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26. Apr 2020

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Gesellschaft

Ressourcen sparen durch Datenoptimierung

Journalist: Armin Fuhrer

Master Data Governance sorgt in Unternehmen für klare Regeln bei Prozessen und der Organisation, erklärt Dr. Arno Michelis, von der simus systems GmbH.

Viele Unternehmen machen sich daran, ihre Prozesse zu digitalisieren und automatisieren. Wie groß ist der Aufwand?

Das ist schon eine große Herausforderung, die die Verantwortlichen vor große Aufgaben stellt. Das sollte man keinesfalls unterschätzen.

Welche Herausforderungen sind das denn vor allem?

Nun, wichtig ist insbesondere, dass die Qualität der Daten auf mehreren Ebenen gewährleistet sein muss. Sie müssen ja nicht nur auf dem aktuellen Stand sein, sondern auch korrekt und vollständig. Erst, wenn sie konform mit den entsprechenden systemspezifischen Regeln sind, ist eine maschinelle Verarbeitung möglich. Und sie müssen widerspruchsfrei, also konsistent, sein. Sie sehen: Hier liegen viele mögliche  Fehlerquellen.

Es ist also sehr sinnvoll, sich Unterstützung zu besorgen. Inwiefern kann Master Data Governance eine solche Hilfe sein?

Mit „Master Data Governance“, kurz MDG, schafft das Unternehmen umfassende Prozess- und Organisationsstrukturen. Wichtig ist, dass klare Regeln erstellt und Verantwortlichkeiten benannt werden. In dem Prozess sollten unter anderem Abläufe wie jene zur Materialstamm-Anlage modelliert und ebenso individuelle Freigabe- und Genehmigungsprozesse definiert werden.

Was sind denn typische Probleme in Unternehmen?

Da gibt es eine ganze Reihe. Sehen Sie, wenn Arbeitsabläufe und Datenpflegeprozesse nicht genau definiert sind, kann es zum Beispiel passieren, dass Mitarbeiter Daten unkontrolliert, sozusagen am Prozess vorbei in ein ERP-System speichern können. Das Problem ist, dass dadurch Falschinformationen und Dubletten entstehen können. Uneinheitliche Benennungen führen auch dazu, dass Mitarbeiter vorhandene Daten nicht mehr wiederfinden, diese dann neu anlegen müssen, und so Zeit und Kapazitäten verschwenden. Allgemein gesprochen: Der Prozess kommt ins Stocken.

Welche Vorteile ergeben sich nun aus einer MDG-Lösung?

Eine MDG-Lösung bietet einmal – ganz wichtig – einen besseren Zugriff auf Daten. Sie sorgt zunächst dafür, dass einfach weniger Datensätze angelegt werden. Diese werden zentral vorgehalten, und vor allem auch wiedergefunden, so entstehen keine Dubletten. Und sie ermöglicht die Zugriffsteuerung sowie Berechtigungskonzepte für verschiedene Standorte und Organisationsbereiche, ebenso wie regelbasierte Verteilmechanismen für verschiedene Standorte. Die Ansätze können soweit ausgebaut werden, dass Prozessschritte algorithmisiert und damit vollständig automatisiert werden. Auf diese Weise bleibt die Datenqualität auch langfristig hoch.

Dadurch werden auch Abläufe vereinfacht?

Genau. Geschäftsprozesse werden auf diese Weise optimal unterstützt und automatisiert. Denn hinter dem digitalen Prozess steht der physische Prozess der Materialwirtschaft. Wenn dieser optimiert verläuft, werden Zeit, Kosten und Ressourcen eingespart, was am Ende zu höherer Produktivität und zufriedeneren Kunden führt. Gerade im Maschinenbau, wo Produkte flexibel an Anforderungen angepasst werden müssen, ist dies ein nicht zu unterschätzender Aspekt.

Wenn nun ein Unternehmen das Projekt Digitalisierung von Prozessen angehen möchte – wie sollte es vorgehen?

