Diesen Artikel teilen:

18. Dez 2020

|

Gesundheit

PKV im Wandel

Journalist: Alicia Steinbrück

Im Gespräch mit Dr. Ralf Kantak, dem Vorsitzenden des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, über die Herausforderungen durch die Coronapandemie und Zukunftsaussichten und -pläne für 2021.

Dr. Ralf Kantak, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, Foto: Presse

Welches waren 2020 die besonderen Herausforderungen für die Private Krankenversicherung hinsichtlich der Digitalisierung?

Die PKV ist traditionell Motor für Innovationen im Gesundheitswesen. Diesen Anspruch wollen wir auch bei der fort-schreitenden Digitalisierung erfüllen. Mit unserem Start-up-Fonds „heal capital“ treiben wir digitale Innovationen voran, die eine noch bessere medizinische Versorgung ermöglichen. Die PKV entwickelt zudem eine eigene elektronische Patientenakte und beteiligt sich am Aufbau der Telematik-Infrastruktur. 

In einzelnen Tarifen sind bereits die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) enthalten, die Voraussetzungen für die Aufnahme von DiGA in das allgemeine Leistungsspektrum der PKV werden derzeit geklärt. Ziel ist es dabei, über das hinauszugehen, was die gesetzlichen Kassen anbieten. 

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die PKV aus?

Wir haben durch Corona erhebliche Aufwendungen, schätzungsweise mehr als eine Milliarde Euro in diesem Jahr. Eine große Unbekannte ist, welche Spät-folgen noch auf uns zukommen, zum Bei-spiel, weil Behandlungen unterbrochen oder Operationen verschoben wurden. Denn das wird längerfristig auf die Gesundheit der Versicherten durchschlagen. 

Wie sehen Ihre Erwartungen für das kommende Jahr aus?

Die Corona-Pandemie wird uns auch 2021 noch sehr fordern. Die PKV ist entschlossen, ihre gute Rolle bei der Bewältigung der Pandemie weiter wahrzunehmen. Sie garantiert nicht nur ihren Versicherten Schutz, sie steht auch zu ihrer gesellschaftspolitischen Mitverantwortung. 

Für 2021 soll erneut gelten, was sich 2020 erwiesen hat: Das Coronavirus ist in Deutschland auf eines der besten Gesundheitssysteme der Welt getroffen. Die Parteien werden im Bundes-tags-Wahlkampf 2021 gut daran tun, dieses bewährte duale System nicht anzutasten – zumal die Zufriedenheit der Versicherten derzeit ein historisches Rekordniveau erreicht.

Was dürfen die Privatversicherten im kommenden Jahr vom PKV-Verband erwarten? 

Wir setzen uns weiter für eine Reform zur Verstetigung der Beitragsentwicklung ein. Denn während die Einnahmen der GKV jedes Jahr automatisch steigen, kann es in der PKV zu einem Wechsel von Jahren der Beitragsstabilität und dann umso größeren Sprüngen kommen. Unser Vorschlag, dies abzuändern, wird auch von Verbraucherschützern unterstützt. 

Außerdem fordern wir, den PKV-Standardtarif wieder für alle Privatversicherten zu öffnen, damit wir bei finanziellen Problemlagen optimal helfen können. Und wir werden den gemeinsam mit der Ärzteschaft entwickelten Entwurf der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) fertigstellen, die den neuesten Stand der Medizin abbildet. 

