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30. Sep 2024

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Wirtschaft

Smart Farming: Die Zukunft ernten – mit Marie Hoffmann

Journalist: Nadine Wagner

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Foto: Tom Finke, Taras Yasinski/pixabay

Landwirtin und Agrar-Influencerin Marie Hoffmann setzt auf digitale Lösungen, um ihren Hof effizienter und ökologischer zu bewirtschaften. Ein Gespräch über die moderne Landwirtschaft.

Marie Hoffmann (c) Tom Finke_online.jpeg Marie Hoffmann, Landwirtin & Influencerin

Smarte Geräte und Maschinen haben das Potenzial, landwirtschaftliche Betriebe kostensparend und zukunftssicher zu machen. Die Präzisionslandwirtschaft ist dabei ein Schlüssel zu effizientem Ressourceneinsatz und nachhaltigerem Wirtschaften: „Saatgut, Pflanzenschutz und Dünger können so exakt ausgebracht werden, wodurch im Falle des Düngers beispielsweise weder Über- noch Unterdüngung entsteht. Das schützt die Böden vor übermäßiger Nitratbelastung und spart teure Ressourcen. Letztlich eine Win-Win-Situation für Umwelt und Wirtschaftlichkeit.“

Innovative Ansätze in der Landwirtschaft sind längst nicht nur in Europa ein Thema. Auf einer Farm in Kalifornien lernte die Landwirtin zuletzt die intelligente Mikrobewässerung kennen: „So wird Wasser exakt in der Menge an die Pflanze gebracht, wie sie es benötigt. In wasserarmen Regionen ist das eine enorm wichtige Innovation.“ Die 27-Jährige investiert auf ihrem Hof viel in digitale Lösungen wie Robotik und Künstliche Intelligenz. Doch das ist nicht immer einfach: „Leider wurden viele staatliche Förderungen im neuen Bundeshaushalt gestrichen. Das ist frustrierend, weil von uns Landwirten mehr Effizienz und Umweltschutz gefordert wird.“ Eine Alternative könnte das Teilen und Leihen von Maschinen sein, doch auch hier gibt es Hürden: „Die Kosten von Lohnunternehmen sind stark gestiegen, und um eine Maschinengemeinschaft zu gründen, muss oft eine GbR ins Leben gerufen werden. Zudem ist es schwierig, in der Nähe Landwirte mit ähnlichem Technikbedarf zu finden.“ Besonders bei Sä- und Pflanzenschutzmaschinen sei das Zeitfenster für eine gemeinsame Nutzung oft zu eng.

Kein System kann alles, und der ständige Austausch mit dem technischen Support bedeutet unnötigen Aufwand.

Der Weg hin zu einer modernen Landwirtschaft ist also noch lang. So plant die junge Landwirtin beispielsweise seit über einem Jahr den Bau einer Agri-PV-Anlage, doch die Genehmigung fehlt – trotz Forschungscharakters. „Es ist ärgerlich, dass Freiflächenanlagen in Nähe zu Schienen oder Autobahnen ohne Mehrfachnutzung schneller genehmigt werden, dabei sollte die Doppelnutzung das eigentliche Ziel sein, damit wir keine wertvollen Flächen verlieren“, kritisiert sie. Ein weiteres Hindernis ist die mangelnde Kompatibilität zwischen Systemen verschiedener Hersteller. „Es gibt kaum standardisierte Datenformate, was es vielen Landwirten erschwert, in digitale Technologien zu investieren.“ Zwar gibt es Adapterlösungen, um ältere Maschinen zu vernetzen, doch die Vielzahl an Programmen überfordert oft. „Kein System kann alles, und der ständige Austausch mit dem technischen Support bedeutet unnötigen Aufwand“, so Hoffmann. Auch die Ausbildung junger Landwirte müsse sich stärker auf Digitalisierung und Automatisierung fokussieren. „Universitäten und Fachhochschulen sollten mehr Wert auf Themen wie Datenanalyse, Künstliche Intelligenz und Robotik legen. Diese Fähigkeiten werden in Zukunft entscheidend sein“, betont sie.

Smarte Geräte und Maschinen haben das Potenzial, landwirtschaftliche Betriebe kostensparend und zukunftssicher zu machen.

Und wie sieht für sie persönlich die Landwirtschaft der Zukunft aus? „Resilient, digital und nachhaltig. Dafür müssen jedoch alternative Anbaumethoden und Innovationen stärker gefördert und Genehmigungsprozesse beschleunigt werden, anstatt zunehmend mit Verboten zu arbeiten, um die EU-Ziele zu erreichen.“

Fakten:

Mehr als 1,3 Millionen Menschen folgen Marie Hoffmann auf Social Media, davon allein mehr als 800.000 auf Instagram. Ihr Ziel: Aufklärung über die Landwirtschaft. Sie informiert über den aktuellen Stand, technologische Innovationen, Umweltschutz und räumt mit Vorurteilen gegenüber Landwirtinnen und Landwirten auf.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.