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7. Jul 2022

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Business

Recycling ist kein Selbstzweck

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Presse

Im Arikel spricht Klaus Wohnig, Vorstandsvorsitzender der APK AG, über die aktuelle Recyclingsituation in Deutschland.

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Klaus Wohnig, Vorstandsvorsitzender der APK AG

Noch immer landen in Deutschland etwa eine Million Tonnen Kunststoffabfälle in der schwarzen Restmülltonne statt im gelben Sack. Doch das sind Rohstoffe, die wir in geeigneter Form trennen, sammeln und recyceln müssen. Wir sollten daher die Verbraucher ein wenig „erziehen“: Besser über Mülltrennung aufklären, und Mülltonnen bei offensichtlicher Fehlbefüllung auch mal stehen lassen.

40 Prozent oder 24 Millionen Tonnen der gesamten Kunststoffmenge in Europa landen jährlich in Verpackungen. Davon sind viele dünne, flexiblen Folienverpackungen aus unterschiedlichen Materialien, die sich mit „einfachen“ Technologien nicht trennen und recyceln lassen. Zum Schutz von Lebensmitteln machen diese Verpackungen durchaus Sinn, schön wäre allerdings eine gewisse Standardisierung, damit Recycling möglich und sinnvoll wird. Wir entwickeln bei APK gerade mehrere Verfahren, um auch diese Materialströme trennen zu können und daraus sauberes LDPE, PP und PET zu gewinnen.

Belgien hat gerade ein System etabliert, das auch flexible Verpackungskunststoffe berücksichtigt, in Großbritannien wurde kürzlich die Plastic Tax eingeführt, die jeden finanziell bestraft, der nicht mindestens 30 Prozent Rezyklate aus Post Consumer Abfällen verwendet. Solche Gesetze sind starke Treiber für Veränderungen der Marktsituation, denn Recycling ist kein Selbstzweck, es geht darum, den Planeten und unsere Ressourcen zu schützen und gleichzeitig unseren CO2-Ausstoß zu drosseln. Recycelte Produkte können gegenüber Neuware 50 bis 80 Prozent CO2 einsparen. Um die Kreislaufwirtschaft attraktiver zu machen, brauchen wir also einen Preis für CO2.

Leider wird die lineare Wirtschaft immer noch stark subventioniert: Kunststoffprodukte und deren Vorprodukte sind im Gegensatz zu Rezyklaten steuerfrei. Wer nun mit Steuerersparnis belohnt wird, ist viel eher bereit, auch neue Technologien einzusetzen.

Zudem bin ich für verpflichtende Mindesteinsatzquoten für Rezyklate, sodass ein echter Kreislauf entsteht. Staatliche Lenkungsmaßnahmen sollen dafür sorgen, dass möglichst viel recycelt wird. Schließlich sollen bis 2050 keine fossilen Rohstoffe mehr zu Kunststoff werden. Das braucht Kreisläufe.

28. Sep 2026

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