18. Mär 2026

|

Gesundheit

Ungewollt kinderlos

Für viele Paare gehört der Wunsch nach einem eigenen Kind fest zum Lebensplan. Doch bei rund 15 bis 20 Prozent der Paare in Deutschland bleibt dieser Wunsch unerfüllt¹. Damit beginnt für viele nicht nur ein körperlich, sondern auch emotional herausfordernder Weg. Untersuchungen, Behandlungszyklen, hormonelle Messwerte, Wartezeiten – der Gedanke an ein Baby bestimmt den Alltag. Das eigentliche Leben gerät dabei oft in eine Warteschleife. Urlaube lassen sich kaum planen; der nächste Karriereschritt? Scheint mit einer kommenden Schwangerschaft nur schwer vereinbar. Auch die finanzielle Seite ist belastend. Wiederholte Fruchtbarkeitsbehandlungen bedeuten erhebliche Kosten. Für viele Paare geht es irgendwann längst nicht mehr nur um die Frage, ob sie ein Kind bekommen, sondern auch darum, wie lange sie den physischen, psychischen und finanziellen Druck durchhalten können. In dieser schwierigen Situation spielt begleitende psychotherapeutische Unterstützung eine zentrale Rolle. Wenn man sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Ratlosigkeit und tiefer Trauer nach der nächsten Fehlgeburt irgendwann fragt: Bin ich genug, auch ohne Kind? Was erfüllt mein Leben, auch wenn ich keine Mutter bin? >Für viele Paare geht es irgendwann längst nicht mehr nur um die Frage, ob sie ein Kind bekommen, sondern auch darum, wie lange sie den physischen, psychischen und finanziellen Druck durchhalten können. Die Ursachen dafür, warum eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ausbleibt, können komplex sein und sind nicht immer eindeutig zu bestimmen. Daher suchen viele Paare ergänzend zur schulmedizinischen Diagnostik nach Wegen, um die Voraussetzungen für eine Empfängnis ganzheitlich zu fördern, sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene. Naturheilkundliche Ansätze können dabei wertvolle Impulse geben. So kann Akupunktur im Rahmen einer IVF (In-vitro-Fertilisation) den Behandlungserfolg positiv beeinflussen, in dem sie bei Männern die Spermienqualität verbessert und bei Frauen die Funktion der Eierstöcke unterstützt. Ganzheitliche Therapiekonzept verbinden unterschiedlichste Behandlungen um körpereigene Prozesse zu harmonisieren, von der Entgiftung und Entsäuerung des Körpers über Mikronährstoff- und Ordnungstherapien bis hin zu therapeutischen Massagen. Ebenso können Achtsamkeitstraining, Yoga oder Entspannungsverfahren helfen, Druck abzubauen und das hormonelle Gleichgewicht zu stabilisieren. Wenn IVF dann sprichwörtlich gefruchtet hat, wird das Wunder des entstehenden Lebens erst richtig bewusst. Ein unerfüllter Kinderwunsch bleibt eine vielschichtige Herausforderung, die medizinische, emotionale und soziale Aspekte gleichermaßen berührt. Unterstützungsangebote können Paare entlasten und ihnen helfen, den Weg durch Diagnostik und Behandlung selbstfürsorglicher zu gestalten. Letztlich geht es auch darum, die eigenen Grenzen zu erkennen – und liebevoll mit ihnen umzugehen. Dazu gehört die Offenheit für das, was möglich ist, aber auch die Akzeptanz für das, was nicht. ¹ Quelle: Deutsches IVF-Register (Jahresbericht 2024)

29. Jan 2026

|

Gesundheit

Ayurveda – Personalisierte Prävention – mit Dr. Dinu Shivaraman Kumar, Bachelor of Ayurvedic Medicine and Sciences

![naturhotel_chesa_valisa_dr.dinu_spa_lächeln_gerader_blick_nah_holzwand Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/naturhotel_chesa_valisa_dr_dinu_spa_laecheln_gerader_blick_nah_holzwand_Online_006187468b.jpg) ``` Dr. Dinu Shivaraman Kumar, Bachelor of Ayurvedic Medicine and Sciences ``` **Was verrät die Konstitutionsbestimmung?** Die Konstitutionsbestimmung zeigt das individuelle Zusammenspiel von Vata, Pitta und Kapha – die ganz persönliche energetische Landkarte eines Menschen. Sie gibt Aufschluss über körperliche und mentale Stärken und Schwächen sowie über typische Reaktionen auf Stress, Ernährung und Lebensweise. Auf dieser Grundlage wählen Ayurveda-Ärzte und -Therapeuten den Heilungsansatz individuell – angepasst an die aktuelle Lebenssituation und die persönlichen Eigenschaften der behandelten Person. **Warum ist es wichtig zu wissen, welchem Dosha-Typ man angehört?** Dieses Wissen ist die Grundlage jeder ayurvedischen Empfehlung. Nur so können Ernährung, Tagesrhythmus, Anwendungen und Lebensstil wirklich individuell abgestimmt werden – für Balance, Gesundheit und inneren Frieden. **Wie fühlen Sie die Beschwerden der Behandelten?** Ich spüre mit den Händen, sehe mit den Augen – aber vor allem höre ich zu. Durch Pulsdiagnose, Gespräch und Beobachtung erfasse ich nicht nur Symptome, sondern erkenne auch die tieferen Zusammenhänge. >Die Konstitutionsbestimmung zeigt das individuelle Zusammenspiel von Vata, Pitta und Kapha – die ganz persönliche energetische Landkarte eines Menschen