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22. Jul 2026

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Wirtschaft

Fahren abseits befestigter Straßen – Offroad, Abenteuer und Elektroantrieb

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Getty Images/unsplash

Leiser und mit sofort verfügbarem Drehmoment: Elektroantriebe eröffnen dem Offroad-Fahren neue Perspektiven – technisch wie fahrerisch.

Schotter, steile Anstiege oder enge Waldwege stellen hohe Anforderungen an Mensch und Maschine. Wer sich abseits befestigter Straßen bewegt, benötigt ein Fahrzeug, das Leistung kontrolliert und auch in anspruchsvollem Gelände präzise reagiert. In diesen besonderen Momenten eröffnet der Elektroantrieb völlig neue Möglichkeiten. Anders als ein Verbrennungsmotor liefert er sein maximales Drehmoment praktisch vom Start weg. Das erleichtert kontrolliertes Anfahren auf losem Untergrund und sorgt für eine fein dosierbare Kraftentfaltung, die auch in technisch schwierigen Passagen ein direktes Fahrgefühl vermittelt. Gerade auf wechselnden Untergründen lässt sich die Kraft sehr präzise dosieren. Das schafft Traktion dort, wo lose Steine, Sand oder Wurzeln hohe Anforderungen an die Fahrzeugbeherrschung stellen.

Doch es gibt weitere wichtige Unterschiede, etwa in der Geräuschentwicklung. Während klassische Antriebe das Fahrerlebnis akustisch prägen, arbeiten Elektromotoren nahezu lautlos. Dadurch rücken die Eindrücke der Umgebung stärker in den Vordergrund. Gleichzeitig kann der geringere Geräuschpegel dazu beitragen, Nutzungskonflikte in beliebten Freizeitregionen zu entschärfen. Mobilitätsclubs weisen seit Jahren darauf hin, dass gegenseitige Rücksichtnahme und die Reduzierung von Motorradlärm entscheidend dafür sind, Akzeptanz für den Motorradsport und das Freizeitfahren zu erhalten.

Anders als ein Verbrennungsmotor liefert er sein maximales Drehmoment praktisch vom Start weg.

Auch technisch hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Leistungsfähigere Batterien, moderne Leistungselektronik und intelligente Fahrprogramme erlauben heute eine präzisere Anpassung an unterschiedliche Untergründe. Je nach Fahrsituation lassen sich Leistungsabgabe und Energierückgewinnung individuell abstimmen. Unterschiedliche Fahrmodi unterstützen dabei, die Kraftentfaltung an wechselnde Bedingungen anzupassen – vom felsigen Anstieg bis zum weichen Waldboden. Davon profitieren Einsteiger ebenso wie erfahrene Fahrerinnen und Fahrer.

Die Elektrifizierung des Verkehrs gewinnt weiter deutlich an Dynamik. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden 2025 weltweit mehr als 20 Millionen Elektroautos verkauft. Ihr Anteil an den weltweiten Neuzulassungen lag bei über 25 Prozent. Parallel dazu entwickelt sich auch die Elektromobilität bei leichten Fahrzeugen weiter. In China und Indien wurden 2025 rund 8,4 Millionen elektrische Zwei- und Dreiräder verkauft – ein Hinweis darauf, dass elektrische Antriebe auch jenseits des klassischen Straßenverkehrs an Bedeutung gewinnen. Fortschritte bei Batterietechnik und Steuerungssystemen gelten als wichtige Treiber dieser Entwicklung.

Neben der Antriebstechnik verändert sich auch der Anspruch an das Fahren im Gelände. Wo früher vor allem Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit im Mittelpunkt standen, gewinnen heute Kontrolle, Präzision und Fahrbarkeit an Bedeutung. Gerade auf anspruchsvollen Strecken zahlt sich eine gleichmäßige Leistungsentfaltung aus, weil sich die Kraft fein dosieren lässt. Der Trend ist bereits erkennbar: Elektrische Antriebe verbinden unmittelbare Kraftentfaltung, hohe Kontrolle und ein leiseres Fahrerlebnis. Damit eröffnen sie dem Offroad-Fahren neue Perspektiven.

Der Trend ist bereits erkennbar: Elektrische Antriebe verbinden unmittelbare Kraftentfaltung, hohe Kontrolle und ein leiseres Fahrerlebnis.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.