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5. Sep 2024

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Gesellschaft

„Digitalisierung ist ein Schlüssel zum Erfolg“ – mit Prof. Dr. Karen Pittel

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Presse

Prof. Dr. Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen, über den Prozess von Unternehmen, CO2-Reduktionsziele glaubwürdig und transparent zu gestalten.

Frau Prof. Dr. Pittel, wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre CO2-Reduktionsziele glaubwürdig und transparent sind? Für Unternehmen ist es wichtig, sich Ziele zu setzen, die mit konkreten Zeit- und Handlungsplänen unterfüttert und extern geprüft werden, um Glaubwürdigkeit zu gewährleisten. Regelmäßige Berichterstattung erhöht zudem die Transparenz. Dazu gehören nicht nur die Entwicklung der Emissionen, sondern auch Investitionen in Emissionsreduktions- und Energieeffizienztechnologien sowie in die Kreislaufwirtschaft.

Wie sind die Unternehmen Ihrer Meinung nach aktuell aufgestellt? Große Unternehmen sind oft besser aufgestellt als Kleine, da sie mehr Personal und Kapazitäten für die Berichterstattung haben. Trotzdem gibt es selbst bei großen Unternehmen noch viel Potenzial zur Verbesserung. Besonders schwierig ist oft die Berichterstattung über Scope 3-Emissionen, also die Emissionen aus der Lieferkette. Scope 1- und 2-Emissionen aus direkten Quellen und eingekaufter Energie sind wesentlich einfacher erfassbar. Es gibt verschiedene Ansätze und Standards zur Berechnung von Emissionen, genauso wie unterschiedliche regulatorische Anforderungen und Berichterstattungsstandards. Der Druck durch Berichterstattungspflichten und Investoren steigt jedoch stetig, was zu einer sukzessiven Verbesserung führt.

Es ist wichtig, dass Unternehmen nicht jahrelang auf Genehmigungen oder Förderbescheide warten müssen, sei es für Windparks oder Wasserstoffprojekte.

Was sind geeignete Methoden, mit denen man die Fortschritte bei Unternehmen am besten messen kann? Es gibt Initiativen wie die ESG-Berichterstattung und die Science Based Targets-Initiative (SBTi). Die ESG-Berichterstattung umfasst Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien, allerdings fehlt es oft an Standardisierung, was die Vergleichbarkeit erschwert. Die SBTi unterstützt Unternehmen dabei, Emissionsreduktionsziele zu formulieren, die – und das ist für Unternehmen attraktiv – den Anspruch erheben mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel zu sein. Sie bietet branchenspezifische Indikatoren und Unterstützung bei der Berichterstattung über Scope 1-, 2- und 3-Emissionen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Unternehmen bei der Umsetzung von Emissionsreduktionsmaßnahmen? Eine große Herausforderung ist die unterschiedliche Ausgestaltung der Berichterstattungspflichten in verschiedenen Ländern, was besonders für global agierende Unternehmen problematisch ist. Intern müssen Unternehmen Prozesse und Kulturen entwickeln, die Emissionsreduktionen fördern. Zudem sind die notwendigen Investitionen oft kapitalintensiv und erfordern verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Digitalisierung ist ein Schlüssel zur Nachverfolgbarkeit und Effizienzsteigerung in Unternehmen.

Welche Technologien stehen im Mittelpunkt, um nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung zu fördern? Der Ausbau und Einsatz Erneuerbarer Energien ist essenziell, genauso wie die Entwicklung effizienter Speicherlösungen. Wasserstoff kann als Energiespeicher dienen und ist besonders wichtig, wenn er aus erneuerbaren Quellen stammt. Zudem muss die Kreislaufwirtschaft weiter ausgebaut werden, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu minimieren und die Umweltbelastung zu verringern. Batterien als Speicherlösungen sind ebenfalls bedeutend, wobei wir hier auch auf die nachhaltige Beschaffung und Entsorgung achten müssen.

Wie wichtig ist die Digitalisierung bei der Umsetzung dieser nachhaltigen Strategien? Digitalisierung ist ein Schlüssel zur Nachverfolgbarkeit und Effizienzsteigerung in Unternehmen. Durch digitale Prozesse können Emissionen genauer gemessen, gemanagt und auch vermieden werden. Dies ist besonders wichtig, um langfristige und nachhaltige Reduktionsziele zu erreichen.

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich von der Politik, um Unternehmen beim Klimaschutz zu unterstützen? Die Politik sollte den Bürokratieabbau und die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren vorantreiben. Es ist wichtig, dass Unternehmen nicht jahrelang auf Genehmigungen oder Förderbescheide warten müssen, sei es für Windparks oder Wasserstoffprojekte. Zudem sollten Emissionen verteuert werden, um schmutzige Alternativen unattraktiv zu machen. Ohne solch verlässliche Planungsgrundlagen bleibt unklar, welche Investitionen und Innovationen sich für Unternehmen rechnen werden. Natürlich müssen wir dabei auch den internationalen Kontext im Auge behalten, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.

Über Prof. Dr. Karen Pittel:

„Ich reise gerne und habe Freude am Kennlernen der Natur und Kultur in anderen Ländern, kann mich aber ebenso an den Bergen vor unserer Münchner Haustür erfreuen. Außerdem liebe ich gutes Essen, bin aber selbst leider kein begnadeter Koch.“

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!