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27. Jun 2025

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Wirtschaft

Vertrauen in Wertpapiere stärken – mit Sabine Schoon-Renné, Bereichsvorständin comdirect

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Marga Santoso/unsplash

Sabine Schoon-Renné, Bereichsvorständin comdirect, erklärt, wie Sparpläne ab 1 Euro gezielte Finanzbildung und stabile IT-Systeme den Einstieg in Aktien erleichtern.

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Sabine Schoon-Renné, Bereichsvorständin comdirect

Deutschland ist kein ausgeprägtes Wertpapierland und viele Kunden haben ein starkes Sicherheitsbedürfnis. Wie wollen Sie das Vertrauen in Aktien und Wertpapiere stärken? Trotz eines positiven Trends sind Wertpapierbesitzer weiterhin in der Minderheit – ihre Zahl liegt bei rund zwölf Millionen. Die Mehrheit favorisiert das konservative Sparen. Aber Wertpapieranlage sollte essenzieller Bestand des Vermögensaufbaus sein, gerade mit Blick auf die attraktive Wertentwicklung von Wertpapieren im Vergleich etwa zum Tagesgeld. Zum Einstieg sind Wertpapier-Sparpläne sehr gut geeignet. Bei comdirect möchten wir die Hemmschwelle für den Einstieg möglichst niedrig gestalten, deshalb beträgt die Mindestsparrate 1 Euro.

Warum ist es wichtig, junge Menschen bereits in der Schule für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu begeistern? Um Menschen für den Kapitalmarkt zu befähigen, braucht es finanzielle Bildung. Das Thema ist aber noch nicht in unserem Bildungssystem verankert. Dabei macht sich die junge Generation von heute wie keine andere Sorgen um ihre finanzielle Zukunft. Als comdirect ist es uns ein Anliegen, Wissen und Kompetenz in Geldangelegenheiten zu vermitteln. So unterstützen wir mit digitalen Informationsangeboten und den richtigen Tools, damit unsere Kunden eigenständig Finanzentscheidungen treffen können.

Der 7. April war der stärkste Handelstag in der comdirect-Geschichte. Welche Lehren ziehen Sie daraus für die IT-Resilienz und Systemstabilität bei plötzlichen Marktbewegungen? Die Verlässlichkeit und Erreichbarkeit der Systeme gerade an handelsstarken Tagen ist für einen Leistungsbroker wie comdirect das A und O. Unsere Systemstabilität hat dementsprechend eine sehr hohe Priorität, damit unsere Anleger jederzeit die Möglichkeit haben, den Handel an allen zwölf deutschen, über 40 internationalen Börsen sowie den außerbörslichen Handel mit 18 Partnern in Anspruch zu nehmen.

Zum Einstieg sind Wertpapier-Sparpläne sehr gut geeignet.

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.