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3. Apr 2021

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Lifestyle

„Wir müssen nachhaltiger konsumieren.“

Journalist: Chan Sidki-Lundius

Friedhelm Dornseifer, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) über die Verantwortlichkeit und Qualität des Lebensmittelhandels. 

Wir wollen und brauchen eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland, weil wir selbst in der Lage sein müssen, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Friedhelm Dornseifer, ein Freund deutlicher Worte. Der Lebensmittelhandel setze sich daher dafür ein, dass Landwirte stärker als bisher von den Mehrausgaben profitieren, die Verbraucher für Lebensmittel bestimmter Qualitäten bereit sind zu zahlen. Das ist zum Beispiel bei regionalen Lebensmitteln der Fall. „Verbraucher kaufen diese, weil sie dem Landwirt aus der Nachbarschaft, dem regionalen Produzenten und ihrem Lebensmittelhändler vertrauen. Sie können den Weg des Lebensmittels durch die Kette nachvollziehen und sind bereit, für Qualität, Nähe und Transparenz einen Mehrpreis zu bezahlen. Über regionale Wertschöpfungspartnerschaften profitieren Landwirte unmittelbar davon“, erläutert Dornseifer. Ein größerer Ansatz, der Landwirten für höhere Qualitäten bessere Erlöse zu-kommen lässt, ist die Initiative Tierwohl (ITW). Handel, Fleischwirtschaft und Landwirtschaft sind 2015 angetreten, das Tierwohl für Schweine und Geflügel in der Nutztierhaltung anzuheben. Für die höheren Haltungsstandards hat der Lebensmittelhandel in den zurückliegenden fünf Jahren weit über eine halbe Milliarde Euro bezahlt. Heute ist die ITW eines der weltweit größten privaten Tierwohlprogramme.

Eine der Lehren aus der Corona-Krise ist, dass die Pandemie den Wandel – hin zu einem nachhaltigen Lebensmittelsystem – beschleunigt. Wo aber liegen die größten künftigen Herausforderungen für Qualität und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelkette? „Die einschneidenden Erfahrungen der letzten Monate führen hoffentlich dazu, dass wir uns allgemein der Gefahren, die unseren Wohlstand und den gesellschaftlichen Zusammenhalt be-drohen, bewusster werden“, so Dornseifer. Eine solche Bedrohung sei beispielsweise der Klimawandel. „Wenn man der Coro-na-Krise also etwas Positives abgewinnen kann, dann die Erkenntnis, dass wir in Zukunft nachhaltiger konsumieren müssen“, ist der gebürtige Siegener überzeugt. Der Lebensmittelhandel habe sich dazu bereits auf den Weg gemacht. „Wir wollen dazu beitragen, dass Lebensmittel höherwertig erzeugt und verarbeitet werden. Das heißt: umweltverträglicher, tierwohlgerechter, sozialverträglicher. Davon profitieren Erzeuger, Hersteller und Händler und vor allem unsere Kunden, die wir auf diesem Weg mitnehmen wollen.“

Ein Dorn im Auge ist Friedhelm Dornseifer unter anderem die Tatsache, dass rund zwölf Millionen Tonnen verzehrfähige Lebensmittel pro Jahr in Deutschland in den Abfall wandern. Nachhaltig ist das nicht. Doch welche Maßnahmen unternimmt der Lebensmittelhandel, um die Verschwendung von Nahrungsmitteln einzudämmen? 

Um die Lebensmittelverluste in den Geschäften so gering wie möglich zu halten, setzt der Handel laut Dornseifer insbesondere auf eine professionelle Warenwirtschaft. Dabei gelte: Je besser der vorhandene Warenbestand der Kunden-nachfrage entspreche, desto geringer seien die Verluste. Das betrifft besonders Frischeprodukte. Wird zu viel bestellt, steigt das Verderbsrisiko. Fällt die Bestellung zu gering aus, kann das zu Umsatzverlust und rückläufiger Kundenloyalität führen. „Deshalb legen die Unternehmen großes Augenmerk auf eine optimale Sortimentszusammensetzung und die Verbesserung der Prognosegenauigkeit. Dabei hilft immer mehr die künstliche Intelligenz“, weiß Dornseifer. „Selbstlernende Algorithmen können den benötigten Bedarf noch besser einzuschätzen. Solche KI-basierten Anwendungen verbessern die vorrauschauende Warenbedarfsanalyse, da sie anders als regelbasierte Prognosemodelle nicht nur historische Absatzdaten extrapolieren.“ Vorhersagen eines selbstlernenden Algorithmus könnten darüber hinaus eine Vielzahl aktueller Parameter mit einbeziehen, etwa Kalender- und Wochentage, Feiertage und Schulferien, Saisonalität, Vermarktungsaktionen, Wettbewerbsumfeld und Wettervorhersage. Darüber hinaus gehört der Lebensmittelhandel mit seinen Spenden zu den größten Unterstützern der Tafeln und anderer karitativer Einrichtungen. Dornseifer: „Die genannten Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, dass der Anteil des Lebensmittelhandels am gesamten Nahrungsmittelabfall-aufkommen in Deutschland bei nur vier Prozent liegt.“

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!