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3. Jul 2026

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Wirtschaft

Mehr als Genuss: Gastro ist Spitzenleistung – Ein Beitrag von Guido Zöllick, Präsident, Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA Bundesverband)

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Foto: Hotel NEPTUN

Wer an Gastronomie denkt, denkt an Genuss. An besondere Momente mit Familie, Freunden oder Geschäftspartnern. An das Lieblingsrestaurant im Kiez, das Terrassencafé am Marktplatz, den stimmungsvollen Biergarten oder das Gasthaus, in dem seit Generationen gefeiert wird.

Doch Gastronomie ist weit mehr als Essen und Trinken. Als jahrhundertealtes Kulturgut steht sie für Lebensfreude, Lebensqualität, Vielfalt und Weltoffenheit. Sie macht Städte und ländliche Räume lebenswert, schafft Begegnungen und bringt Menschen zusammen – Jung und Alt, Einheimische und Gäste aus aller Welt. Unsere Branche wirkt identitätsstiftend. Wenig sagt mehr über Land und Leute aus als regionale Küchen, kulinarische Traditionen und gelebte Gastfreundschaft. Fest verwurzelt in ihren Regionen sind die Betriebe die öffentlichen Wohnzimmer der Gesellschaft. Sie kann keine KI oder virtuelle Welt ersetzen. Gastronomie steht für Austausch und Zusammenhalt und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie – heute wichtiger denn je. Genau dieses positive Bild rückt die Initiative „Gastrospitze“ in den Mittelpunkt. Sie macht sichtbar, was unsere Branche auszeichnet: Spitzenleistung mit Leidenschaft, Professionalität und echter Gastfreundschaft – die Gastgeberinnen und Gastgeber, die Tag für Tag unvergessliche Erlebnisse schaffen.

Diese Leistung prägt nicht nur das gesellschaftliche Miteinander. Sie ist auch eine bedeutende Wirtschaftskraft: Mehr als 206.000 Unternehmen, 2,2 Millionen Beschäftigte und über 51.000 Auszubildende stehen für einen Wirtschaftszweig, der Arbeitsplätze schafft, regionale Wertschöpfung sichert und jungen Menschen Perspektiven bietet. Umso besorgniserregender ist die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung. Auch im ersten Quartal 2026 blieb die Lage angespannt. Die realen Umsätze gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 Prozent zurück und liegen noch immer knapp 20 Prozent unter dem Niveau von 2019. Massive Kostensteigerungen bei Personal, Energie, Lebensmitteln und Getränken setzen die Betriebe erheblich unter Druck. Hohe Sozialabgaben, wachsende Bürokratie, immer neue Dokumentations- und Berichtspflichten sowie drohende zusätzliche Belastungen durch politische Vorhaben verschärfen die Situation. Erschwerend kommt hinzu: Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Krisen reagieren viele Gäste deutlich preissensibler. Die Folge: Immer mehr Betriebe arbeiten an ihrer wirtschaftlichen Belastungsgrenze.

Gastronomie steht für Austausch und Zusammenhalt und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie – heute wichtiger denn je.

Deshalb braucht die Branche jetzt bessere Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, mehr Netto vom Brutto, wettbewerbsfähige Arbeitskosten und mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Vor allem aber braucht sie eine Politik, die die große gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Gastronomie nicht nur anerkennt und wertschätzt, sondern die notwendigen Voraussetzungen für unternehmerischen Erfolg schafft. Das Potenzial unserer Branche ist enorm. Die Gastronomie ist bereit. Bereit zu investieren, auszubilden, Arbeitsplätze zu schaffen und Menschen zu begeistern. Man muss sie nur lassen. Dann kann die Branche ihre ganze Stärke entfalten – als Wirtschaftskraft, Jobmotor, Botschafter unseres Landes und unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft.

Und dann können unsere Betriebe das tun, was sie am besten können: herzliche, professionelle und weltoffene Gastgeber sein. Tag für Tag. Für Millionen Menschen. Mit Leidenschaft. Mit Innovationskraft. Mit Spitzenleistung.