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2. Apr 2026

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Business

Resilienz ist kein Selbstzweck

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: Sumaid pal Singh Bakshi/unsplash

Stabile und geschützte Lieferketten werden in einer zunehmend unsichereren Welt immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil von Unternehmen.

Viele Jahre dominierte im Denken der Unternehmensführungen nahezu ausschließlich das Paradigma der reinen Kostenoptimierung. Man setzte auf Single Sourcing in günstigen Regionen und reduzierte Lagerbestände auf ein Minimum. Doch die Pandemie legte die versteckten Kosten dieser Strategie offen: Produktionsausfälle, Umsatzeinbußen und Reputationsverluste. Nach diesen Erfahrungen lautet das neue Zauberwort: Resilienz.

Dieser Begriff beschreibt weit mehr als nur die Fähigkeit, einen Schock wie die Pandemie oder den Ukrainekrieg zu überstehen. Eine resiliente Lieferkette kann Störungen antizipieren, ihre Auswirkungen abfedern und sich schnell wieder von ihnen erholen – idealerweise stärker als zuvor. Resilienz ist daher kein Selbstzweck, sondern hat sich zu einem harten Wettbewerbsfaktor entwickelt. Sie sichert nicht nur die Lieferfähigkeit und Kundenbindung, sondern schützt auch vor den finanziellen Folgen von Unterbrechungen. Wie eine Studie der Michigan State University zeigt, basiert diese Fähigkeit auf zwei Säulen: der Verzögerung von Störungen (Resistance) und der schnellen Rückkehr zum Normalbetrieb (Recovery). Unternehmen, die beides beherrschen, verwandeln die Verteidigung gegen Störungen in einen Angriff auf die Konkurrenz und gewinnen Marktanteile, während andere möglicherweise um ihre Existenz kämpfen.

Eine resiliente Lieferkette kann Störungen antizipieren, ihre Auswirkungen abfedern und sich schnell wieder von ihnen erholen.

Der Weg zu einer resilienten Lieferkette ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der an mehreren Stellschrauben dreht. Dabei sind letztlich vier strategische Handlungsfelder zentral. Das oberste Gebot lautet: Monopole und geografische Klumpenrisiken vermeiden. Das bedeutet, Unternehmen müssen kritische Komponenten von mehreren Lieferanten aus unterschiedlichen Regionen beziehen. Der Trend zum Nearshoring (Verlagerung in nahegelegene Länder) oder Friendshoring (Verlagerung in politisch verbündete Staaten) gewinnt dabei rasant an Fahrt, um Transportwege zu verkürzen und die Abhängigkeit von volatilen Regionen zu reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Digitalisierung, denn man kann nur steuern, was man sieht. Viele Unternehmen aber haben noch immer blinde Flecken in ihrer Lieferkette. Abhilfe schaffen digitale Technologien wie Cloud-Plattformen, IoT-Sensoren und KI-gestützte Analysetools. Sie schaffen eine durchgängige Transparenz (End-to-End-Transparenz) in Echtzeit.

Resilienz erfordert zudem strategische Puffer. Das bedeutet nicht, wahllos Lager aufzubauen, sondern gezielt Sicherheitsbestände für kritische Komponenten zu halten und Kapazitätsreserven bei Lieferanten und in der eigenen Produktion einzuplanen. Und last but not least: Resilienz erfordert eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Lieferkette. Gemeinsame Szenarioanalysen mit Lieferanten, der Austausch von Kapazitätsdaten und abgestimmte Notfallpläne erhöhen die Stabilität des gesamten Netzwerks. Intern muss das Thema in der Unternehmensführung verankert werden.

Gemeinsame Szenarioanalysen mit Lieferanten, der Austausch von Kapazitätsdaten und abgestimmte Notfallpläne erhöhen die Stabilität des gesamten Netzwerks.

Factbox:

Nearshoring bedeutet, dass ein Unternehmen seine Produktion oder Dienstleistungen nicht mehr in weit entfernten Ländern (wie z. B. China oder Indien), sondern in näher gelegene Länder verlagert. Für ein deutsches Unternehmen würde das zum Beispiel bedeuten, Lieferanten oder eigene Standorte in Polen, Tschechien, Ungarn oder Österreich zu suchen.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.