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29. Dez 2025

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Gesundheit

Schmerz lass nach

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: BATCH/unsplash

Wenn Schmerzmittel Bewegung erst möglich machen, ist ihre Anwendung in äußerlicher Form durchaus sinnvoll – auch bei rheumatischen Erkrankungen.

Naturgemäß versucht der Mensch, schmerzende Gelenke und Körperteile zu schonen. Das empfiehlt sich allerdings nur im akuten Entzündungsstadium. Denn fehlende Bewegung macht kranke Gelenke auf Dauer noch steifer und schmerzhafter. Auch, bzw. insbesondere, bei rheumatoider Arthritis und Arthrose ist moderater Sport wichtig, um Gelenke beweglich zu halten, Muskeln zu stärken und Entzündungen zu reduzieren. Gelenkschonende Aktivitäten mit gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungen wie Schwimmen, Wandern, Yoga, Tai-Chi oder Nordic Walking empfehlen sich besonders. Bei akuten Schüben rheumatoider Arthritis sollte man den Ball allerdings flach halten.

Was aber, wenn man sich aufgrund von Schmerzen gar nicht aufraffen mag? Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Deswegen hat sich so mancher angewöhnt, vor einer geplanten Wanderung oder dem wöchentlichen Tai-Chi-Kurs ein Schmerzmittel zu nehmen. Diese präventive Einnahme eines nicht-opioiden Schmerzmittels wird von der Deutschen Rheumaliga tatsächlich nicht verurteilt. Obwohl sich Sport und Schmerzmittel eigentlich ausschließen sollten. Allerdings sollte sich davon eher Leistungssportler oder besonders ambitionierte Freizeitsportler angesprochen fühlen, die auf diese Weise über ihre Leistungsgrenzen hinauszugehen trachten. Wenn die gezielte Anwendung chronisch Erkrankte einsatzfähig macht, damit diese von den positiven Wirkungen der Bewegung profitieren, heiligt der Zweck quasi die Mittel. Den Teufelskreis aus Schmerzen, Schonung, Muskelabbau und noch mehr Schmerzen gilt es unbedingt zu vermeiden.

Den Teufelskreis aus Schmerzen, Schonung, Muskelabbau und noch mehr Schmerzen gilt es unbedingt zu vermeiden.

Die Sorge, Warnsignale des Körpers durch Schmerzmittelgebrauch nicht mehr spüren, ist bei chronischen Schmerzen medizinisch unbegründet, da diese Schmerzen viel weniger über den Zustand der Gelenke aussagen als gedacht. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass Schmerzmittel nur die Symptome bekämpfen und angegriffene Gelenke nicht belastbarer machen. Äußerlich angewendet in Form von Gels, Salben oder Cremes belasten sie den Körper weniger als in Tablettenform. Die Wirkstoffe dringen dabei ins Gewebe ein und wirken gezielt dort, wo es schmerzt. Sie haben deutlich weniger systemische Nebenwirkungen, da sie weniger stark in den Blutkreislauf gelangen.

Wenn es also ohne Schmerzmittel nicht geht, dann sollten geeignete Wirkstoffe und diese besser nur äußerlich verwendet werden. Geeignet sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Felbinac. Diese hemmen nachweislich Schmerzhormone wie Prostaglandine und unterdrücken lokale Entzündungsreize. Sie wirken also nicht nur schmerz-, sondern auch entzündungshemmend und sind auch bei chronischen Schmerzen durch lokale Entzündungen sinnvoll. Aufgenommen über die Haut, sind kaum Nebenwirkungen bekannt. Schmerzsalben mit NSAR wirken am besten an Gelenken und Muskulatur, die sich direkt unter der Haut befinden.

Wenn es also ohne Schmerzmittel nicht geht, dann sollten geeignete Wirkstoffe und diese besser nur äußerlich verwendet werden.

Fakten:

In Tablettenform sollten Ibuprofen und Diclofenac nur nach der sportlichen Betätigung und nach ausreichender Flüssigkeits- und Salzzufuhr eingenommen werden. Paracetamol hat keine entzündungshemmenden Eigenschaften und wirkt bei Muskel- und Gelenkschmerzen nur schlecht.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.