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4. Mär 2025

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Lifestyle

Nur noch funktioniert – mit Anna Adamyan

Journalist: Kirsten Schwieger

Influencerin und Autorin Anna Adamyan spricht offen über ihre jahrelange Kinderwunschbehandlung und welche Unterstützung sie sich für Betroffene wünscht.

(c) Lena Hogekamp online.jpeg

Anna Adamyan , Influencerin und Autorin 

Jahrelanger unerfüllter Kinderwunsch, Erkrankungen und zwei Fehlgeburten: Was hat das mit dir gemacht? Das hat so einiges mit mir gemacht. Viele meiner Ansichten hat es verändert. Vor allem hat es mich wachsen lassen, mich stärker gemacht, und ich habe mich und meinen Körper selbst noch einmal ganz anders kennengelernt. Natürlich hätte ich lieber auf all die teils traurigen und für mich schmerzhaften Erfahrungen verzichtet, aber die Zeit hatte auch „gute Seite“. Ich bin in vielen Punkten noch dankbarer, als ich es ohnehin schon war – vor allem für mein unglaublich tolles Umfeld. Und wie steckt man 11 künstliche Befruchtungen in 4 Jahren weg – körperlich wie psychisch? Gute Frage! Diese Frage stelle ich mir selbst oft, weil ich es manchmal selbst gar nicht greifen kann. Ich habe die Jahre über nur funktioniert, die Hoffnung hat mich vorangetrieben. Teilweise habe ich mich wie eine Spielfigur in einem Computerspiel gefühlt, die einfach nur von Level zu Level hüpft und dabei nie herunterfallen darf. Dabei habe ich immer die vollste Unterstützung von meinem Umfeld bekommen. Zusätzlich hatten wir das große Glück, uns finanziell all das leisten zu können. Damit fiel ein großer Stressfaktor weg – der Druck! Ich wusste, ich kann weitermachen und sämtliche Wege gehen. Das erleichtert vieles. Was habt ihr alles ausprobiert? Wir haben bei mir jahrelang alles Mögliche ausprobiert, weitere Diagnostik gemacht und immer wieder geschaut, was helfen könnte. Ich für mich glaube, dass die Eierstockverjüngung mir damals viel gebracht hat. Die PRP-Behandlung habe ich in Belgien gemacht, als wir dort für eine Weile lebten. Von da an hatte ich so gute Eizellen wie noch nie. Kann Zufall sein, man weiß es nicht. Es war jedoch das Einzige, was wir „neu gemacht haben“, und kurze Zeit später stand dann eben die 11. künstliche Befruchtung an. Die gesamte Kinderwunschbehandlung hat insgesamt ca. 55.000 € gekostet.

Als Frau vergisst man, glaube ich, oft, wie schwierig es sein muss, wenn der Partner nichts tun kann, außer da zu sein. Dabei ist es für Außenstehende nicht leicht, sich hilflos zu fühlen.

Wie haben sich die Jahre der Kinderwunschbehandlung auf eure Beziehung ausgewirkt? Wir sind dadurch enger zusammengewachsen. Natürlich hat die Zeit viele Herausforderungen mit sich gebracht, zumal mein Mann aufgrund seines Berufs oft nicht da sein konnte. Für uns war es immer sehr wichtig, offen zu sprechen – sowohl über meine Gefühle als auch über seine. Als Frau vergisst man, glaube ich, oft, wie schwierig es sein muss, wenn der Partner nichts tun kann, außer da zu sein. Dabei ist es für Außenstehende nicht leicht, sich hilflos zu fühlen. Teilweise haben wir uns sogar gezielt zum intensiven „Darüber-Sprechen“ und zum gemeinsamen „Fahrplan“-machen verabredet. Das tat gut.

Was rätst du anderen Betroffenen? Anderen Betroffenen rate ich vor allem, bei sich zu bleiben und die eigene Stimme ernst zu nehmen. Ich weiß, wie viele ungebetene Ratschläge aus dem Umfeld kommen und wie verletzend sie teilweise sein können. Es ist dabei so wichtig, sich davon nicht verunsichern zu lassen. Und eine Sache, die mir (!) immer geholfen hat: darüber zu sprechen, denn nur so kann das Umfeld auch ansatzweise verstehen, was in einem vorgeht. Warum hast du dich entschieden, deine ICSI öffentlich zu teilen? Ich habe diese Versteckspiele nicht mehr ausgehalten. Für mich war es so eine Belastung, immer so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Abgesehen davon fehlte mir schon damals die Aufklärung. Viele stellen sich eine künstliche Befruchtung immer so einfach vor, als würde man eine Spritze bekommen und sei dann schwanger. Dem ist nur einfach gar nicht so. Viele haben falsche Vorstellungen von den Behandlungen, und das wollte ich ändern. Und ich wollte allen das Gefühl geben, dass sie eben nicht allein sind – auch wenn sich das oft anders anfühlt.

Ich weiß, wie viele ungebetene Ratschläge aus dem Umfeld kommen und wie verletzend sie teilweise sein können. Es ist dabei so wichtig, sich davon nicht verunsichern zu lassen.

Welche Ziele hast du als Influencerin zum Thema unerfüllter Kinderwunsch? Ich habe die Ziele, wenn dann, als Mensch! Denn aufklären kann man immer, egal ob im großen oder kleinen Stil. Ich hoffe einfach, dass ich damit zur Entstigmatisierung beitragen kann.

Wie sollten ungewollt kinderlose Paare oder auch Single-Mütter unterstützt werden? Auf ganz vielen Ebenen! Aber vor allem finanziell. Aktuell werden von gesetzlichen Krankenkassen drei Versuche übernommen, teilweise nur zu 50 Prozent. Die Bedingungen für diese Kostenübernahme sind zudem leider absolut nicht mehr zeitgemäß: Man muss ein verheiratetes, heterosexuelles Paar und bei derselben Versicherung sein – und die Frau muss über 25 aber unter 40 Jahre sein. Der finanzielle Part ist leider ein sehr großer, denn viele Betroffene müssen ihren Kinderwunsch aufgrund der hohen Kosten aufgeben. Dieser Gedanke macht mich jedes Mal so unglaublich traurig und wütend.

Factbox

Die Wahl-Kölnerin liebt Trash-TV, um runterzukommen – und Spaziergänge sowie Zeit in der Natur. Die 28-Jährige beschreibt sich selbst als sehr perfektionistisch, vor allem als Mutter. Ihr Comfort-Food ist Kuchen, den könnte sie am liebsten jeden Tag essen.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!