Da haben wir eine klare Empfehlung: Zuerst sollte eine grundlegende Bereinigung und Restrukturierung der Daten mit einem flexiblen, spezialisierten System durchgeführt werden. Um die bereinigten Daten nutzen zu können, sollte dann auch gleich eine dazu passende „Suchmaschine“ implementiert werden – denn nur dann profitieren Unternehmen von einem strukturierten Datenpool. Darauf aufbauend folgt dann die Definition von Workflows mit dem Ziel einer automatisierten Feldpflege, um die Datenqualität langfristig zu sichern. In meinen Augen ist das ERP-System für diesen Vorgang nicht die beste Lösung, denn es ist auf andere Aufgaben ausgerichtet und viel zu behäbig. Ich empfehle die Verwendung darauf spezialisierter Werkzeuge, die auch das anschließende MDG-Projekt effizient umsetzen können.


Entlastung für die Mitarbeiter

Ein Interview mit Hubert Kötzinger, Gesamtleiter Technischer Bereich (CTO) bei HSM.

Was war die Herausforderung beim Datenmanagement für HSM?

Bei der Einführung von SAP sollten alle Materialstämme neu strukturiert und klassifiziert werden. Wir suchten Unterstützung, um unseren Aufwand professionell zu reduzieren.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit simus systems?

Die Lösung wurde flexibel auf unsere Bedürfnisse angepasst. Das volle Potential der Software erkannten wir im Lauf der engen, kreativen und zielorientierten Zusammenarbeit. Die aufbereiteten Daten können flexibel genutzt werden und ermöglichen viele automatisierte Prozesse, die die Mitarbeiter deutlich entlasten.

Was raten Sie Unternehmen, die Unterstützung beim Stammdatenmanagement suchen?

Betrachten Sie Ihr zukünftiges Datenmanagement aus der Perspektive der optimalen Prozesse und Datenflüsse und nicht über Ihr bestehendes ERP-System. Definieren Sie Ihre Ziele langfristig. Kleinere Unternehmen können durch ihre Flexibilität enormen Mehrwert bieten, was unsere Zusammenarbeit mit simus systems bestätigt.


MDG: Langfristig saubere Materialstämme

simus classmate, die Lösung für Stammdatenmanagement, sorgt für softwaregestützte Prozesse und legt Verantwortlichkeiten in Unternehmen klar fest.

Zeit ist Geld, davon können viele Unternehmen ein Lied singen. Ein probates Mittel, um beides zu sparen, ist eine professionelle Anlage und Pflege der unternehmenseigenen Materialstammdaten. Denn weil sie weitreichende Auswirkungen auf alle Unternehmensbereiche hat, lassen sich durch einen durchdachten Prozess Dubletten und Fehler in den Materialstammdaten vermeiden – das reduziert den Zeitaufwand und die Prozesskosten. Die Software simus classmate bietet sowohl die professionelle Datenbereinigung als auch den geführten Prozess, den Unternehmen brauchen, um mit einem geringen Verwaltungsaufwand und begrenzten Kosten zum Ziel zu kommen.Der praktische Ablauf sieht so aus: Mit simus classmate steht dem Anwender ein ausgereiftes Werkzeug zur Verfügung, mit dem er Materialstammdaten nicht nur suchen und finden, sondern auch gleichzeitig neu anlegen und pflegen kann. Bei einer erfolglosen Suche nach einem Material wird also direkt aus dem Suchprozess eine Materialanlage gestartet. Die Software führt den Anwender zu einem weitgehend vorausgefüllten Formular, das die Anforderungen an das benötigte Material definiert. Jetzt ist der Augenblick des Stammdaten-Koordinators gekommen. Dabei handelt es sich um einen zweiten Mitarbeiter, der den Antrag automatisch zur Prüfung zugeschickt bekommt. Er kann über die bequeme Ähnlichkeitssuche, die in simus classmate integriert ist, sicherstellen, dass die Anforderungen nicht über eine bereits vorhandene Komponente abgedeckt werden können. Stellt der Koordinator fest, dass Daten fehlen oder Inhalte unklar sind, genügt ein Knopfdruck und der Antrag geht an den Konstrukteur zurück. Ist alles in Ordnung, genehmigt der Koordinator den Antrag. Anschließend werden alle Daten automatisch korrekt und aktuell in SAP oder einem anderen ERP-System angelegt. Der Materialstamm kann ab sofort verwendet werden. Anschließende Prozesse zur langfristigen Pflege der Daten können ebenfalls definiert und automatisiert werden.

Ein klarer Prozess sichert die Datenqualität nachhaltig.

www.simus-systems.com

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!