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30. Jun 2026

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Lifestyle

Luxus braucht Haltung – mit Thies Sponholz, Geschäftsführender Direktor The Fontenay

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Presse, Alev Takil/unsplash

Drei Michelin-Schlüssel, internationale Gäste und ein Haus mit ikonischer Architektur: Das The Fontenay zählt zu den sichtbarsten Luxushotels Deutschlands. Doch moderner Luxus definiert sich längst nicht mehr über steife Etikette und perfekte Choreografie. Hoteldirektor Thies Sponholz über Haltung, Präsenz und Vertrauen.

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Thies Sponholz, Geschäftsführender Direktor The Fontenay

Herr Sponholz, Sie wurden als „Hotelier des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Was macht heute einen wirklich guten Gastgeber aus? Empathie. Ein guter Gastgeber erkennt innerhalb weniger Sekunden, was ein Gast in diesem Moment braucht. Dafür gibt es kein festes Schema. Entscheidend sind Authentizität, Aufmerksamkeit und ein ehrliches Gespür für Menschen. Luxus entsteht heute oft in den kleinen Situationen, die sich nicht planen oder inszenieren lassen. Genau diese Haltung versuche ich auch im Haus vorzuleben.

Das Fontenay steht für zurückhaltenden Luxus und hanseatische Gelassenheit. Was bedeutet das konkret für Ihre Führung und den Umgang mit Gästen? Für mich bedeutet das vor allem Präsenz und Vertrauen. Menschen arbeiten besser, wenn sie Verantwortung übernehmen dürfen und ihre Stärken einsetzen können. Gleichzeitig halte ich Nähe für essenziell. Ich bin viel im Haus unterwegs, suche bewusst den direkten Austausch und kenne meine Mitarbeitenden persönlich. Diese Kultur spüren am Ende auch die Gäste.

Wie stark verändern drei Michelin-Schlüssel den Anspruch an ein Hotel? Solche Auszeichnungen sind international ein wichtiges Qualitätssiegel und eine große Anerkennung für das gesamte Team. Gleichzeitig bleibt die wichtigste Frage jeden Tag dieselbe: Fühlen sich die Gäste wohl und kommen sie gern zurück? In Zeiten von Social Media und Online-Bewertungen entscheidet heute jede einzelne Erfahrung über die Wahrnehmung eines Hauses.

Mit dem Lakeside haben Sie ein Zwei-Sterne-Restaurant im Haus. Gleichzeitig wird Spitzenhotellerie heute daran gemessen, wie stimmig das gesamte kulinarische Erlebnis ist. Wie wichtig ist diese Gesamtleistung für Ihre Positionierung? Sehr wichtig. Das The Fontenay versteht sich als City-Resort mit unterschiedlichen gastronomischen Konzepten. Gäste sollen während ihres Aufenthalts verschiedene Erlebnisse entdecken können. Gleichzeitig wollen wir ausdrücklich auch Hamburger ansprechen und nicht nur Hotelgäste.

Ich bin viel im Haus unterwegs, suche bewusst den direkten Austausch und kenne meine Mitarbeitenden persönlich. Diese Kultur spüren am Ende auch die Gäste.

Beim Fontenay sprechen viele zuerst über Architektur und Atmosphäre. Ist das eine bewusste Entscheidung – oder sehen Sie gerade in der Gastronomie noch Entwicklungspotenzial? Wir hinterfragen unser Angebot permanent. Mit der Osteria due haben wir erst vor einem Jahr ein neues Konzept eröffnet, das sehr gut angenommen wird und bereits ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig entwickeln wir auch bestehende Bereiche ständig weiter – vom Lakeside bis zur Fontenay Bar. Gerade in der Hotellerie darf man nie glauben, bereits fertig zu sein.

Was verzeiht ein Gast schlechter: einen kleinen Fehler im Service oder ein kulinarisches Erlebnis, das hinter den Erwartungen bleibt? Das hängt stark von der Erwartungshaltung ab. Fehler lassen sich nie komplett vermeiden. Entscheidend ist für mich der Umgang damit. Wird ein Problem erkannt? Suchen wir aktiv das Gespräch? Häufig bleibt weniger der Fehler in Erinnerung als die Reaktion darauf. Gäste erwarten heute keine sterile Perfektion, sondern Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit.

Was ist die unbequemste Entscheidung, wenn man ein Luxushotel dauerhaft relevant halten will? Sich nicht auf Erfolgen auszuruhen. Man muss bereit sein, Gewohntes infrage zu stellen und die eigenen Standards immer wieder neu zu überprüfen. Dafür braucht es Nähe zum Gast, Präsenz im Haus und auch den Mut, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung.