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20. Mai 2020

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Gesellschaft

Mit der Zeit gehen

Journalist: Leon Müller

Über Geld denken die meisten erst nach, wenn sie keines mehr haben. Selbst dann ist es nicht zu spät, die Gedanken in die richtige Bahn zu lenken. „Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes“, sagte einst Literaturnobelpreisträger George Bernard Shaw. Wie aber kommt man an viel Geld? Arbeit?

Leon Müller, Chefredakteur DER AKTIONÄR, Foto: Presse

Die Höhe des Gehalts lässt sich selbst bei Bestleistungen nicht exponentiell steigern. Zu mehr Geld kommt man, indem man sich davon verabschiedet, ausschließlich für Geld zu arbeiten und stattdessen dazu übergeht, das Geld, das man erwirtschaftet hat, für sich arbeiten zu lassen. Das geht heute dank vieler Innovationen im Finanzsektor bereits mit Kleinstbeträgen. Sparpläne, ob auf Aktien oder ETFs, machen es möglich. Und wer überschüssiges Kapital hat, für den ist es noch leichter. Warum ausgerechnet Aktien? Weil Aktien die renditestärkste Anlageklasse weit und breit sind. Gleichwohl sind sie nur für diejenigen geeignet, die schnellen Reichtum nicht zum ersten Ziel auserkoren haben. Letztere werden scheitern, fast immer. André Kostolany brachte es auf den Punkt: „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“ Gute Aktien sind wie Briefmarken. Man sucht sie, man kauft sie und dann behält man sie – wie eine Sammlung. Wer so denkt und handelt, geht mit der Zeit. Und die Zeit spricht jetzt für Aktien, stärker denn je.

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.