8. Jul 2026
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Lifestyle
Journalist: Katja Deutsch
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Foto: Markus Wache, Jonatan Bustos/unsplash
Mag. med. vet. Kurt Frühwirth ist Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) und seit 30 Jahren praktizierender Tierarzt. Er setzt sich seit vielen Jahren für den tierärztlichen Beruf, Tierschutz und die Tiergesundheit in Österreich ein – und fordert dazu auf, sich vor dem Kauf eines süßen Welpen über dessen Herkunft zu informieren. Denn viele der im Internet angebotenen Tiere sind krank und stammen aus schmutziger Qualzucht.

Mag. med. vet. Kurt Frühwirth, Tierarzt & Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK)
Herr Mag. Frühwirth, illegaler Welpenhandel nimmt weltweit zu. Woran kann ich denn erkennen, ob der Welpe aus einer qualvollen Vermehrstation stammt? Viele Menschen kaufen Welpen spontan und emotional, oft über das Internet. Genau das nutzen illegale Händler aus. Die Tiere stammen häufig aus Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, wo sehr schlechte Zucht- und Tierschutzbedingungen herrschen. Durch süße Fotos und emotionale Geschichten wirken die Tiere gesund und irgendwoher „gerettet“, obwohl sie oft krank oder unter schlechten Bedingungen gezüchtet wurden. Um unseriöse Angebote zu erkennen, sollten sich Interessenten vor dem Kauf immer informieren und wenn möglich, Herkunft und Haltung der Tiere überprüfen. Wer verkauft das Tier? Welche gesicherten Informationen gibt es? Wo kann man es abholen? Soll das Tier beispielsweise auf einem Parkplatz übergeben werden, Finger weg! Es ist schwierig, sich nicht von seinen Emotionen leiten zu lassen, doch wir sollten alle daran denken, dass illegaler Welpenhandel mit sehr viel Qual für die Zuchttiere verbunden ist, und der Großteil der „Lieferungen“ aus kranken Tieren besteht. Illegaler Welpenhandel ist ein großes, internationales Geschäft, das schwer zu kontrollieren ist.
Illegaler Welpenhandel ist ein großes, internationales Geschäft, das schwer zu kontrollieren ist.
Der illegale Handel mit Jungtieren ist ja nicht nur moralisch verwerflich, sondern erzeugt auch viele sehr kranke Tiere. Was sehen Sie in Ihrem Beruf häufig? Durch den internationalen Tierhandel treten zunehmend Krankheiten und Parasiten auf, die in Österreich früher kaum ein Thema waren, beispielsweise Herzwurmerkrankungen oder Leishmaniose – auch bei älteren importierten Tieren. Der Klimawandel begünstigt zwar die Ausbreitung bestimmter Parasiten, doch erst durch die große Anzahl importierter Tiere können sich Krankheiten in neuen Regionen etablieren, wenn passende Zwischenwirte und Übertragungswege vorhanden sind. Viele dieser Erkrankungen sind grundsätzlich behandelbar, sofern die Tiere schnell untersucht und die Erkrankungen schnell erkannt werden. Doch gerade bei jungen oder äußerlich gesund wirkenden Tieren erkennen Besitzer die Infektionen oft nicht sofort. Deshalb sind Kontrollen und medizinische Screenings bei importierten Tieren besonders wichtig.
Wie kann man seinen Hund am besten vor Parasiten schützen? Parasitenbehandlungen bei Haustieren sollten immer gezielt und tierärztlich begleitet erfolgen. Viele Mittel gegen Zecken oder Würmer sind verschreibungspflichtige Arzneimittel und können bei unsachgemäßer Anwendung erhebliche gesundheitliche Risiken verursachen, wenn zum Beispiel Hundepräparate bei Katzen eingesetzt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Parasitenbehandlung, die alle gut wirken, wie Halsbänder, Spot-on-Präparate, und Tabletten mit systemischer Wirkung.
Diese Mittel gelten als wirksam und gut verträglich, dennoch können Parasiten gegen Medikamente, die schon lange erhältlich sind, Resistenzen entwickeln. Wichtig ist daher ein individuelles Parasitenmanagement statt pauschaler Behandlungen. Das Risiko hängt stark davon ab, ob ein Tier nur in der Wohnung lebt oder viel draußen unterwegs ist. In der Natur lauern Gefahren wie der Fuchsbandwurm, ein zoonotischer Parasit, der vor allem Füchse, aber auch Hunde und seltener Katzen befallen kann. Dieser kann über infizierte Hunde oder Katzen auf den Menschen übertragen werden und schwere, potenziell lebensbedrohliche Leberschäden verursachen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Parasitenbehandlung, die alle gut wirken, wie Halsbänder, Spot-on-Präparate, und Tabletten mit systemischer Wirkung.