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7. Okt 2020

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Wirtschaft

Smarte Lösungen für den Klimaschutz

Intelligente Leitsoftware ermöglicht den Netzbetreibern weltweit das Beherrschen und die optimale Nutzung der volatilen Energie aus Wind und Sonne.

Dr. Michael Wolf, Director Marketing & Sales, PSI Energie EE


Wolfgang Fischer, Geschäftsbereichsleiter PSI Energie EE

Energieversorgung, industrielle Produktion und der Betrieb innerstädtischer Infrastrukturen sind schon heute nicht mehr ohne die modernste Software denkbar. Zumal die Menschheit inzwischen auf bald acht Milliarden gewachsen ist – Tendenz weiter steigend. Um die von der UN formulierten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) zu erreichen, muss daher weiter stark in die Entwicklung intelligenter Software investiert werden. Etwas sollte dabei klar sein: Die UN-Ziele sind nicht durch Verzicht, sondern nun durch intelligente Lösungen erreichbar.

Mit den 17 Entwicklungszielen trat 2016 erstmals eine globale Nachhaltigkeitsagenda in Kraft. Ziel ist es, die Entwicklung der Welt bis 2030 auf einer nachhaltigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Basis zu fördern. Dabei geht es vor allem um die Beendigung der Armut, die Bekämpfung des Hungers, die verlässliche Versorgung mit Energie und die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze. Und natürlich sollen in Zeiten des Klimawandels auch die Ökosysteme und das Klima geschützt werden.  

Eine sehr große Rolle für den weltweiten Schutz des Klimas muss der Energiesektor spielen. Der starke Ausbau der erneuerbaren, volatilen Energie bei gleichzeitigem Ausstieg aus Kohle und Kernenergie sorgt für starke wetterbedingte Schwankungen – und in der Folge für eine steigende Komplexität in den Netzen, für deren Beherrschung immer mehr Intelligenz in der Steuerung notwendig ist. Zugleich aber ist auch die Sicherheit der Versorgung immer wichtiger geworden, denn ein Ausfall der Energie wirkt sich sofort auf die Wirtschaft und die Privathaushalte aus und kann verheerende Folgen haben. Daher verlassen sich Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber in Ländern mit hohem Anteil erneuerbarer Energie schon heute auf intelligente Prognoseverfahren und Entscheidungsunterstützung, wie sie PSI liefert. Grundlage dafür ist die Künstliche Intelligenz, die ständig weiterentwickelt wird. So ermöglicht intelligente Leitsoftware den Netzbetreibern weltweit das Beherrschen und die optimale Nutzung der volatilen Energie aus Wind und Sonne.

Die Energiewende funktioniert nicht ohne die Verknüpfung der verschiedenen Sektoren Strom- und Wärmeversorgung, Mobilität und industrielle Produktion. Durch Sektorenkoppelung kann der Anteil der erneuerbaren Energie in allen Sektoren deutlich erhöht werden. Dafür gibt es schlagende Beispiele: der wachsende Anteil elektrischer Fahrzeuge, der Einsatz von Wärmepumpen im Gebäudesektor und die Nutzung von Power-to-Gas. Gerade die dadurch wachsende Komplexität in den elektrischen Netzen und im Gesamtsystem macht intelligente technische Softwareprodukte wie diejenigen von PSI nötig, um die Infrastruktur für Strom, Gas, Wasser und Wärme zu einem einheitlichen System zu verbinden und das Gesamtsystem zu optimieren.

Erdgas ist schon heute allen anderen konventionellen Energieträgern mit Blick auf die Emissionen überlegen. Die Emissionen können durch den Einsatz von Technologie wie Power-to-Gas, Biomethan und Wasserstoff weiter reduziert und überschüssige erneuerbare Energie sinnvoll genutzt werden. Dafür muss die bestehende Gasinfrastruktur für einen steigenden Anteil von Wasserstoff und Grüngas fit gemacht werden. Dies umfasst zum Beispiel die Einhaltung erhöhter Sicherheitsanforderungen oder die Gasbeschaffenheitsverfolgung mittels intelligenter Simulationssoftware.

Wesentliche Bausteine zur Verringerung der Emissionen in den Städten sind der Ausbau des öffentlichen Personalverkehrs und die Förderung der Elektromobilität. Auch die Optimierung von Lieferketten im Güterverkehr bietet zusätzliches Potenzial. Der Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs sorgt für einen steigenden Bedarf an Softwarelösungen für intelligentes Fahrzeug-, Zug- und Depotmanagement. Unerlässlich ist, dass die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität intelligent in das Depotmanagement und in die bestehenden Stromnetze eingebunden wird. Intelligente Software ist auch im Güterverkehr wichtig, um mit ihrer Hilfe vorhandene Logistikketten zu optimieren. Damit lassen sich Laufzeiten, Auslastung, Emissionen Standort- und Transportkosten deutlich verbessern.

Die genannten Beispiele machen deutlich, dass der Nachhaltigkeitseffekt intelligenter, grüner Software die dafür eingesetzten IT-Ressourcen bei weitem übersteigen. Doch noch immer wird häufig im Zusammenhang mit grüner Informationstechnologie nur die Energieeffizienz der eingesetzten Hardware und vielleicht noch der Einfluss der Software auf den Energieverbrauch von IT-Systemen betrachtet. Aber der nachhaltige Betrieb von Infrastrukturen und industriellen Prozessen ist ohne intelligente Software kaum noch denkbar. Das Ziel muss sein, bestehende Lösungen durch zusätzliche Methoden industrieller Künstlicher Intelligenz weiter zu verbessern und zu übergreifenden Lösungsszenarien zu verbinden. So entstehen beispielsweise durch die Verbindung von Lösungen der Bereiche Automobil, Depotmanagement, Verkehrsflussoptimierung und sowie Führung elektrischer Netze globale Lösungsszenarien für moderne E-Mobilität, Produktions- und Transportlogistik, deren Nutzen unmittelbar greifbar ist.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes