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23. Okt 2020

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Gesundheit

„Auf zur Vorsorge!“

Journalist: Chan Sidki-Lundius

Der sympathische Schauspieler und Moderator engagiert sich seit 2019 im Kampf gegen Darmkrebs. 

Er ist das Gesicht der Kampagne „#Präventiophobie“ der Felix Burda Stiftung, die anlässlich des letzten Darmkrebsmonats gestartet wurde und sich mit einem Augenzwinkern mit der Angst vor der Darmkrebsvorsorge beschäftigt. Im Spot zur Kampagne heißt es: „Es gibt viele Phobien, aber nur eine kann tödlich sein: Präventiophobie – die Angst vor der Darmkrebsvorsorge.“ Die Kampagne will Mut machen, Ängsten mit ironischem Abstand zu begegnen, und sie zeigt auf, dass Prävention nur dann Sinn macht, wenn man noch keine Beschwerden hat. Denn der beste Schutz vor Darmkrebs ist die rechtzeitige Vorsorge. 

Seit er 22 ist, geht Wayne Carpendale regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Warum? „Das ist nicht etwa ein Fetisch von mir, sondern ich bin großmütterlicherseits vorbelastet“, sagt der mittler- weile 43-Jährige. „Alle paar Jahre den Darm zu reinigen und am nächsten Tag ein paar Minuten zu schlummern, während der Arzt kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, klingt für mich eindeutig besser, als Darmkrebs zu bekommen.  Im Übrigen ist die Untersuchung wirklich nicht schlimm.“

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die derzeit zuverlässigste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung. Dabei untersuchen die Ärzte den Dick- und Enddarm mithilfe eines Endoskops. Das ist ein etwa fingerdicker Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende. Über einen Monitor können die Ärzte die Bilder aus dem Inneren des Darms beurteilen. Wenn man möchte, kann man die Untersuchung auf dem Monitor mitverfolgen. Finden sich verdächtige Gewebewucherungen oder Polypen, dann werden sie sofort entfernt. Dies geschieht mit kleinen Instrumenten, die sich durch den Schlauch einschieben lassen, und ist absolut schmerzfrei. Entnommene Proben kommen ins Labor, wo sie auf Krebszellen oder andere Veränderungen untersucht werden. Durchgeführt wird die Darmspiegelung ambulant, und zwar ausschließlich von Medizinern, die eine entsprechende Weiterbildung und eine bestimmte Anzahl von regelmäßigen Koloskopien nachweisen können. Dies sind meist Fachärzte für innere Medizin mit einer Spezialisierung für Erkrankungen des Verdauungstraktes, sogenannte Gastroenterologen. Das Gute sei an der Koloskopie, so Wayne Carpendale, dass Patienten die Ergebnisse sofort von den Ärzten mitgeteilt bekommen. „Es ist ein saugutes Gefühl, wenn man einen unauffälligen Befund bekommt. Dann hat man erstmal wieder ein paar Jahre Ruhe“, meint er. Würden hingegen Krebsvorstufen entdeckt, ließe sich verhindern, dass diese sich zu bösartigem Krebs weiterentwickeln. „Für die meisten Betroffenen bedeutet dies sehr hohe Heilungschancen“, weiß Wayne Carpendale. Wer große Angst vor der Darmspiegelung habe, solle dies mit seinem Arzt oder seiner Ärztin besprechen und sich im Zweifelsfall vor Beginn der Untersuchung unbedingt ein Narkosemittel verabreichen lassen. Ein weiterer Tipp des Müncheners: Einen Untersuchungstermin am späten Vormittag wählen, weil man dann am Vortag nicht ganz so früh mit dem Abführen beginnen muss. Außerdem rät er dazu, sich auf das Erstgespräch mit dem behandelnden Arzt gut vorzubereiten und dieses mit Bedacht zu führen. „Die familiäre Vorgeschichte spielt bei der Einschätzung, wie hoch das persönliche Risiko ist, an Darmkrebs zu erkranken, eine große Rolle. Daher sollte man vorher lieber nochmal die Eltern fragen, ob irgendwelche Erkrankungen in der Familie bekannt sind.“

Privat bemüht sich Wayne Carpendale darum, möglichst gesund zu leben. Dazu gehören für ihn einerseits viel Sport und Bewegung. Mindestens eine halbe Stunde täglich versucht er sich dafür freizuschaufeln – und geht dann joggen oder auf sein Peloton. Andererseits achtet er zunehmend auf eine gesunde Ernährung. „Hier und da zu reduzieren, weniger Kaffee und Alkohol zu trinken und weniger Fleisch zu essen, ist gar nicht mal so schwer und tut auch der Darmgesundheit gut“, so Wayne Carpendale. Jetzt hofft er, gut durch den Winter zu kommen, zumal nach der Corona-bedingten Zwangspause wieder etliche neue Projekte anstehen. Wir drücken die Daumen!

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.