimawandel und die damit einhergehen-den Folgen für Umwelt und Mensch stellen uns alle vor epochale Herausforderungen. Die Landwirtschaft setzt sich zunehmend intensiver damit auseinander, wie sie innerhalb der Belastungsgrenzen der natürlichen Ressourcen wirtschaften kann und nutzt dafür vermehrt digitale Tools. Die Chancen der Digitalisierung liegen auf der Hand, allerdings muss gewährleistet sein, dass diese neuen Möglichkeiten allen Betrieben zugänglich sind. 

Wir beobachten überdies große soziale Umbrüche in der Branche. In der Landwirtschaft sind überdurchschnittlich viele Betriebsinhaber:innen älter als 55 Jahre und werden in den nächsten zehn Jahren aus dem Beruf ausscheiden. Die Zukunft der Landwirtschaft entscheidet sich deshalb auch daran, wie sich die Branche für Frauen und für die junge Generation öffnet und traditionelle Rollenbilder überwindet. 

Es sind oft die Frauen, die für die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen verantwortlich sind. Sie müssen den Balanceakt zwischen Familie, Haushalt, landwirtschaftlichem Betrieb – und in vielen Fällen auch dem eigenen Beruf und Ehrenamt – meistern. Zusätzlich sind sie vielfach Innovationstreiberinnen im Betrieb und Brückenbauerinnen zur Gesellschaft.

Landwirtinnen erwarten daher von einer neuen Bundesregierung, dass die Agrarpolitik Frauen in ihren multifunktionalen Rollen fördert und Frauen endlich differenziert in der Agrarstatistik dargestellt werden. Seit jeher arbeiten Frauen in der Landwirtschaft, Anerkennung für das, was sie in der Branche leisten, bekommen sie aber noch zu wenig. Dazu gehört, dass Politik Hofnachfolgen und Hofübergaben an Frauen unterstützt und Rahmenbedingungen fördert, die die Gründung von landwirtschaftlichen Betrieben durch Frauen vereinfacht. Quotenregelungen mit Zielgrößen von mindestens 30 Prozent der Mitgliedschaften würden dafür sorgen, Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe in den Gremien des Berufsstandes zu ermöglichen. Denn klar ist: Nur wenn es der Branche gelingt, diverser zu werden, hat sie eine Zukunft und ist in der Lage, soziale Umbrüche zu kompensieren. 

Für den Umgang mit den ökologischen Herausforderungen, die vor uns liegen, birgt die Nutzung digitaler Technologien große Chancen. Im modernen Pflanzenanbau kann beispielsweise der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln durch teilflächenspezifische Bewirtschaftung reduziert und Kosten für die Landwirtinnen und Landwirte somit minimiert werden. Auch in der Tierhaltung helfen Sensoren inzwischen dabei, das Tierwohl stetig zu verbessern. Smart Farming wird also in Zukunft dabei helfen, Landwirtschaft nachhaltig und gleich-zeitig produktiv zu gestalten.

Grundsätzlich gibt es angesichts der umfangreichen, rasanten Entwicklungen großen Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen. Politik hat an dieser Stelle die Aufgabe, Bildungsformate für Landwirtinnen und Landwirte und finanzielle Unterstützungen für kleinere Betriebe anzubieten und den Breitbandausbau endlich voranzubringen. Digitalisierung und Landwirtschaft: Das wird in Zukunft zunehmend Hand in Hand gehen (müssen). 

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.