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16. Sep 2026

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Wirtschaft

Mittelstand zwischen Krisenbewältigung und Zukunftsgestaltung – Ein Beitrag von Dr. Siegrun Brink, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Mittelstandsforschung Bonn

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Foto: Presse

Die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zählt weiterhin zu den zentralen Her-ausforderungen von mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Geopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten, Risiken für internationale Liefer-ketten sowie hohe Energiepreise und Bürokratieanforderungen prägen derzeit das wirtschaftli-che Umfeld des Mittelstands. Aus Sicht der im Rahmen der IfM-Studie „Die Zukunft des Mit-telstands 2026 – Update der Experten- und Expertinnenbefragung zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen“ befragten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaftsverbänden, Wissen-schaft und Politik kommt daher der Ausgestaltung verlässlicher und innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen eine Schlüsselrolle zu. Zugleich sehen sie die Unternehmen in der Pflicht, die Arbeitsproduktivität zu steigern und digitale Technologien – insbesondere Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) – verstärkt in den Unternehmen zu integrieren.

Es bedarf jedoch nicht nur der Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit; es gilt zugleich auch beispielsweise die Bürokratiebelastung zu senken. Sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene wurden hierfür jüngst Reforminitiativen angestoßen: Dazu zählt die von der Bundesregierung geplante Beweislastumkehr bei den Berichtspflichten sowie die gemeinsam mit den Bundesländern initiierte Modernisierungsagenda. Auf europäischer Ebene verfolgt die Europäische Kommission mit den sogenannten „Omnibuspaketen“ das Ziel, Bürokratie und Berichtspflichten abzubauen.

Ein weiteres zentrales Thema für die Zukunft bleibt für den Mittelstand die Fachkräftesicherung. Der demografische Wandel und insbesondere das altersbedingte Ausscheiden der geburtenstar-ken Jahrgänge verschärft den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Beschäftigten, die neben fachlichen Qualifikationen auch über digitale Kompetenzen verfügen. Angesichts der raschen Weiterentwicklung digitaler Technologien und des zuneh-menden Einsatzes von KI gewinnt daher die kontinuierliche Weiterentwicklung von Beschäftig-ten und Führungskräften an Bedeutung.

Die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands wird letztlich aber auch davon abhängen, in-wieweit es gelingt, die drängenden Herausforderungen zu bewältigen.

Darüber hinaus stehen die mittelständischen Unternehmen vor der Aufgabe, ihre IT-Sicherheit auszubauen, sich vor Cyberangriffen zu schützen und ihre digitale Datensouveränität zu bewah-ren bzw. zurückzugewinnen. Eine Kurzbefragung des IfM Bonn, die Ende 2025 durchgeführt wurde, verdeutlichte, wie verwundbar die deutsche Wirtschaft aktuell ist: Die Mehrheit der Un-ternehmen gab an, auf zentrale digitale Infrastrukturen, Softwarelösungen und Plattformdienste von US-amerikanischen Anbietern angewiesen zu sein.

Die aktuellen Ergebnisse der Experten- und Expertinnenbefragung zeigen auch, dass langfristig bedeutsame Themen wie „Grüne Transformation gestalten“, „Arbeit zukunftsfähig gestalten“, „Finanzierung sichern“ und „Internationale Beziehungen gestalten“ gegenüber den derzeit drän-genden Herausforderungen an Priorität verloren haben. Offenkundig werden sie von aktuelleren Herausforderungen überlagert, die sich aus wirtschaftlichen, technologischen und geopoliti-schen Veränderungen ergeben. Die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands wird letztlich aber auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, die drängenden Herausforderungen zu bewäl-tigen – und gleichzeitig die langfristigen Transformationsaufgaben erfolgreich umzusetzen.

16. Sep 2026

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Wirtschaft

Viel Innovationskraft

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen viele mittelständische Unternehmen vor der Herausforderung, Innovationen zu entwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben – oder sogar einen Vorsprung vor den Wettbewerbern zu erlangen. Große Unternehmen haben einen scheinbaren Vorteil, denn oft verfügen sie über eigene Forschungsabteilungen, die die Produktpalette erweitern oder neu aufstellen. Deutschlands Wirtschaft aber basiert in erster Linie auf einem breiten Mittelstand, der solche Abteilungen nicht hat. Das muss kein Nachteil sein. Denn während große Unternehmen oft wie schwere Tanker auf hoher See agieren, also schwerfällig und langsam, sind mittelständische Unternehmen wie Schnellboote: flexibel und rasch in der Lage, sich auf eine neue Situation einzustellen und neue Ideen zügig umzusetzen. Allerdings müssen auch sie wissen, wie. Wichtig ist stets, die Mitarbeiter einzubinden, denn gute Ideen kommen oft direkt aus der Belegschaft. Kurze Wege zum Chef erleichtern den Austausch. Ebenso sollten Firmen ihre Kunden fragen, was sie sich wünschen. Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit einer Hochschule oder jungen Start-ups mit frischen Ideen. Auf diese Weise können neue Ideen und neues Wissen eingekauft werden. >Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden. Mittelständische Firmen sind viel besser als große Unternehmen in der Lage, solche neuen Ideen in kleinen Schritten zu testen, statt jahrelang im Stillen zu planen. Wenn etwas nicht klappt, können sie den Plan relativ unkompliziert ändern. Bei all diesen Schritten konzentrieren sie sich voll auf ihre Kernkompetenzen und verbessern diese ständig. Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden. Allerdings kann es auch sein, dass ein Mittelständler zu dem Schluss kommt, dass es besser ist, einen radikalen Schnitt zu machen statt kleiner Schritte. In diesem Fall können radikale Innovationen infrage kommen, die das Unternehmen gänzlich neu aufstellen. Statt bestehende Produkte nur schrittweise zu verbessern, lösen Unternehmen sich von der Gegenwart und entwickeln disruptive Geschäftsmodelle für die Zukunft. Die Bedeutung des innovationsfreudigen Mittelstands für die deutsche Wirtschaft insgesamt ist von großer Bedeutung. Denn er ist ein Katalysator für den technologischen Fortschritt und sichert als Treiber der Transformation die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Viele deutsche Mittelständler sind Hidden Champions, die durch ständige Innovationen ihre weltweite Marktführerschaft in Nischen behaupten und so den Exporterfolg sichern. Nicht zuletzt bringen sie Hightech-Arbeitsplätze und modernes Know-how in ländliche Räume, was die regionale Wirtschaft stärkt und Disbalancen ausgleicht. Somit stabilisieren sie die Wirtschaft hierzulande – gerade auch in herausfordernden Zeiten. >Denn während große Unternehmen oft wie schwere Tanker auf hoher See agieren, also schwerfällig und langsam, sind mittelständische Unternehmen wie Schnellboote: flexibel und rasch in der Lage, sich auf eine neue Situation einzustellen und neue Ideen zügig umzusetzen.