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29. Jun 2021

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Lifestyle

Selbstpflege ist für mich sehr wichtig

Journalist: Katja Deutsch

Dr. Christine Reiler, Ärztin, zweifache Mutter, Fernsehmoderatorin und Model über seelische und körperliche Gesundheit.

Endlich kommt der Sommer. Doch Freunde, Nachbarn, Kollegen, und vor allem die eigene Familie sind nach mehr als 15 Monaten pandemiebedingter Einschränkungen mit ihrer Kraft am Ende. Umso wichtiger ist es, jetzt im Sommer seine Kraftreserven zu füllen und darauf zu achten, sein inneres Gleichgewicht zu stärken. Dr. Christine Reiler, Ärztin und Mutter zwei kleiner Kinder moderiert seit Jahren Gesundheitssendungen und kennt sich sehr gut mit natürlicher Pflanzenheilkunde aus. In ihrem Buch „Meine besten Hausmittel aus Küche und Garten“ (Kneipp Verlag), das im September letzten Jahres erschienen ist, hat sie anhand von 40 häufig auftretenden Krankheiten und Beschwer-den beschrieben, welche Zutaten aus dem heimischen Garten schnell und wirksam helfen können. Spielt die Ernährung eine so wichtige Rolle fürs Wohlbefinden? 

„Wenn man sein Immunsystem stärken will, greift man am besten zu Knoblauch und Zwiebeln – also den Dingen, die man zuhause hat“, sagt die Ärztin. „Wer sich damit etwas Feines kocht, hat das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Gerade auch die gute, alte Hühnersuppe ist eine super Sache und wirkt Wunder. Nicht umsonst wird sie beispielsweise auf der ganzen Welt Frauen nach der Geburt verabreicht. Eine Hühnersuppe verbindet man auch immer mit Heimeligkeit, mit den behüteten, alten Zeiten, als die Oma oder die Mama eine Hühnersuppe gekocht haben, wenn man krank war.“ Ausreichend Zink hemme die Bildung der weißen Blutkörperchen, wodurch sich im Körper weniger Entzündungsvorgänge bildeten, die dafür relevanten Kräuter könne man gerade Kindern sehr gut schmackhaft machen. Leider gehe das Wissen um diese alten Heilmittel zuhause oder aus dem eigenen Garten Schritt für Schritt  verloren, bedauert sie.

Die letzten Monate schien es keinen Licht-blick am Horizont zu geben. „Doch ich glaube, dass der Sommer jetzt eine ganz neue, besondere Möglichkeit für uns alle ist. Nicht nur, weil sich unser Vitamin D-Speicher wieder füllt und wir dadurch wacher und kraftvoller werden, sondern auch, weil wir endlich wieder viel rausgehen können, und auch andere Menschen treffen. Und auch die Gastronomie hat endlich wieder geöffnet. All das sind Dinge, auf die man sich wahnsinnig freuen kann und die einem einen riesigen Push geben können! Ich glaube, die härtesten Zeiten sind jetzt vorbei.“

Selbstpflege ist der jungen Ärztin sehr wichtig. Bewegung, Ernährung, und Zeit für sich selbst, ob in Form eines guten Buchs oder Meditation. Was vielleicht abgedroschen klinge, erweise sich im stressigen Alltag doch oft als schwierig. Auch auf die psychische Hygiene müsse man achtgeben, Kontakt zu geliebten Menschen halten, ganz gleich, wie.

Während der Pandemie habe sich gezeigt, wie sehr auch gerade Kinder und alte Menschen unter der erzwungenen Isolation leiden. Christine Reiler erholt sich selber am besten beim Bergsteigen – körperlich wie auch psychisch. Die Anstrengung des Aufstiegs, die frische Luft, die Weite der unberührten Bergwelt geben ihr Kraft und Leichtigkeit. 

Da die ehemalige Miss Austria vor der Geburt ihrer Kinder pausenlos unterwegs war, hat sie gar keinen überschäumenden Drang mehr, ständig zu verreisen oder fort zu müssen. Sie genießt die Familienzeit, in der sie mit ihren Kindern Kräutersalz herstellt oder backt. 

Die Moderatorin lebt auf einem Bauernhof und hat einen großen Bauerngarten angelegt, der aus Kräutergarten, medizinischer Abteilung, Gemüsegarten und großem Obstgarten besteht. „Es gibt mir eine große Ruhe, den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen“, erzählt sie. „Mein Garten gibt mir Kraft. Es gibt ja auch tatsächlich eine Gartentherapie.“ 

Was muss ihr Garten haben? „Keinen Schnickschnack, ich bin kein Freund von Deko. Jetzt im Sommer genieße ich es sehr, draußen mit meiner Familie zusammenzusitzen! Wir haben dazu einen schönen Platz auf der Terrasse mit einer Grillstelle. Denn mit kleinen Kindern reduziert sich der Radius doch ganz gewaltig, aber da ich früher so viel unterwegs war, genieße ich das „weniger“ sehr und habe das Eingesperrt sein gar nicht so bemerkt, nur die geschlossene Gastronomie empfand ich als mühsam. Unser Leben hier auf dem Bauernhof mit so viel Platz, Ruhe und guter Luft erscheint mir immer noch als purer Luxus. Und für Tapetenwechsel reicht mir ein Wochenende im Südburgenland oder in der Steiermark.“ 

Endlich kommt der Sommer. Dieses Jahr wird er zu etwas wirklich ganz Besonderem: Die Leichtigkeit und das Unbeschwerte kommen zurück, und noch nie waren wir uns dessen so bewusst und sehnen es so sehr herbei wie in diesem Sommer.

Buchtipp

Es müssen nicht immer gleich Pillen sein, oft tun es auch die guten alten Hausmittel! Publikumsliebling Christine Reiler, Allgemeinmedizinerin und Moderatorin der ORF-Gesundheitssendungen, nimmt sich eines uralten Wissens an und sorgt mit ihrem ersten Buch „Meine besten Hausmittel aus Küche und Garten“ dafür, dass dieser Schatz nicht verlorengeht: Anhand der häufigsten alltäglichen Krankheiten und Beschwerden zeigt die Ärztin, welche „Zutaten“ aus Küche und Garten ganz ohne Nebenwirkungen schnell und nachhaltig helfen – vom Saft des schwarzen Rettichs bis zum Salbei. Dass auch ein liebevolles Kümmern und Umsorgen heilsam ist, weiß die junge Mutter ebenso, wie dass eine Selbstbehandlung ihre Grenzen hat.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.