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31. Mär 2025

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Wirtschaft

Traktoren-Trends, KI und Start-ups in Hannover

Journalist: Jakob Bratsch

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Foto: DLG

Im November ist es endlich so weit: Die AGRITECHNICA, die Weltleitmesse der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) für Landtechnik, kommt nach Hannover. Vom 09. bis 15. November 2025 präsentiert das Who-is-Who der Unternehmen aus der globalen Landtechnik-Branche seine Innovationen für Landwirte und alle, die sich für technische Innovationen und Traktoren begeistern.

Die neusten Traktoren, Düngerstreuer mit KI, selbstfahrende Roboter… Alle zwei Jahre ist Hannover Schauplatz für die größte Landwirtschaftsmesse der Welt. Im Jahr 2023 lockte die AGRITECHNICA rund eine halbe Millionen Besucher auf das Messegelände.

Robotik in der Landwirtschaft

Die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe der internationalen Leitmesse für Innovationen und Trends in der Landtechnik laufen auf Hochtouren. Denn das Angebot für die zahlreichen Fachbesucher der AGRITECHNICA ist vielfältig. Neben Traktoren der Extraklasse bietet die Landtechnikmesse alles rund um die Themen Digitalisierung, KI und Robotik. Das spiegelt sich auch im Leitthema der diesjährigen Veranstaltung wider: „Touch Smart Efficency“. „Durch unser neues Leitthema möchten wir unseren Fachbesuchern den direkten Zugang zu innovativen, vernetzten landwirtschaftlichen Systemen ermöglichen, die durch digitale Technologien die Effizienz, Nachhaltigkeit und Produktivität der Landwirtschaft steigern,“ so Timo Zipf, Projektleiter der AGRITECHNICA .

Robotik erlebbar machen, damit kennt der Veranstalter DLG sich aus. Auf vorangegangen Ausgaben der AGRITECHNICA oder der Weltleitmesse für Tierhaltungsprofis EuroTier präsentierten Aussteller u. a. automatische Hack- und Säroboter, Impfroboter für Geflügel sowie Futteranschiebe-Roboter für den Rinderstall. Mit dem „Digital Farm Center – presented by FarmRobotix“, das auf der AGRITECHNICA 2025 Premiere feiert, bündelt die DLG erstmalig digitale und smarte Innovationen aus den vielfältigen Bereichen der Branche. Landtechnik zum Anfassen, das bietet die sogenannte Drive Experience den Besuchern: Sie können alternativ angetriebene Landmaschinen und Fahrzeugtechnologien live in Aktion erleben und selbst testen.

Job-Chancen in einer spannenden Branche

Zukunftsweisend wird es auch im Start-up-Bereich der AGRITECHNICA, beim „Young Professionals Day“ (14. November): Das Event ermöglicht es Studierenden, Auszubildenden und Young Professionals, sich zu vernetzen und die nächsten Schritte für ihre Karriere zu planen. Mehr Informationen zur AGRITECHNICA, Besuchsmöglichkeiten und den neuen Thementagen finden Sie auf der offiziellen AGRITECHNIA-Website.

Durch unser neues Leitthema möchten wir unseren Fachbesuchern den direkten Zugang zu innovativen, vernetzten landwirtschaftlichen Systemen ermöglichen, die durch digitale Technologien die Effizienz, Nachhaltigkeit und Produktivität der Landwirtschaft steigern.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.